mini|Wappen der Oblaten des hl. Franz von Sales. Der Wappenspruch Tenui nec dimittam bedeutet „Ich habe ihn erfasst und lasse nicht mehr los“. V+J bedeutet Vivat Jesus, „Es lebe Jesus“

Die Oblaten des hl. Franz von Sales (, Ordenskürzel OSFS, nach lateinisch oblatus „dargebracht“) sind eine Ordensgemeinschaft in der römisch-katholischen Kirche. Sie wurden 1872 von Louis Brisson und Maria Salesia Chappuis in Troyes gegründet. 1875 erhielten sie die päpstliche Anerkennung.

Aufgaben Ihre Hauptaufgabe sehen die Oblaten darin, Lehre und Spiritualität des heiligen Franz von Sales zu leben und zu verbreiten. In der Ordensregel heißt es, dass die Oblaten die Aufgabe haben, „die Nachfolge Christi und den Dienst der Kirche in der modernen Welt zu verwirklichen, indem sie die Lehre des hl. Franz von Sales leben und verbreiten. Der Dienst der Kirche kann alle Formen annehmen, die die Zeichen der Zeit verlangen.“ Dies geschieht vor allem in der Pfarrseelsorge, in Schule und Erziehung, sowie in der Missionsarbeit. Ein besonderes Tätigkeitsfeld stellt die Verbreitung der salesianischen Spiritualität mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel dar.

Verbreitung mini|Eingang des Klosters in der Annagasse in Wien

Weltweit gibt es derzeit etwa 375 Oblaten (Stand: Januar 2025). Sie haben Niederlassungen auf vier Kontinenten, unter anderem in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, den Niederlanden, den Vereinigten Staaten, Mexiko, Haiti, Brasilien, Uruguay, Ecuador, Benin, Elfenbeinküste, Namibia, Südafrika und Indien.

In Deutschland sind bzw. waren die Oblaten des hl. Franz von Sales vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen tätig. Zentren sind dabei Eichstätt, Fockenfeld, Haus Overbach in Jülich-Barmen, Paderborn und Kloster Saarn Mülheim/Ruhr. In Österreich wirken sie vor allem in Wien und Oberösterreich. Zentren sind dabei Wien (Kirche St. Anna, Pfarre Franz von Sales, Kaasgrabenkirche), Schloss Dachsberg (Gymnasium), Pfarre Pöstlingberg.

Weiblicher Zweig Im Jahr 1866 wurden die Oblatinnen des Heiligen Franz von Sales gegründet.

Liste der Generaloberen Lfd. Nr.StandVorname NameGeburtHerkunftBeginn der AmtszeitEnde der AmtszeitTodBild1SeligerLouis Brisson (Louis)1817Frankreich18751908190880px|Seliger Louis Brisson2Jean-Baptist Deshairs1846Frankreich1908192119213Joseph Lebeau1860Frankreich, Österreich1921192519254Pierre Berthet1867Frankreich1925193719375Prosper Dufour1874Frankreich1937194919496Domenico Balducelli1886Italien1949196119697William Buckley1907Vereinigte Staaten1961197019708William Ward1915Vereinigte Staaten1970198119819Roger Balducelli1919Italien19821994201310Lewis S. Fiorelli1942Italien, Vereinigte Staaten1994200611Aldino José Kiesel1958Brasilien2006201812Barry R. Strong1955Vereinigte Staaten2018amtierend

Bekannte Sales-Oblaten Willem Christiaans (* 1961), Bischof von Keetmanshoop in Namibia Bernard Toha Wontacien (* 1970), Bischof von Djougou, Benin Georg M. Fangauer (1887–1956), Gründer des George Fangauer Council, Duncan/Oklahoma Manfred Karduck (* 1939), Lehrer, Chor- und Orchesterleiter. Gemeinsam mit dem Overbacher Jugendchor trug er ab Ende der 1960er Jahre maßgeblich zur Entstehung und Ausprägung des Sacropop bei. Andreas Laun (1942–2024), Weihbischof in Salzburg, Moraltheologe John Baptist Minder (1923–2009), Bischof von Keimoes-Upington Josef Pichler (* 1958), Komponist und Textdichter Franz Reisinger (1889–1973), Gründer des Säkularinstituts des heiligen Franz von Sales Benedict Schmitz (1935–2015), Künstler, Maler und Autor (gestaltete zahlreiche Kirchen, Altarräume, Kirchenfenster, Sakralgewänder, Kreuzwege sowie eine Vielzahl an Mosaiken) Josef Zeininger (1916–1995), Bischofsvikar für die Stadt Wien und Begründer der Katholischen Arbeiterjugend in Österreich

Internationale Kommission für Salesianische Studien mini|Offizielles Logo der Internationalen Kommission für Salesianische Studien (ICSS)

1976 gründeten die Oblaten des hl. Franz von Sales die Internationale Kommission für Salesianische Studien (ICSS). Diese Kommission hat die Aufgabe, auf internationaler Ebene die Verbreitung der salesianischen Spiritualität zu koordinieren und salesianische Projekte zu finanziellen Förderung vorzuschlagen. In einem zweimal jährlich erscheinenden Magazin, dem ICSS-Rundbrief, das mittlerweile in sechs Sprachen übersetzt wird, informiert ICSS über das weltweite Engagement der salesianischen Familie. Die Kommission setzt sich aus vier Ordensmännern zusammen, die jeweils eine eigene Sprachgruppe vertreten: Englisch, Spanisch-Portugiesisch, Französisch-Italienisch und Deutsch-Niederländisch. Auf der Internetseite der ICSS, kann man die Ausgabe des ICSS-Rundbriefes lesen und erhält Informationen über Franz von Sales und die salesianische Spiritualität in verschiedenen Sprachen.

Siehe auch Oblatinnen des hl. Franz von Sales Heimsuchungsschwestern

Weblinks Sales-Oblaten weltweit Sales-Oblaten, Deutschsprachige Provinz (Deutschland-Österreich-Schweiz) Sales-Oblaten, 100-jähriges Jubiläum der Österreich-Süddeutschen Provinz Lexikon zu Franz von Sales und die salesianische Spiritualität Stammbaum der salesianischen Familie

Einzelnachweise

Kategorie:Salesianischer Orden Kategorie:Männerorden Kategorie:Gründung einer religiösen Organisation 1872