mini|x220px Joakim Frederik Skovgaard (* 18. November 1856 in Kopenhagen; † 9. März 1933 ebenda) war ein dänischer Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker. Er wird hauptsächlich mit der Ausgestaltung des Domes zu Viborg in Verbindung gebracht.
Leben und Werk Joakim Skovgaard war der älteste Sohn des Landschaftsmalers und Professors an der Königlich Dänischen Kunstakademie P. C. Skovgaard und dessen Frau Georgia Maria Luise Schouw (1828–1868), der Tochter des Professors Joakim Frederik Schouw, einem Botaniker und Politiker.
Der Vater zählte zu den wichtigsten Malern des Goldenen Zeitalters Dänemarks (den danske guldalder) und war eng befreundet mit dem Dichter, Philosophen und Pfarrer N. F. S. Grundtvig. In der Tradition seines Vaters wurde auch Joakim schon im Kindesalter im Malen und Zeichnen unterrichtet. Skovgaard besuchte von 1871 bis 1876 die Kopenhagener Königlich Dänische Kunstakademie, privat unterstützt von dem Landschaftsmaler Janus la Cour (1837–1909), einem Freund der Familie. 1878 hatte er sein Debüt auf der Charlottenborg Frühjahrsausstellung (Forårsudstilling) mit Faareklipning på Lolland (Schafschur auf Lolland). Im Winter 1880/1881 war er zu weiteren Studien im Atelier von Léon Bonnat in Paris und wurde in dieser Zeit vom Realismus beeinflusst.
Von 1882 bis 1884 besuchte er Italien. Mit einem großen Reisestipendium der Akademie versehen, konnte er von 1886 bis 1887 erneut Italien und Griechenland bereisen, unter anderem begleitet von Kristian Zahrtmann. In dieser Zeit kam die endgültige Befreiung vom Einfluss des Vaters und das Interesse am Symbolismus, in Rom wurde er zudem durch den impressionistischen Ansatz der Malerei von Theodor Philipsen beeinflusst.
Ab 1884 experimentierte er mit dekorierender Keramik. Er entwarf Keramiken für die Werkstatt von Johan Wallmann (1831–1923) in Utterslev (Kopenhagen), wo er mit Thorvald Bindesbøll bekannt wurde. Seine Entwürfe wurden später zu Skulpturen, die er teils in Zusammenarbeit mit Bindesbøll realisierte, darunter den Bjørnespringvandet (1900) und den Dragespringvandet (1904) am Rathaus von Kopenhagen.
Im Jahre 1891 war Skovgaard ein Mitbegründer von Den Frie Udstilling (Freie Ausstellung) – einer dänischen Secession – aus Protest gegen die Zugangsbestimmungen zu der etablierten Charlottenborg-Ausstellung. Ab den 1890er Jahren war er hauptsächlich mit der Ausgestaltung des Domes in Viborg beschäftigt, für den er in den folgenden Jahren die gesamte Ausmalung mit Fresken und Deckengemälden realisierte (siehe unten). Zu seinen letzten großen Arbeiten gehörte 1921–27 die Gestaltung des Apsismosaiks im Dom zu Lund, Schweden, unter Mithilfe von Agnete Varming (1897–1983), Elof Risebye (1892–1961) und Hugo Gehlin (1889–1953). Die Dekoration von zwei Hochzeitshallen im Kopenhagener Rathaus ab 1926 wurde unter Leitung seines Sohnes Johan Thomas abgeschlossen.
Joakim Skovgaard war von 1909 bis 1921 Professor für dekorative Kunst an der Kopenhagener Kunstakademie und deren Präsident von 1920 bis 1924. Daneben war er Mitglied der Stockholmer Kunstakademie ab 1915 und der Helsinkier Kunstakademie ab 1931. Er war Ritter des Dannebrogordens. Nach seinem Tod wurde er auf dem Assistens Kirkegård in Kopenhagen beerdigt.
Dom zu Viborg
Ein entscheidender Teil von Skovgaards Arbeiten waren religiöse Motive, so etwa die Bilder Englen rører vandet i Bethesda dam, 1888 in Rom entstanden, und Kristus fører røveren i Paradiset von 1890, ursprünglich für die Mandø Kirke konzipiert. In den Jahren 1891–94 entstand das monumentale Gemälde Kristus i de dødes rige, es erregte durch seine visionäre, symbolische Form viel Aufsehen. Mit diesen Arbeiten wurden die Grundlagen für den Auftrag zur Dekoration der Domkirche gelegt.
In den Sommern 1874 und 1875 hatte Skovgaard als Student Frederik Christian Lund bei der Dekoration des Neubaus der Viborger Domkirche assistiert. Es war von weitreichender Bedeutung, dass er dabei mit dem Bischof Jørgen Swane (1821–1903) in Kontakt kam sowie mit dem Architekten Hermann Baagøe Storck (1839–1922), der ab 1871 den Wiederaufbau der Kirche leitete. Da die grauen Granitwände die Kirche kalt erscheinen ließen, entstand schnell der Wunsch nach einer gemalten Dekoration.
1890 kam vom Bischof Jørgen Swane (1821–1903) die Anfrage, den Innenraum des Doms neu auszuschmücken, nachdem August Jerndorff (1846–1906) den Auftrag abgelehnt hatte. Von 1895 bis 1897 wurden mit H.B. Stork die Entwürfe fertiggestellt. Die beeindruckenden Fresken wurden 1901–06 geschaffen, beteiligt waren dabei seine Assistenten Niels Larsen Stevns (1864–1941), Arne Lofthus (1881–1962), Viggo Pedersen (1854–1926) und Povl Jerndorff (1885–1933). Die Deckengemälde der Seitenschiffe entstanden in Zusammenarbeit mit Thorvald Bindesbøll. 1911–13 fertigte Skovgaard die Ölgemälde für das Mittelschiff. Skovgaard und Bindesbøll entwarfen auch die Kirchenfenster. Des Weiteren stammen von Skovgaard die Entwürfe für acht Lichter tragende Bronzeengel im Mittelschiff sowie ein Glasmosaik mit singenden Engeln im Westgiebel. Das Bildprogramm griff Szenen aus dem Alten und Neuen Testament auf. Das letzte Motiv an der Nordwand des Chores (Christus führt Adam und Eva aus dem Totenreich) ist von einem Lied N.F.S. Grundtvigs inspiriert (Den Danske Salmebog Nr. 213). mini|x250px|Joakim und Agnete Skovgaard
Familie Joakim Skovgaard war ab 1886 verheiratet mit Agnete Lange (1861–1924), der Tochter des dänischen Botanikers Johan Martin Christian Lange und in zweiter Ehe ab 1928 mit Dorthea Kathrine Jensen (1887–1974). Der ersten Ehe entstammten sechs Kinder: Peter (1887–1972), Johan Thomas (1888–1977), Eline (1891–1972), Georgia (1893–1973), Morten Christian (1894–1914) und Eskild (1899–1914). Alle Kinder waren künstlerisch tätig.
Joakim Skovgaards jüngere Geschwister ergriffen ebenfalls künstlerische Berufe: der Bruder Niels Kristian Skovgaard (1858–1938) als Maler, Bildhauer und Grafiker und die Schwester Susette Cathrine Holten-Skovgaard (1863–1937) als Malerin und Keramikerin.Skovgaard familien – Genealogie, Skovgaard Museet, ViborgJoakim Frederik Skovgaard – anetavler for berømte danskere
Ehrungen 1879: Den Sødringske Opmuntringspræmie 1889: Bronzemedaille, Weltausstellung Paris 1892: Eckersberg Medaillen (Aarsmedaillen) 1893: Den Hielmstierne-Rosencroneske Stiftelse 1893: Den Raben-Levetzauske Fond 1900: Silbermedaille, Weltausstellung Paris 1909: Goldmedaille, Düsseldorf Ausstellung christlicher Kunst 1923: Thorvaldsen Medaillen 1925: Grand Prix, Weltausstellung Paris 1926: Ehrenbürger (æresborger) von Viborg
Werke (Auswahl) Bildhauer 1900: Bjørnespringvandet (Bärenspringbrunnen), Bronze und Granit, Kopenhagener Rathausgarten, mit Thorvald Bindesbøll 1904: Dragespringvandet (Drachenspringbrunnen), Bronze und Granit, Kopenhagener Rådhuspladsen, mit Thorvald Bindesbøll 1910: Bodenmosaik mit stilisierten Tabakpflanzen in der Eingangshalle des Kopenhagener Kunstmuseums Den Hirschsprungske Samling 1921–1927: Apsismosaik im Dom zu Lund, Schweden: „Christus am jüngsten Tage in der Lichtaura sich zeigend, während Engel die Toten wecken.“Charl. Weigert: Joakim Skovgaard: anlässlich seines siebzigsten Geburtstages. In: Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe. 25.1927, Heft 8, S. 317–318 (digi.ub.uni-heidelberg.de).
Keramiker 1885: Vase: pflügender Mann mit Möwen 1888: Schale: Eva fristes af slangen (Eva in Versuchung der Schlange), Ø 30 cm 1888: Schale: dekoriert mit Seeungeheuer, Ø 25,7 cm (alle) Skovgaard Museet, Viborg
Baugebundene Arbeiten 1895–1913: Fresken, Deckengemälde und Glasmosaiken im Dom zu Viborg (PDF) bei Hvad er meningen? (Skovgaard-Museet, Viborg)Jens Vellev, Poul Pedersen: Joakim Skovgaards Fresco-Malerier i Viborg Domkirke. Siehe Literatur. 1895–1897: Fertigung der Vorlagen 1901–1906: Wandgemälde 1911–1913: Deckengemälde für das Mittelschiff 1897: Helligåndskirken Kopenhagen – „Maria Bebudelse“ (Maria Verkündung)helligaandskirken.dk 1912: Esajas Kirke, Kopenhagen – Glasmosaik in der ApsisAbbildung bei Wikimedia Commons 1910: Skagen Kirke – Altarbild 1926: Dekoration von zwei Hochzeitshallen im Kopenhagener Rathaus (abgeschlossen von seinem Sohn Johan Thomas et al.)Gyldendals – Den Store Danske. Siehe Literatur 1892–1922: Altarbilder und -wände, Mosaiken, Fresken, Glasmosaiken und -malereien in zahlreichen dänischen Kirchen, etwa in Sorø, Holbæk, Svendborg, Frederiksberg, Ubberup und Odense.
Gemälde 1881: Frühjahrs-Schafschur auf Lolland, bewölkt (Forårsfåreklipning på Lolland, gråvejr) Öl/Leinwand, 63 × 93,5 cm, Den Hirschsprungske Samling 1884: Ruinen der Propyläen mit der Athener Akropolis (Ruiner af Propylæerne ved Athens Akropolis) Öl/Holz, 36 × 47 cm, Skovgaard Museet, Viborg 1888: Engel rühren das Wasser der Zisterne von Bethesda (Englen rører vandet i Bethesda dam) (), Öl/Leinwand, 84 × 124,5 cm, Nationalmuseum OsloAbbildung Nationalmuseum Oslo: NG.M.00346 1890: Christus führt den Räuber ins Paradies (Kristus fører røveren ind i paradiset) (Lukas ), Öl/Leinwand, 119 × 173 cm, Den Hirschsprungske Samling 1891–1894: Christus im Totenreich (Kristus i de dødes rige), Öl/Leinwand, 351 × 489 cm, Staatliches Kunstmuseum Kopenhagen 1909: Eva und die Schlange (Eva og slangen), Öl/Leinwand, 94,7 × 143,5 cm, ARoS Aarhus Kunstmuseum 1910: Das große Abendmahl (Den Store Nadver), Christianskirkjan in Klaksvík, Färöer
Galerie
Literatur
Nina Dahlmann Olsen: Claudine Stensgaard Nielsen: Joakim Skovgaard. In: Den Store Danske Encyklopædi. (denstoredanske.lex.dk). Wilhelm Wanscher: Die Wandgemälde von Joakim Skovgaard im Dom zu Viborg. In: Die Kunst für alle. Jg. 28, Heft 8 (15. Januar 1913), S. 181–190, (uni-heidelberg.de). Jens Vellev (Einl.), Poul Pedersen (Foto): Joakim Skovgaards Fresco-Malerier i Viborg Domkirke. Viborg Domkirkes Forlag 1988 (slaegtsbibliotek.dk [PDF])
Weblinks
Joakim Frederik Skovgaard. Datensatz beim Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch) Joakim Skovgaard – Maler, billedhugger, professor. Biographie und Werke, Skovgaard Museet, Viborg (dänisch) Joakim Skovgaard og Viborg Domkirke. bei Viborg Historie (dänisch) Joakim Skovgaard. bei gravsted.dk (dänisch) Werke von Joakim Skovgaard beim Portal BlouinArtinfo Werke von Joakim Skovgaard beim Portal artnet
Einzelnachweise
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