Die Grand Army of the Republic (GAR) war eine Bruderschaft aus Veteranen der Unionsarmee, der Union Navy, des United States Marine Corps und des United States Revenue Cutter Service, die im Amerikanischen Bürgerkrieg gedient hatten.Sons of the Union Veterans of the American Civil War: (engl.), abgerufen am 4. Februar 2017.

Gegründet wurde die GAR am 6. April 1866 in Decatur von Benjamin F. Stephenson. Nachdem das letzte lebende Mitglied, Albert Woolson, im Jahr 1956 im Alter von 106 Jahren starb, wurde die Einheit aufgelöst. Aufgrund der Erfahrung der angehörigen Soldaten wurde die Grand Army zur ersten politischen Interessenvertretung, welche Stimmrecht für afroamerikanische Kriegsveteranen einforderte und den US-Kongress dazu bewog, Veteranenpensionen einzurichten. Außerdem unterstützten sie Kandidaten der Republikanischen Partei. Die GAR half bei den Bestrebungen, den 1866 erstmals als Decoration Day ausgerufenen Gedenktag in Memorial Day umzubenennen und als offiziellen Feiertag anzuerkennen, was 1882 geschah.https://at.usembassy.gov/de/event/memorial-day-3/

Das Wappen, welches jedes Mitglied trug, ist der Congressional Medal of Honor nachempfunden. Die höchste Mitgliederzahl erreichte die Bruderschaft 1890 mit über 490.000 Angehörigen.New York Times: , abgerufen am 4. Februar 2017.

Geschichte

Im Zuge vieler Gründungen von Veteranengemeinschaften nach dem Sezessionskrieg gründete sich am 6. April 1866 auch die Grand Army of the Republic unter Dr. Benjamin F. Stephenson. Als de facto Arm der Republikanischen Partei wuchs die Bruderschaft in den politischen Machtkämpfen der Wiederaufbauzeit heran. Als jedoch das Interesse der Republikaner an der Reform der Südstaaten nachließ, kam auch die GAR in den frühen 1870ern ins Straucheln und viele lokale Niederlassungen wurden aufgegeben.Sons of the Union Veterans of the American Civil War: (engl.), abgerufen am 5. Februar 2017.

In den 1880er Jahren begann eine Wiederbelebung der Bruderschaft unter neuer Führung, welche zu starkem Wachstum führte. Auch wurde in dieser Zeit die Rente für Bürgerkriegsveteranen durchgesetzt. Im Zuge des Wiederaufbaus schlossen sich auch viele afroamerikanische Veteranen der Gemeinschaft an, denen durch die GAR zuvor das Wahlrecht zuteilwurde. Allerdings versäumte diese es, diese Pensionen auch für die farbigen Kriegsveteranen durchzusetzen.Grand Army of the Republic Museum: (engl.), abgerufen am 5. Februar 2017.

Mit steigenden Mitgliederzahlen wuchs auch der politische Einfluss. Von Ulysses S. Grant bis William McKinley verhalf die Bruderschaft verschiedenen US-Präsidenten ins Amt. Fünf Sezessionskriegsveteranen und Mitglieder der Grant Army of Republic wurden in dieser Zeit zum Präsidenten gewählt. Sie waren alle Republikaner. In dieser Zeit war es unmöglich, ohne die Unterstützung der GAR republikanischer Kandidat für das Präsidentenamt oder den US-Kongress zu werden.

Von 1866 bis 1949 hielten die Mitglieder ein jährliches Treffen mit Feier und Parade ab. Auf dem letzten Treffen im Jahr 1949 stimmten die verbliebenen Mitglieder dafür, die aktuellen Vorstandsmitglieder bis zum Ende beizubehalten. Nach dem Tod des letzten Bürgerkriegsveteranen im Jahr 1956 wurde die Organisation aufgelöst.Sons of the Union Veterans of the American Civil War: (engl.), abgerufen am 5. Februar 2017.

Denkmäler

mini|hochkant|Briefmarke von 1948 Neben zahlreichen Denkmälern in den ganzen Vereinigten Staaten sind die wohl Bekanntesten zwei Gedenkbriefmarken von 1948 und 1951.https://1847us.com/byyear/1951-year/ Ausschlaggebend war das Herausbringen von diversen Briefmarken der Nord- und Südstaaten seit Beginn des Krieges.

Außerdem ist die Benennung des Grand Army of the Republic Highway nach dem Verband zu nennen.Highway History: U.S. 6 - The Grand Army of the Republic Highway

Oberbefehlshaber Bild Name Beginn Ende Niederlassung Anmerkungen 100px|ohne Benjamin F. Stephenson 1866 1866 Illinois Gründer und vorläufiger Oberbefehlshaber, 6. April bis 21. November 1866. 100px|ohne Stephen Augustus Hurlbut 1866 1868 Illinois 100px|ohne John Alexander Logan 1868 1871 Illinois Veranlasste die „General Order No. 11“ am 5. Mai 1868, welche zum Memorial Day führte 100px|ohne Ambrose Everett Burnside 1871 1873 Rhode Island 100px|ohne Charles Devens 1873 1875 Massachusetts 100px|ohne John Frederick Hartranft 1875 1877 Pennsylvania 100px|ohne John Cleveland Robinson 1877 1879 New York 100px|ohne William Earnshaw 1879 1880 Ohio 100px|ohne Louis Wagner 1880 1881 Pennsylvania 100px|ohne George Sargent Merrill 1881 1882 Massachusetts Paul Vandervoort 1882 1883 Nebraska erkannte das National Women’s Relief Corps als offizielle Unterstützung an Robert Burns Beath 1883 1884 Pennsylvania 100px|ohne John S. Kountz 1884 1885 Ohio 100px|ohne Samuel Swinfin Burdett 1885 1886 Washington, D.C. 100px|ohne Lucius Fairchild 1886 1887 Wisconsin 100px|ohne John Patterson Rea 1887 1888 Minnesota 100px|ohne William Warner 1888 1889 Missouri 100px|ohne Russell Alexander Alger 1889 1890 Michigan 100px|ohne Wheelock Graves Veazey 1890 1891 Vermont 100px|ohne John Palmer 1891 1892 New York 100px|ohne Augustus Gordon Weissert 1892 1893 Wisconsin John G. B. Adams 1893 1894 Massachusetts 100px|ohne Thomas G. Lawler 1894 1895 Illinois 100px|ohne Ivan N. Walker 1895 1896 Indiana Thaddeus Stevens Clarkson 1896 1897 Nebraska John Peter Shindel Gobin 1897 1898 Pennsylvania James Andrew Sexton 1898 1899 Illinois Starb am 5. Februar 1899 während seiner Amtszeit William Christie Johnson 1899 1899 Ohio 100px|ohne Albert Duane Shaw 1899 1900 Pennsylvania Leo Rassieur 1900 1901 Missouri Eliakim „Ell“ Torrance 1901 1902 Minnesota 100px|ohne John Charles Black 1903 1904 Illinois Wilmon Whilldin Blackmar 1904 1905 Massachusetts Starb am 19. Juli 1905 während der Amtszeit John Rigdon King 1905 1905 Maryland 100px|ohne James R. Tanner 1905 1906 New York Robert Burns Brown 1906 1907 Ohio 100px Charles G. Burton 1907 1908 Missouri Henry Martin Nevius 1908 1909 New Jersey 100px|ohne Samuel Rinnah Van Sant 1909 1910 Minnesota John Edward Gilman 1910 1911 Massachusetts Harvey Marion Trimble 1911 1912 Illinois Alfred Bishop Beers 1912 1913 Connecticut 100px|ohne Washington Gardner 1913 1914 Michigan David James Palmer 1914 1915 Iowa 100px|ohne Elias Riggs Monfort 1915 1916 Ohio 100px|ohne William James Patterson 1916 1917 Pennsylvania Orlando Allen Somers 1917 1918 Indiana Clarendon E. Adams 1918 1919 Nebraska James David Bell 1919 1920 New York Starb am 1. November 1919 in der Amtszeit Daniel Munson Hall 1920 1920 Ohio William Alexander Ketcham 1920 1921 Indiana Lewis Stephen Pilcher 1921 1922 New York James William Willett 1922 1923 Iowa Gaylord Miller Saltzgaber 1923 1924 Ohio Louis Frederick Arensberg 1924 1925 Iowa John Baptist Inman 1925 1926 Illinois Francis Augustin „Frank“ Walsh 1926 1927 Wisconsin Elbridge Lafayette Hawk 1927 1928 Kalifornien John Reese 1928 1929 Nebraska Edwin J. Foster 1929 1930 Massachusetts James E. Jewel 1930 1931 Colorado Samuel P. Town 1931 1932 Pennsylvania William Parkinson Wright 1932 1933 Illinois starb am 15. Juni 1933 während seiner Amtszeit Russell C. Martin 1933 1934 Kalifornien Alfred Edwin Stacey 1934 1935 New York Oley Nelson 1935 1936 Iowa Carl Henry William Ruhe 1936 1937 Pennsylvania Overton H. Mennet 1937 1938 Kalifornien Robert McKee Rownd 1938 1939 New York John E. Andrew 1940 1940 Illinois Starb am 30. Juni 1940 während seiner Amtszeit Alexander T. Anderson 1940 1940 Pennsylvania William Washington Nixon 1940 1941 Kansas George Alvin Gay 1941 1942 New Hampshire John Simon Dumser 1942 1943 Kalifornien George H. Jones 1943 1944 Maine Isaac W. Sharp 1944 1945 Indiana Hiram R. Gale 1945 1946 Washington John Henry Grate 1946 1947 Ohio Robert McKee Rownd 1947 1948 New York Theodore A. Penland 1948 1949 Oregon

Literatur Mary R. Dearing: Veterans in Politics. The Story of the GAR. Greenwood Press, Westport 1974, ISBN 0-8371-7605-0 (unveränderter Nachdr. d. Ausg. Westport 1952)

Weblinks

The Grand Army of the Republic Grand Army of the Republic Records Project

Einzelnachweise

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