Eugene „Gene“ A. Olaff (* 23. September 1920 in Bayonne, New Jersey; † 17. Januar 2017 in Florence Township, New Jersey) war ein US-amerikanischer Fußballspieler auf der Position eines Torhüters. Er war vor allem zwischen den 1930er und 1950er Jahren aktiv und absolvierte im Jahre 1949 ein einziges Länderspiel für die US-amerikanische Fußballnationalmannschaft. Obwohl er als der beste Torhüter der USA der 1940er Jahre galt, brachte er es lediglich auf ein einziges Länderspiel, da die Vereinigten Staaten aufgrund des Zweiten Weltkrieges rund ein Jahrzehnt keine Fußballländerspiele austrugen.

1971 wurde Olaff für seine Dienste um den US-Fußball in die National Soccer Hall of Fame aufgenommen.

Karriere Jugend, Start in die Fußballkarriere und erste Jobs Gene Olaff wurde am 23. September 1920 als Sohn der schottischstämmigen Irene MacGregor und des aus Schweden stammenden Victor Olaff in der Stadt Bayonne im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Sein Vater Victor Olaff, ein Seemann, kam einst mit dem Schiff in die Vereinigten Staaten und ließ sich hier von der U.S. National Guard verpflichten, um an die US-amerikanische Staatsangehörigkeit zu kommen. Ironischerweise wurde er kurz nach dem Erhalt der Staatsangehörigkeit wieder nach Europa verschifft, wo er mit der Nationalgarde am Ersten Weltkrieg teilnahm und dabei in Frankreich stationiert war. Im Jahre 1927 kam Gene Olaffs einziges Geschwister, die Schwester Adele, zur Welt. Beide Elternteile starben in weiterer Folge noch in jungen Jahren; die Mutter im Jahre 1937 mit 39 Jahren und der Vater im Jahre 1941 mit 43 Jahren. Aus diesem Grund musste der zu dieser Zeit eben erst in seinen frühen 20ern stehende Olaff fortan seine rund sieben Jahre jüngere Schwester großziehen, da die Familie in den Vereinigten Staaten auch keine weiteren Verwandten mehr hatte. Seine Fußballlaufbahn begann er noch zu Lebzeiten der Eltern und war dabei bereits als Zwölfjähriger im Vereinsfußball aktiv.

In den Jahren 1933 bis 1937 kam er in der Fußballmannschaft der Sportabteilung seiner lokalen High School, der Bayonne High School, zum Einsatz und spielte parallel dazu ab 1933 in der Juniorenauswahl des Lokalvereins Bayonne Rangers. Da er bereits damals der größte Spieler in der Mannschaft war, wurde er zum Torhüter ernannt und behielt diese Position im Laufe seiner gesamten Fußballlaufbahn bei. Im Jahre 1935 stieg er in die Herrenmannschaft auf und war in dieser bis einschließlich 1936 aktiv. In weiterer Folge zog es ihn nach New York City, wo er beim semiprofessionellen Team New York Brookhattan in der American Soccer League unterkam, jedoch ausschließlich in der Reservemannschaft, der sogenannten B-Mannschaft, eingesetzt wurde. Nach seinem Abgang von der Bayonne High School war sein erster Beruf, der eines Hausmeisters bei einer T-Shirt-Fabrik in Bayonne, wo er sieben US-Dollar in der Woche verdiente. Nach nur einem Monat wechselte er bereits diesen Job und wurde Expedient bei der Raven Screen Co. in New York City, wo er bereits die doppelte Entlohnung erhielt. In späteren Jahren arbeitete er unter anderem für General Motors in Linden, New Jersey, wo er unter anderem als Metallbearbeiter auf einen Wochenlohn von 45 US-Dollar kam.

Über Hatikvoh F.C. und Swedish F.C. zu Brooklyn Hispano Da er 1937 bereits in Brooklyn als Fußballspieler aktiv war, zog es ihn in weiterer Folge innerhalb des Boroughs zum Hatikvoh F.C. mit Spielbetrieb in der National Soccer League of New York, kurz NSL oder NSL of NY. Mit diesem gewann er daraufhin im Jahre 1939 den National League Cup. Jedoch verlor er in dieser Zeit auch seinen Amateurstatus, da er zu den damals noch wenigen Spielern zählte, die Geld für das Fußballspielen (9 $ pro Spiel) erhielten, und verließ die Mannschaft noch im gleichen Jahr in Richtung Swedish F.C. Seinen Amateurstatus verlor er, nachdem die Verantwortlichen des Hatikvoh F.C. beim nationalen Verband bekanntgaben, dass er für seine Dienste eine Entlohnung erhielt, woraufhin er vom damaligen Sekretär des Verbandes, dem späteren Hall-of-Famer Joseph Barriskill, als Profispieler deklariert wurde. Dies passierte zu dieser Zeit vielen Spielern, wie unter anderem auch Jack Hynes, wodurch diese Spieler keine Chance mehr hatten, an den Olympischen Sommerspielen teilzunehmen. Bei diesem oftmals als „diktatorisch umgesetzt“ bezeichneten Vorgang hatten die Spieler keine Möglichkeit eine Beschwerde einzulegen oder um eine Anhörung zu bitten. Für die Mannschaft, die ihren Spielbetrieb ebenfalls in Brooklyn hatte, war der 1,85 m große Olaff bis 1941 aktiv und gewann mit der Mannschaft bereits im Jahr 1940 den zweiten National League Cup seiner bisherigen Karriere. Im Jahre 1941 schloss er sich dem ebenfalls aus demselben Borough stammenden Team Brooklyn Hispano an. Die Mannschaft hatte ihren Spielbetrieb in der American Soccer League und war dabei unter anderem ein Ligakonkurrent von New York Brookhattan. Im gleichen Jahr heiratete er auch seine damalige Freundin Doris Stanley (1922–2003), wobei er selbst zu diesem Zeitpunkt 21 und seine Ehefrau 18 Jahre alt war.

Nachdem er der Mannschaft von 1941 bis 1944 angehörte, konnte er in den Jahren 1943 und 1944 zwei Mal in Folge den US-amerikanischen Fußballpokal, damals National Challenge Cup genannt, gewinnen. Dabei setzte er sich mit seinem Team im Jahre 1943 in einem Wiederholungsspiel gegen Morgan Strasser aus Pittsburgh, Pennsylvania, durch und war auch im Jahr darauf gegen Morgan Strasser erfolgreich. Bereits zu diesem Zeitpunkt nahm nur eine begrenzte Anzahl an Mannschaften am Wettbewerb, da eine Vielzahl der Spieler im Zweiten Weltkrieg im Einsatz war. Vor dieser Finalbegegnung kündigten die Spieler einen Streik an und traten erst an, nachdem man ihnen eine Entlohnung von 30 US-Dollar pro Spieler für dieses Spiel versprochen hatte; die bis dahin höchste jemals ausbezahlte Summe. Im gleichen Jahr gelang der Mannschaft das Double, wobei man auch als Sieger der American Soccer League hervorging. Nach dem Pokalerfolg war es auch für Olaff soweit und er wurde von der U.S. Navy für den Kriegsdienst eingezogen. Bereits davor gehörte er der Navy an und war, während des bereits laufenden Krieges, als Diver First Class hauptsächlich an der Ostküste der Vereinigten Staaten stationiert, wo er unter anderem die diversen Ausbildungsstätten der Navy besuchte und parallel dazu weiterhin für Brooklyn Hispano aktiv war. Als er Ende des Jahres 1944 und das gesamte Jahr 1945 in Bari in Italien stationiert war, nahm er an verschiedenen Bergungsoperationen in der Adria teil. Erst im Jahre 1946 kehrte er wieder aus dem Krieg zurück und schloss sich erneut seinem vorigen Verein Brooklyn Hispano an. Dort wurde er unter anderem durch seinen Trainer Duncan Othen, der ihn wie einen Sohn behandelte und der für ihn ebenfalls eine Vaterrolle ausfüllte, gefördert und, nachdem er nach einer 0:6-Niederlage seine Karriere beenden wollte, zum Weitermachen motiviert. Des Weiteren kam er zu einem Regierungsprogramm, bei dem ihm für die folgenden 52 Wochen wöchentlich 20 US-Dollar ausbezahlt wurden, bis er einen neuen Job finden sollte. Dies dauerte jedoch in Olaffs Fall nicht lange, da er sich bereits im März 1946 der von H. Norman Schwarzkopf senior gegründeten New Jersey State Police anschloss. Diese war zum damaligen Zeitpunkt noch stark vom Militär beeinflusst und war noch kein wirkliches Exekutivorgan, wie es heute eines ist.

Polizeilaufbahn und Tätigkeit in Sicherheitsfirma Bei der State Police musste er mit den anderen State Troopers in Baracken leben und hatte im Monat vier Tag- und neun Nachtdienste, wobei er auf ein Monatsgehalt von 150 US-Dollar kam. Seine Karriere bei der New Jersey State Police dauerte in weiterer Folge bis 1975 an, wobei er im Laufe der knapp drei Jahrzehnte die Karriereleiter hinaufstieg und diverse Dienstgrade bekleidete. Dabei hatte er auch führende Positionen inne, darunter Ausbildner bei der Akademie, planender Officer, Deputy Superintendent oder Stabschef unter dem 1997 verstorbenen David B. Kelly. In den turbulenten 1960er Jahren war er in diversen Kommandopositionen im Einsatz, darunter bei den Unruhen von Newark 1967 oder bei der Bekämpfung des organisierten Verbrechens, die zur Verhaftung zahlreicher bekannter Mobster führte. Eine seiner herausragenden Leistungen bei der Polizei war auch der Aufbau der landesweit ersten State-Police-Unterwassereinheit, der NJSP Diving Recovery Unit, im Jahre 1958. Im Jahre 1966 war er, zum damaligen Zeitpunkt im Rang des Captains, unter anderem mit der Planung und der Sicherheit des historischen Treffens zwischen dem US-Präsidenten Lyndon B. Johnson und dem sowjetischen Präsidenten Alexei Nikolajewitsch Kossygin bei der Konferenz von Glassboro betraut. Im Jahre 1975 stieg er zum Colonel auf und wurde im gleichen Jahr zum Superintendent der New Jersey State Police ernannt. Da er in diesem Jahr 55 Jahre alt wurde und er somit das Höchstalter für seine Zwangspensionierung erreichte, hatte er diese Position nur für ein Jahr inne, ehe er aus dem Polizeidienst schied. Danach agierte er drei Jahre lang als Präsident der privaten Sicherheitsfirma Jafee Security Agency. Kurz darauf schloss er sich der von seinem ehemaligen Vorgesetzten David B. Kelly, den er einst in seinem Amt als Superintendent abgelöst hatte, gegründeten Sicherheitsfirma D.B. Kelly Associates an. Nachdem die Firma im Jahre 1978 lediglich 15 Mitarbeiter hatte, wuchs sie bis 1996, als sie verkauft wurde, auf 2.500 Mitarbeiter heran. Olaff selbst agierte 17 Jahre lang, bis 1995, als Präsident der Firma, ehe er 75-jährig in den endgültigen Ruhestand ging.

Weitere Fußballkarriere neben der Polizeilaufbahn Parallel zu seiner Polizeilaufbahn gehörte er in den nachfolgenden Jahren nach 1946 weiterhin der professionellen Fußballmannschaft Brooklyn Hispano an. Mit dieser gewann er unter anderem noch im Jahre 1946 den Lewis Cup, den Pokal für den Sieger des League Cups der American Soccer League. Olaffs Karriere bei der Polizei hatte auch einen klaren Einfluss auf seine internationale Fußballlaufbahn, wobei es ihm nie möglich war außerhalb des Nordostens der Vereinigten Staaten Spiele zu bestreiten. Deshalb hatte er auch oftmals spezielle Schichten, um an den Spielen von Hispano teilzunehmen. Aus diesem Grund musste Brooklyn Hispano auch seine Anzahl an Torhütern aufstocken, da es nie sicher war, ob Olaff für ein Spiel frei bekam. Als bester Torhüter der späten 1940er Jahre, als der er galt, absolvierte er unter anderem Spiele für die All-Star-Auswahl der American Soccer League gegen den FC Liverpool (1946), Djurgårdens IF (1948), sowie Schottland und Inter Mailand (beide 1949). Des Weiteren gehörte er auch der New-York-All-Star-Auswahl bei den Spielen gegen CF Atlante (1942), Hapoel Tel Aviv (1947), FC Liverpool (2 Spiele; 1946), Belfast Celtic (1949) und Manchester United (1950) an.