Anthering (Ãdaring im Flachgauer Dialekt) ist eine Landgemeinde im Norden des österreichischen Bundeslandes Salzburg mit Einwohnern (Stand ). Sie liegt 9 km nördlich der Landeshauptstadt Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung.

Geografie Die Gemeinde Anthering hat eine Fläche von Quadratkilometer und liegt nördlich des Salzburger Beckens in der Flyschzone, eingebettet zwischen dem Haunsberg im Norden (mit der Gemeindegrenze zu Nußdorf am Haunsberg) und dem Hochgitzen im Süden (in der Gemeinde Bergheim). Im Westen bildet die Salzach die Gemeindegrenze und gleichzeitig die Staatsgrenze zu Bayern; östlich von Anthering liegt das Gemeindegebiet der Kleinstadt Seekirchen am Wallersee.

Im Gemeindegebiet von Anthering befindet sich entlang der Salzach die Antheringer Au, teilweise ehemaliges Überschwemmungsgebiet der Salzach und ganzjährig genutztes Naherholungsgebiet. Zusammen mit der nördlich angrenzenden, bereits renaturierten Weitwörther Au wird die Antheringer Au ab 2029 den Naturpark Salzachauen bilden.https://www.salzburg.gv.at/magazin/seiten/schutz-fuer-mensch-und-naturhttps://www.salzachauen.at/besucherinfo/

Gemeindegliederung Anthering besteht aus den beiden Katastralgemeinden Acharting Anthering Als Ortschaften (im verwaltungstechnischen Sinn) befinden sich in der politischen Gemeinde Anthering (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Anthering ist Teil des Gerichtsbezirks Seekirchen am Wallersee.

Nachbargemeinden

Geschichte Das Gebiet des heutigen Anthering war bereits während der Römerzeit von etwa kurz vor Christi Geburt bis 500 besiedelt, was Funde von Gegenständen aus jener Zeit belegen.

Die jetzige Ansiedlung ist eine bajuwarische Gründung aus dem 6. Jahrhundert. Der Name Anthering geht zurück auf den Personennamen Antari (oder Anthari) und bezeichnet mit der Endung -ing ursprünglich die Wohnstätte einer Person dieses Namens und seiner Angehörigen.Franz Hörburger: Salzburger Ortsnamenbuch, bearbeitet von Ingo Reiffenstein und Leopold Ziller, hrsg. von der Salzburger Gesellschaft für Landeskunde, Salzburg 1982 Der Ort soll ursprünglich schon 788 als Antheringen in der Notitia Arnonis erwähnt sein; man nahm aber den Beleg von 790 ad Antheringas als ersten sicheren Beleg an und feierte das 1200-jährige Jubiläum der Gemeinde folglich erst im Jahr 1990.

Im Verlauf der Franzosenkriege kurz nach 1800 zog das Heer Napoleons durch das Gebiet von Anthering, wo der Feldherr auch übernachtet haben soll.

Heute ist Anthering als Landgemeinde geprägt vom dörflichen Charakter mit einer großen Anzahl an kleinen Ansiedlungen. Es weist die für einen solchen Ort übliche Infra- und Sozialstruktur auf (Grundschule, Gemeindeeinrichtungen, Freiwillige Feuerwehr, Musikkapelle etc.).

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Anthering Bauwerke

Katholische Pfarrkirche Anthering Mariä Himmelfahrt Kapellen BauernhöfeDehio-Handbuch Salzburg, 1986, S. 21: Als schützenswerte Gebäude sind folgende Höfe aufgeführt: Acharting 2 (Mittelflurhaus mit Fresken an der Eingangsfassade) und 23 (ehemaliges Zuhäusel); Anthering 1 (Mittelflurhaus), 21 (ehemaliges Zuhäusel), 28 (Mittertennhof) und 47 (ehemaliges Zuhäusel); Kobl 1 (Mittelflurhaus mit Fensterkörben bzw. -gitter und Holzportal mit zweiflügeliger aufgedoppelter Tür); Schönberg 2 (Mittertennhof mit überdachtem Ziehbrunnen) und 5 (Mittertennhof); Trainting 18 (renovierter Einhof mit Schlackenputzverzierung); Wurmassing 6 (hakenförmiger Mittertennhof); Würzenberg 17 (Mittertennhof). und Brechlbäder Maunzteufel (Skulptur)https://www.marterl.at/index.php?id=54&no_cache=1&oid=1598 Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege (1950 errichtet; Ehrenmal mit der Plastik eines knienden Kriegers vor einem Kreuz, am Sockel eine Inschrift in Gold; Anlage mit kleinen Grünflächen, abgetreppten Mauern und einer Wand mit erhöhtem, rund abschließendem Mittelteil; seitlich mit zwei massiven Eisenketten abgeschlossen)http://www.denkmalprojekt.org/2024/anthering_ehrenmal_bez-salzburg-umgebung_wk1_wk2_oe.htmlhttps://www.marterl.at/suche/detail-1?oid=1037 Dreigerichtesteinhttps://www.marterl.at/index.php?id=54&no_cache=1&oid=1826

Theater Theater Anthering (vormals Antheringer Laientheater)Seite des Theaters Anthering

Regelmäßige Veranstaltungen Aperschnalzen der örtlichen Schnalzergruppe im Jänner und Februar Frühjahrskonzert der MK Anthering

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 88 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 67 Vollerwerbsbauern. Im Produktionssektor arbeiteten 221 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 198 in der Bauwirtschaft und zwei in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (191) und soziale und öffentliche Dienste (105 Mitarbeiter). Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)8896100136Produktion4426421124Dienstleistung19388512380 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 1921 Erwerbstätige in Anthering. Davon arbeiteten 468 in der Gemeinde, mehr als drei Viertel pendelten aus. Dafür kamen 575 Menschen aus der Umgebung zur Arbeit nach Anthering.

Verkehr Bahn: Anthering verfügt über eine Station an der Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen, welche in die S-Bahn Salzburg integriert ist. Anthering ist von der Landeshauptstadt Salzburg halbstündlich, zeitweise viertelstündlich erreichbar. Straße: Die Gemeinde liegt an der Lamprechtshausener Straße (B 156). Fahrrad: Durch das Gemeindegebiet führt auch entlang der Salzach als Radfernweg der Tauernradweg.

Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat

Die Gemeindevertretung hat seit 2014 insgesamt 21 Mitglieder.

Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2004 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 12 ÖVP, 5 SPÖ, und 2 Liste für sparsame Verwaltung (19 Mitglieder) Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2009 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 14 ÖVP, 2 SPÖ, 2 Grüne, und 1 FPÖ. (19 Mitglieder) Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2014 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 14 ÖVP, 3 Grüne, 2 SPÖ, und 2 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2019 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 15 ÖVP, 2 SPÖ, 2 Grüne, und 2 FPÖ.Gemeindevertretungswahlen am 10. März 2019 nach Mandaten Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2024 hat die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 13 ÖVP, 4 Grüne, 2 FPÖ und 2 SPÖ.

Bürgermeister

bis 2004 Alois Ehrenreich 2004–2024 Johann Mühlbacher (ÖVP) seit 2024 Alois Mühlbacher (ÖVP)Georg Fink: Antherings neuer Bürgermeister ist ein Rechner mit Sinn fürs Gemeinwohl. Salzburger Nachrichten, 16. April 2024

Wappen Das Wappen der Gemeinde ist: „In rotem Schild aufwärtsgekreuzt ein goldener und ein silberner Schlüssel über einem aufragenden steinernen Schrannentisch.“

Persönlichkeiten

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Johann Mayer (1922–2005), Politiker (ÖVP) und Gendarmeriebeamter Kurt Wölfflin (1934–1998), Schriftsteller Helena Adler (1983–2024), Schriftstellerin

Literatur Alois Ehrenreich: Heimat Anthering: aus der Geschichte einer Flachgauer Landgemeinde; altes Bauernland zwischen Haunsberg und Salzach. (Hrsg. von der Gemeinde Anthering zur Feier der ersten Nennung des Namens vor 1200 Jahren.) Gemeinde Anthering, Anthering 1990.

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert