Dieser Artikel hat den FC Winterthur in der Saison 2016/17 zum Thema. Der FC Winterthur spielte in dieser Saison in der Challenge League, die er auf dem 6. Platz abschloss, nachdem er in der Rückrunde zwischenzeitlich den letzten Platz belegt hatte. Im Schweizer Cup schoss der FCW als Aussenseiter den BSC Young Boys im Viertelfinal aus dem Cup und schied im anschliessenden Halbfinal gegen den FC Basel aus.

Saisonverlauf Vorbereitung mini|Silvio im Dress des Wolfsberger AC Nach der eher mässigen vorhergehenden Saison kam es zu Beginn der neuen Saison zu einer Auswechslung eines Grossteils der Mannschaft. Bereits Ende vorherige Saison waren diverse Abgänge bekannt, neben dem altgedienten Stürmer Patrick Bengondo verliessen auch Ramon Cecchini, Claudio Holenstein, Marco Köfler, Musa Araz und Christian Fassnacht den Verein. Weitere Abgänge, die im Verlauf der Vorbereitung bekannt wurden, waren der zweite langjährige Offensivspieler João Paiva, der einen Vertrag zu schlechteren Bedingungen ausschlug, Tunahan Çiçek, der in die zweithöchste türkische Liga zu Boluspor wechselte, sowie das Duo Sandro Foschini und Sead Hajrović, die den Verein beide Richtung Wohlen verliessen. Vor Trainingsstart am 16. Juni waren bereits die Verpflichtungen des Offensivspielers Romain Dessarzin von Lausanne-Sport, des «Sechser» Krešo Ljubičić, ehemals Captain des konkursiten FC Biel, und von Nicola Sutter bekannt, der auf Leihbasis für ein Jahr von Thun nach Winterthur kam. Am zweiten Trainingstag unterschrieb der Aussenverteidiger Leandro Di Gregorio einen neuen Vertrag.. FC Winterthur, 22. Juli 2016 (mit Zeitungsberichten aus dem Landboten).

Die ersten Testspiele im Juni trug der FCW gegen den FC Rapperswil-Jona (2:2-Unentschieden), den FC Luzern und den SC Cham (je ein 4:2-Sieg) aus und testete auch in diesen ausgiebig weitere Spieler. Für die Offensive wurden Jordi Nsiala (Oberwallis Naters, 1. Liga), der aus Vaduz kommende Manuel Sutter sowie leihweise Luka Sliskovic verpflichtet. Letzte Verpflichtung in der Offensive war schliesslich der aus Österreich kommende brasilianische Stürmer Silvio. In der Defensive wurden der aus St. Gallen kommende Daniele Russo und der Rückkehrer Luca Radice verpflichtet, der bereits 2006 bis 2013 für Winterthur gespielt hatte. Ebenfalls ist Genc Krasniqi noch zu erwähnen, der trotz gültigem Vertrag in den Planungen von Trainer Sven Christ zwar keine Rolle mehr spielte: Er zog sich bei einem Testspiel mit den Stuttgarter Kickers einen Kreuzbandriss zu, wodurch ein Transfer zum Verein scheiterte. Weitere Testspiele im Juli wurden gegen den SC Brühl St. Gallen (2:0-Sieg), 1. FC Nürnberg (1:5-Niederlage), YF Juventus Zürich (3:2-Sieg) und FC Tuggen (0:2-Niederlage) ausgetragen. Als zweitletztes Testspiel trug der FCW am 18. Juni zudem noch ein Freundschaftsspiel gegen den FC United of Manchester aus, die «Red Rebels» gaben damit nach 2014 ein zweites Mal ein Gastspiel auf der Schützenwiese. Der FCW gewann 4:2. Am Ende der Vorbereitung umfasste die Mannschaft über zehn neue Spieler, die Transferwünsche des Trainers wurden damit gemäss seiner eigenen Aussage erfüllt.

Hinrunde mini|Die schlechte Sicht während des Nebelderbys auf der Schützenwiese Der FC Winterthur startete mit einem Auswärtsspiel mit einem fast völlig erneuerten Kader in die neue Saison, beim Startspiel vor 13'704 Zuschauern im Letzigrund gegen den Absteiger FC Zürich spielten lediglich vier Spieler der Startformation voriges Jahr bereits für die Winterthurer. In der ersten Hälfte der Hinrunde bot der FCW mit vier Siegen, drei Niederlagen und zwei Unentschieden eine Leistung im Ligadurchschnitt und belegte dementsprechend nach der 9. Runde den 5. Platz, er blieb zuletzt sogar in fünf Ligaspielen in Folge ungeschlagen. Danach ging es jedoch abwärts: In den restlichen neun Spielen konnten die Winterthurer mit vier Unentschieden lediglich vier Punkte holen, fielen damit auf den 8. Platz zurück und mussten mit nur fünf Punkten Polster auf den Tabellenletzten FC Schaffhausen in die Winterpause. Offensiv war der FCW im zweiten Meisterschaftsviertel auch kaum mehr gefährlich, seit dem 3:2-Sieg in der 9. Runde gegen Genf konnte der FCW in keinem Spiel mehr als ein Tor für sich verbuchen.

Die Hinrunde beendete der FCW mit dem Heimderby gegen den FC Zürich, das den Zuschauern der ausverkauften Schützenwiese wegen des dichten Nebels vor allem als «Nebelderby» in Erinnerung bleiben wird.. In: Toponline. 13. Dezember 2016. Bezogen auf dieses Spiel liess der FIFA-Präsident Gianni Infantino im Hinblick auf die gleichzeitig ausgetragene Klub-WM in Japan gegenüber dem Blick verlauten, dass jene neben dem Spiel zwischen Winterthur und Zürich untergehe.

Besser sah die Bilanz immerhin im Schweizer Cup aus: Dort stand der Verein aus der Eulachstadt nach Siegen gegen Yverdon Sports, FC Stade Lausanne-Ouchy und den FC Chiasso im Cup-Viertelfinal.

Rückrunde In die Vorbereitung zur Rückrunde startete der FCW bereits mit seinem ersten neuen Spieler, dem Basler U21-Nationalspieler Arxhend Cani, einem offensiven Mittelfeldspieler. Als weitere Verstärkungen wurden im Verlauf der Vorbereitung der Stürmer Rafhinha vom SC Brühl St. Gallen und Zlatko Hebib in der Innenverteidigung verpflichtet, der zuletzt für den zwangsrelegierten FC Biel gespielt hatte. Die Testspielbilanz war mit je 3 Siegen und Niederlagen ausgeglichen.. FC Winterthur, 14. Januar 2017 (mit Zeitungsberichten aus dem Landboten).

Der Start in die Rückrunde misslang dem FCW jedoch völlig, er verlor das Startspiel gegen den Tabellenneunten FC Chiasso sowie das Spiel gegen den Tabellendritten Servette Genf mit jeweils 1:4, und der Vorsprung auf das Schlusslicht Schaffhausen schmolz auf noch einen Punkt. In Reaktion darauf trennte sich der Verein von Trainer Sven Christ, wobei der Verein betonte, dass ausschliesslich sportliche Gründe zur Entlassung Christs geführt hätten.Sven Christ und der FCW trennen sich. In: Zürichsee-Zeitung. 14. Februar 2017. Für ihn übernahm vorerst als Interims- und später auch als definitive Lösung das Trainerduo Umberto Romano (bisher U18-Trainer) und Dario Zuffi (U21-Trainer) die Führung der 1. Mannschaft. Diese beiden hatten die 1. Mannschaft bereits in der vorhergehenden Saison während zweier Spiele vor der Winterpause interimsmässig geführt.Interimsduo übernimmt für entlassenen Sven Christ. In: SWI swissinfo.ch. 15. Februar 2017. Das Startspiel unter dem neuen Duo glückte der Mannschaft mit einem nach der Halbzeit gewendeten 2:1-Sieg gegen den FC Wohlen, danach folgte jedoch beim Eröffnungsspiel des LIPO-Parks gegen den FC Schaffhausen eine knappe Niederlage in der gleichen Höhe. Besser lief es den Winterthurern im Schweizer Cup gegen den Tabellenzweiten der Super League, den BSC Young Boys: Winterthur konnte einen 0:2-Rückstand in der zweiten Halbzeit aufholen und bezwang am Ende den Gastgeber im Stade de Suisse dank einem gehaltenen Penalty von Matthias Minder im Penaltyschiessen.

Trotz des Halbfinaleinzugs musste Winterthur jedoch nach einer 0:1-Niederlage auswärts gegen den FC Le Mont-sur-Lausanne die rote Laterne entgegennehmen. Dort verblieb der FCW während fünf Runden, zeigte jedoch auch mit seinen nachfolgenden Leistungen gegen Teams der Tabellenspitze, dass er hier sportlich nicht hingehört. Zwar verlor er im nächsten Spiel gegen den Tabellenzweiten Neuchâtel Xamax noch mit 0:1, konnte jedoch im nachfolgenden Spiel dem klaren Tabellenleader FC Zürich im Letzigrund ein 2:2 abtrotzen. Dieses Spiel veranlasste auch FCZ-Trainer Uli Forte zur Aussage, dass der FCW nicht absteigen werde, wenn er so weiterspiele. Es folgte noch ein weiteres 1:1-Unentschieden gegen Wil, bevor der FCW als Tabellenletzter der Challenge League den einsamen Leader der Super League, den FC Basel, zum Cuphalbfinal empfing. Das Spiel konnte der Meister aus Basel zwar erwartungsgemäss mit 3:1 für sich entscheiden, jedoch musste der FCB sich den Sieg bis zum Schluss erzittern, und wie bereits bei der gleichlautenden Halbfinalpartie in der vor fünf Jahren sorgte wieder ein umstrittener Penaltyentscheid von Schiedsrichter Sascha Amhof für Diskussionen: Dieser pfiff beim Stand von 0:0 einen Penalty für den FC Basel, obwohl der Winterthurer Captain Patrick Schuler den Ball zuerst gespielt hatte.

Nach dem Cup-Aus im Halbfinal folgte in der Meisterschaft eine Siegesserie von vier Spielen, mit der sich der FCW schliesslich wieder vom Tabellenende lösen konnte. Auch der Rest der Meisterschaft ging für den FCW mit zwei Siegen und drei Niederlagen noch ruhig zu Ende, nicht zuletzt auch, da diese ein weiteres Mal nicht auf sportlichem Weg entschieden wurde, weil der FC Le Mont-sur-Lausanne nicht gegen die erstinstanzliche Lizenzverweigerung rekurrierte und schliesslich als Neuntplatzierter abstieg; der FCW beendete die Meisterschaft auf Platz 6 mit sieben Punkten Vorsprung auf den Tabellenletzten aus Wil. Versöhnlich endete die Meisterschaft gegen den FC Chiasso auch für den zurücktretenden Michel Avanzini und den jahrelang für den FCW spielenden Captain Patrick Schuler, die beide in ihrem letzten Spiel auf der Schützenwiese nochmals ein Tor schossen.

Zur Saisonbilanz titelte Der Landbote, dass die Lücke zur Spitze immer grösser werde. Der sportliche Umbruch im letzten Sommer sei nicht gelungen, und zu viele Transfers seien missglückt. Auch hatte der Verein ein Jahr nach dem Rücktritt von Hannes W. Keller weiterhin keinen neuen Präsidenten.

Kader Kader, basierend auf Angaben der Website der Swiss Football League (SFL), abgerufen am 30. Dezember 2016 und 8. Juni 2017

NummerSpielerGeburtstagNationalitätIm Team seitLetzter Verein Tor 1 Matthias Minder 3. Februar 1993 2012 eigene Jugend18 Yannick Bünzli 31. Dezember 1994 2014 eigene Jugend26 David von Ballmoos 30. Dezember 1994 2015 BSC Young Boys U2136 Joël Zimmerli 5. Februar 1997 2016 eigene Jugend Abwehr 3 Tobias Schättin 5. Juni 1997 2014 eigene Jugend5 Guillaume Katz 14. Februar 1989 2015 FC Lausanne-Sport6 Michel Avanzini 28. März 1989 2015 Servette FC Genève14 Patrik Schuler 14. März 1990 2009 eigene Jugend20 Zlatko Hebib 28. Dezember 1990 2017 FC Biel25 Julian Roth 14. März 1998 2016 eigene Jugend29 Gianluca Calbucci 5. November 1996 2016 eigene Jugend31 Marc Schmid 28. Januar 1999 2016 eigene Jugend33 Daniele Russo 3. November 1985 2016 FC St. Gallen77 Leandro Di Gregorio 8. März 1992 2016 FC Zürich Mittelfeld 8 Krešo Ljubičić 26. September 1988 2016 FC Biel10 Robin Kamber 15. Februar 1996 2016 FC Vaduz13 Gianluca D’Angelo 13. März 1991 2013 AC Bellinzona16 Luca Radice 9. April 1987 2016 FC Aarau20 Sandro Stalder 20. April 1996 2016 eigene Jugend21 Marco Mangold 7. April 1987 2015 FC Thun22 Karim Gazzetta 1. April 1995 2016 Servette Genf23 Romain Dessarzin 9. November 1993 2016 FC Lausanne-Sport24 Rafhinha 2. März 1992 2017 SC Brühl St. Gallen28 Tiziano Lanza 3. Mai 1995 2014 eigene Jugend29 Gianluca Frontino 29. November 1989 2017 FC Schaffhausen30 Marco Trachsel 2. August 1996 2015 Grasshopper Club Zürich U2130 Arxhend Cani 2. August 1997 2017 FC Basel U2134 Nicola Sutter 8. Mai 1995 2016 FC Thun Angriff 7 Luka Sliskovic 4. April 1995 2016 FC Biel9 Manuel Sutter 8. März 1991 2016 FC Vaduz11 Silvio 1. Februar 1985 2016 Wolfsberger AC45 Jordi Nsiala 4. Mai 1994 2016 FC Oberwallis Naters

Transfers Transfers, basierend unter anderem auf Angaben der Website der Swiss Football League (SFL), abgerufen am 8. Juni 2017. Swiss Football League.