Wangen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Mühlhausen im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.
Lage Das Dorf Wangen liegt am Fuße des Oberpfälzer Jura auf östlich des Ludwig-Donau-Main-Kanals.
Geschichte mini|Wegkreuz bei Wangen
Als 1376 die Reichsministerialen Stein das Klösterlein „Zum Heiligen Grab“ am Schlüpfelberg, unweit Sulzbürg, gewissermaßen als Filialkloster des Benediktinerklosters Plankstetten stifteten, gehörten zu den Gründungsgütern ein Haus und eine Hofstatt der Herren von Stein in Wangen sowie der halbe Groß- und Kleinzehent zu Wangen, den Weickmann der Hofer stiftete.Heinloth, S. 168; Atlasblatt Neumarkt, S. 107 1528 sprach Kaiser Karl V. den Wolfsteinern „alle Fraisch“ zu Wappersdorf, Weaersdorf (= Weihersdorf) und Wangen zu, nachdem der herzogliche Schultheiß zu Neumarkt dieses Recht „unbillig“ beansprucht hatte.Heinloth. S. 102 Wangen gehörte also den Wolfsteinern und zu deren sulzbürgischem Amt. Circa 1732 bildeten sechs Höfe mit dem Hirtenhaus das Dorf.Summarische Designation Der Gräfl. Wolffsteinischen Reichs-Lehen und Allodial-Güter, o. O., [nach 1732], S. 114 Als die Wolfsteiner 1740 ausstarben, erwarb der bayerische Kurfürst deren Besitz, darunter auch Wangen, das zu dieser Zeit aus fünf Untertanen (Höfen) bestand.Heinloth, S. 108 Pfarrlich ursprünglich zu Tauernfeld gehörend, wurde Wangen 1628, also bald nach der Gegenreformation, als die Pfarrei Tauernfeld aufgelöst wurde, mit Greißelbach in die Pfarrei Döllwang eingepfarrt.Buchner I, S. 182
Am Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Wangen aus fünf Höfen zweier Grundbesitzer: Der Unteren Hofmark Berngau gehörten die drei Höfe Großhauser, Schmid, Röckl sowie ein weiterer kleinerer Hof, dem Spital Freystadt der größte Hof, dessen Besitzer ebenfalls Röckl hieß. Hochgerichtlich unterstanden die Höfe dem herzoglich-bayerischen Schultheißenamt Neumarkt.Heinloth, S. 286
Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Döllwang gebildet, dem Wangen zugeordnet war und dem auch Greißelbach, Weihersdorf und Wappersdorf angehörte. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die Ruralgemeinde Döllwang, die nur Döllwang, Greißelbach und Wangen umfasste.Heinloth, S. 322 Unmittelbar vor der Gebietsreform in Bayern bestand die Gemeinde Döllwang nur noch aus Döllwang selber und der Neusiedlung Hacklsberg; Wangen war zu diesem Zeitpunkt einer von neun Gemeindeteilen der Gemeinde Wappersdorf.Heinloth, S. 322, 330 Diese wurde am 1. Januar 1974 nach Mühlhausen eingemeindet.
Unweit des Dorfes befindet sich ein sehenswertes Wegkreuz.
Einwohnerzahlen 1830: 70 (10 Häuser)Joseph Anton Eisenmann und Carl Friedrich Hohn: Topo-geographisch -statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, 2. Bd., Erlangen 1832, S. 985 1836: 78 (12 Häuser)Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 52 1871: 75 (25 Gebäude; Großvieh: 2 Pferde, 77 Rinder) 1900: 59 (12 Wohngebäude) 1937: 61Buchner I, S. 184 1961: 62 (14 Wohngebäude) 1970: 89 1987: 81 (22 Wohngebäude, 22 Wohnungen)
Verkehrsanbindung Wangen ist von Norden herüber eine Abzweigung von der Staatsstraße 2220 in Greißelbach und von Süden her über eine Abzweigung von der Bundesstraße 299 in Mühlhausen bzw. auf der Höhe von Wappersdorf, dem nächstgelegenen Ort, zu erreichen.
Literatur Repertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt, 1836 Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. Band I, Eichstätt 1937
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Mühlhausen (Oberpfalz) Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz