mini|Jasmin Taylor Jasmin Taylor (geboren am 20. Juni 1966 in Teheran) ist eine Unternehmerin und Buchautorin aus Berlin.
Leben Jasmin Taylor flüchtete mit 17 Jahren vor dem Ersten Golfkrieg aus dem Iran nach Deutschland, wo sie in Bonn ihr Abitur ablegte. Anschließend erlangte sie an der University of Maryland (USA) Bachelor-Abschluss in Psychologie und absolvierte an der University of Oklahoma (USA) ein Masterstudium in Human Relations.
Unternehmerische Tätigkeit Ab 1999 arbeitete Taylor im deutschsprachigen Raum als Unternehmerin in der Tourismusbranche. 2002 machte sie sich mit einem Online-Reisebüro selbstständig und gründete 2009 in Berlin den Reiseveranstalter JT Touristik. Das Unternehmen erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 176 Millionen Euro. 2011 wurde Taylor als erste Frau zum Travel Industry Manager of the Year gekürt. Am 29. September 2017 musste JT Touristik Insolvenz anmelden. Nach dem Verkauf an Lidl wurde es Ende Oktober 2020 geschlossen und alle Beschäftigten wurden gekündigt.
Seit Juli 2019 ist Taylor Aufsichtsratsmitglied der HanseMerkur Reiseversicherung AG.
Jetset-Prominenz Das Konzept der JT Touristik stellte Taylor als sogenannte "lebende Marke" mit einem persönlichen Stil in den Mittelpunkt und wurde mit dem iF Design Award 2015 ausgezeichnet. Als Teil des Konzepts richtete Taylor im Rahmen der ITB Berlin mehrfach „Pink Carpet“-Partys im Hotel de Rome mit zahlreichen Prominenten aus. Taylor entwickelte eine starke Medienpräsenz, das Handelsblatt bezeichnete sie als "Deutschlands glamouröseste Reiseveranstalterin". Deutschlandfunk Kultur beleuchte in einem einstündigen Feature Taylors Weg vom Flüchtling zur Millionärin, ebenso die Zeitschrift Capital. Sie diskutierte in der ARD-Talkshow MaischbergerMaischberger: Die Stunde der Flüchtlinge: Jetzt reden wir!. Folge 473, das Urbis Magazine veröffentlichte eine Homestory über Taylor und ihre Villa in Berlin, im Juli 2017 war sie in der Doku-Soap Promi Shopping Queen zu sehen.
Soziales Engagement Jasmin Taylor setzt sich für die Säkularisierung sowie Demokratisierung des Iran und insbesondere für die Gleichberechtigung von Frauen ein und wurde häufig zur Menschenrechtssituation im Iran interviewt. Jörg Thadeusz führte mit ihr das Interview der Woche, das ORF lud sie zum Gespräch ins Studio 2.Studio 2, ORF Progamminformation.
2014/2015 war sie Initiatorin der Organisation SIS – Strong Independent Sisters. Für das Projekt wählte Taylor 15 Frauen aus, deren Integrationsmaßnahmen sie förderte. Das gemeinnützige Projekt wurde 2015 von Bündnis 90/Die Grünen mit dem „Hatun Sürücü“-Preis ausgezeichnet.
Buchveröffentlichung Im Oktober 2023 veröffentlichte Jasmin Taylor ihr erstes Buch mit dem Titel „Im Namen Gottes – Die Unterdrückung der Frauen im Iran“, das im Europa Verlag erschien. Das Buch ist Kaiserin Schahbanu Farah Pahlavi gewidmet, das Vorwort stammt von der iranisch-amerikanischen Journalistin, Aktivistin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad.
Das Buch beleuchtet Schicksale von sieben Frauen. Jede Biografie wird in Form eines Memoires in der Ich-Perspektive erzählt, auch Jasmin Taylor selbst berichtet als eine der Protagonistinnen von ihren Erfahrungen. Taylor nimmt auf Grundlagen des islamisch-iranischen Rechts Bezug und erläutert, dass Frauenhass und Gräueltaten durch gezielte Gesetzgebung legitimiert sind. Zudem zieht sie einen Vergleich zwischen der iranischen Gesetzgebung und internationalem Recht. Sie beschreibt die staatlich verordnete Abwertung der iranischen Frau gegenüber dem Mann und berichtet über Zwangsheirat und den gezielten Einsatz von Vergewaltigung vor der Ermordung junger Mädchen.Rolf Löchel: Rezension bei literaturkritik.de
Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur sendeten Buchbesprechungen mit Jasmin Taylor.Interview und Buchbesprechung im Deutschlandfunk, 14. November 2023Buchbesprechung bei Deutschlandfunk Kultur, 17. Januar 2024
Auszeichnungen 2011: Travel Industry Manager (verliehen vom Travel Industry Club) 2015: Hatun Sürücü-Preis durch Bündnis 90/Die Grünen für das gemeinnützige Projekt SIS – Strong Independent Sisters 2015: iF Design Award, Jasmin Taylor und JT Touristik für „The living brand“ in der Kategorie „Communication“.
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Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (Berlin) Kategorie:Iranischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Iraner Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Frau