Der Landkreis Cuxhaven ist, gemessen an seiner Fläche, einer der größten Landkreise Niedersachsens und einer der größeren in Deutschland. Er ist der nördlichste Landkreis Niedersachsens und grenzt an die Nordsee. Mit einer Einwohnerdichte von etwa 97 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt der Landkreis unter der Hälfte des Bundesdurchschnitts.
Geografie Lage Seine Lage im Verhältnis zum restlichen Deutschland charakterisiert sich als eine Randlage, die durch die natürlichen Grenzen in der Elbe- und Wesermündung zu den benachbarten Gebieten verstärkt wird. Die Kreisstadt Cuxhaven stellt in diesem Gebiet dann noch einmal einen Punkt in Randlage dar.
Der Landkreis gehört sowohl zur Metropolregion Nordwest als auch zur Metropolregion Hamburg, wobei der Altkreis Land Hadeln mit der Stadt Cuxhaven eher nach Hamburg, der Altkreis Wesermünde unter anderem durch die direkte Autobahnverbindung A 27 eher nach Bremerhaven/Bremen tendiert.
Gliederung Gemeinden (Einwohner am )
Einheitsgemeinden Beverstedt () Cuxhaven, Kreisstadt, große selbständige Stadt () Geestland, Stadt, selbständige Gemeinde [Sitz: Langen] () Hagen im Bremischen () Loxstedt () Schiffdorf () Wurster Nordseeküste [Sitz: Dorum] ()
Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden * Sitz der Samtgemeindeverwaltung
1. Samtgemeinde Börde Lamstedt () Armstorf () Hollnseth () Lamstedt * () Mittelstenahe () Stinstedt ()
2. Samtgemeinde Hemmoor () Hechthausen () Hemmoor, Stadt * () Osten ()
3. Samtgemeinde Land Hadeln () Belum () Bülkau () Cadenberge () Ihlienworth () Neuenkirchen () Neuhaus (Oste), Flecken () Nordleda () Oberndorf () Odisheim () Osterbruch () Otterndorf, Stadt * () Steinau () Wanna () Wingst ()
Ehemalige Gemeinden Die folgende Liste enthält alle ehemaligen Gemeinden, die dem Landkreis Cuxhaven seit 1977 angehörten mit den Daten ihrer Eingemeindungen. Gemeinde eingemeindetnach Datum derEingemeindung Appeln Beverstedt 1. November 2011 Bad Bederkesa Geestland 1. Januar 2015 Bokel Beverstedt 1. November 2011 Bramstedt Hagen im Bremischen 1. Januar 2014 Cappel Wurster Nordseeküste 1. Januar 2015 Dorum Wurster Nordseeküste 1. Januar 2015 Drangstedt Geestland 1. Januar 2015 Driftsethe Hagen im Bremischen 1. Januar 2014 Elmlohe Geestland 1. Januar 2015 Flögeln Geestland 1. Januar 2015 Frelsdorf Beverstedt 1. November 2011 Geversdorf Cadenberge 1. November 2016 Heerstedt Beverstedt 1. November 2011 Hollen Beverstedt 1. November 2011 Kirchwistedt Beverstedt 1. November 2011 Köhlen Geestland 1. Januar 2015 Gemeinde eingemeindetnach Datum derEingemeindung Kührstedt Geestland 1. Januar 2015 Langen Geestland 1. Januar 2015 Lintig Geestland 1. Januar 2015 Lunestedt Beverstedt 1. November 2011 Midlum Wurster Nordseeküste 1. Januar 2015 Misselwarden Wurster Nordseeküste 1. Januar 2015 Mulsum Wurster Nordseeküste 1. Januar 2015 Nordholz Wurster Nordseeküste 1. Januar 2015 Padingbüttel Wurster Nordseeküste 1. Januar 2015 Ringstedt Geestland 1. Januar 2015 Sandstedt Hagen im Bremischen 1. Januar 2014 Stubben Beverstedt 1. November 2011 Uthlede Hagen im Bremischen 1. Januar 2014 Wremen Wurster Nordseeküste 1. Januar 2015 Wulsbüttel Hagen im Bremischen 1. Januar 2014
Nachbarkreise Im Mündungsgebiet der Weser in die Nordsee ragt das Gebiet der kreisfreien Seestadt Bremerhaven (Land Bremen) in das Kreisgebiet. Die Küstenlinie verläuft in nördlicher Richtung bis Cuxhaven, dort grenzt der Landkreis Cuxhaven an die zu Hamburg gehörende Insel Neuwerk. Ab dort bildet die Elbe in östlicher Richtung bis zur Grenze mit dem Landkreis Stade eine natürliche Grenze. Weitere benachbarte Landkreise sind im Uhrzeigersinn die Landkreise Rotenburg (Wümme), Osterholz und – westlich der Weser – Wesermarsch.
Bodenverhältnisse und Geologie Den Untergrund im Gebiet des Landkreises bilden im Wesentlichen die Moränen und Schmelzwasserablagerungen der Saaleeiszeit, der vorletzten Vereisungsperiode des Pleistozäns. Diese formen die sandigen Rücken der Geest mit ihren typischen Findlingen aus Granit und Gneis, wie die Nord-Süd verlaufenden Höhenzüge der Wingst und des Westerberges, sowie der Hohen Lieth (Wurster Heide). Die Endmoränen der letzten Vereisung (Weichseleiszeit) haben das Gebiet nicht mehr erreicht. Deshalb sind die Geländeformen hier sehr viel sanfter und flacher, als z. B. in der „Holsteinischen Schweiz“.
Abgesehen von kleinen, umgelagerten Sedimentresten aus dem Tertiär und elstereiszeitlichem „Lauenburger Ton“, finden sich nur noch bei Hemmoor ältere Gesteine: die weiße „Schreibkreide“ aus der geologischen Formation Kreide. Es handelt sich um dieselben Schichten, die auch die berühmten Kreidekliffs auf Rügen bilden. Bis zur Schließung des Werks in Hemmoor wurden diese Gesteine zur Produktion von Portland-Zement abgebaut.
Mit Beginn des Holozäns erfolgte durch das Abschmelzen der Gletscher ein deutlicher Meeresspiegel-Anstieg. Die küstennahen Niederungen wurden überflutet; in den Senken im Landesinneren, wie den Niederungen der Geeste, Lune und Drepte, bildeten sich wegen des gleichzeitig ansteigenden Grundwasserspiegels die ersten Niedermoore.
In der Hadler Bucht und in der Wesermündung formten sich nun ausgedehnte Wattflächen. Jedes Mal, wenn das Watt überspült wurde, fielen die im Seewasser mitgeführten Schwebstoffe aus und lagerten sich nach und nach in leicht erhöhten Marren, oder Platen ab. Aus diesen sandigen Schlickbänken bildeten sich die heutigen „Hochländer“, die Seemarschen Land Hadeln, Land Wursten und Landwürden. Die Unterläufe der heutigen Flüsse Medem und Oste entwickelten sich aus Prielen im Watt.
mini|Betroffenes Gebiet bei einer „kleinen“ Sturmflut von nur 4,50 m bei einem Deichbruch am Glameyer-Stack, Otterndorf. In den Randgebieten zur Geest, die durch die Marren von der offenen See abgeschnitten waren, bildeten sich jedoch nur Brackwasser- und Flussmarschen, die heutigen „Sietländer“ (von niederdeutsch: siet = niedrig), später auch Niedermoore.
In Niederungen mit besonders ungünstigen Abflussverhältnissen kam es sogar zur Bildung von Hochmooren, wie Ahlenmoor, Langes Moor, Hymenmoor und Königsmoor, mit Torfmächtigkeiten von zwei bis sechs Metern, stellenweise sogar bis zu acht Metern. Erst durch die neuzeitliche Kultivierung und Entwässerung wurde das Moorwachstum gestoppt. Die Torfmoose wurden zunächst durch Heide und Zwergsträucher verdrängt, diese dann durch Pfeifengras und Birken. Besonders im Ahlenmoor bemüht man sich heute aber wieder um die Wiedervernässung und Renaturierung der Moorflächen.
Abgesehen von anderen Gebieten an der deutschen Nordseeküste findet sich eine ähnliche Verbindung von so unterschiedlichen Landschaften, wie Watt, Marsch, Moor und Geest nur noch im Wash an der Küste von Lincolnshire und Norfolk (Großbritannien).
Die Lage an Elbmündung und zur Nordsee bringen die Gefahr mit sich, dass im Falle eines Deichbruchs bei einer Sturmflut das häufig nur wenig über dem Meeresspiegel liegende Kreisgebiet zu weiten Teilen überflutet werden würde. Ein mögliches Szenario für das Land Hadeln wird im Artikel Glameyer-Stack beschrieben.
Großstädtische Einzugsbereiche Der ländlich strukturierte Landkreis Cuxhaven besteht aus dem eher nach Hamburg ausgerichteten Altkreis Land Hadeln und dem eher nach Bremerhaven und Bremen ausgerichteten Altkreis Wesermünde. Um dieser unterschiedlichen Ausrichtung Rechnung zu tragen, ist er sowohl Teil der Metropolregion Hamburg als auch der Metropolregion Nordwest.
Historische und institutionelle Einzugsbereiche Bezogen auf die historische Entwicklung gehört der Landkreis Cuxhaven größtenteils zum früheren Territorium Bremen-Verden, das sich über das Elbe-Weser-Dreieck erstreckte. Zu diesem gehören neben dem Landkreis Cuxhaven die heutigen Landkreise Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade und Verden. Viele Einzugsbereiche kirchlicher, kultureller, gesellschaftlicher oder sozialer Institutionen wie Handelskammer, evangelischer Kirchensprengel, Landschaftsverband und andere orientieren sich bis heute an den Grenzen dieses historischen Gebietes. Das Territorium Bremen-Verden bildete später mit der Landdrostei Stade und dem Regierungsbezirk Stade eine Kontinuität. Letzterer ging 1978 im seit 2004 ebenfalls nicht mehr existierenden vergrößerten Regierungsbezirk Lüneburg auf. Die Stadt Cuxhaven gehörte historisch zu Hamburg, während das Land Hadeln einen eigenständigen Bereich bildete. Beide gingen ebenfalls letztlich im alten Regierungsbezirk Stade auf.
Geschichte Zur Geschichte der Region vor 1866 → siehe auch: Geschichte von Hadeln und Wursten Zur Geschichte der Region nach 1885 → siehe auch: Geschichte des Landkreises Cuxhaven
Der Landkreis Cuxhaven wurde 1977 aus der ehemals kreisfreien Stadt Cuxhaven sowie den Landkreisen Land Hadeln und Wesermünde gebildet.
Verwaltungsreformen Innerhalb des Landkreises kam es in den vergangenen Jahren zu Kommunalreformen. Weitere Reformen sind geplant. So kam es zu Fusionen der Samtgemeinden Hadeln und Sietland. 2011 wurde die Samtgemeinde Beverstedt in eine Einheitsgemeinde umgewandelt, 2014 erfolgte die Umwandlung der Samtgemeinde Hagen in eine Einheitsgemeinde. 2015 wurden die Fusion der Samtgemeinde Bederkesa mit der Stadt Langen zur Stadt Geestland und die Fusion der Samtgemeinde Land Wursten mit der Gemeinde Nordholz zur Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste umgesetzt. 2016 wurden die Fusion der Samtgemeinden Am Dobrock und Land Hadeln sowie der Zusammenschluss von Geversdorf und Cadenberge vollzogen.
Einwohnerstatistik 400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Cuxhaven (Datenquelle: Zensus 2011.)
Datum Einwohner 1977 192.201 1987 189.702 1992 194.964 1997 200.636 2002 206.304 Datum Einwohner 2007 202.933 2008 202.124 2009 201.188 2010 200.464 2011 199.443 Datum Einwohner 2012 197.433 2013 196.607 2017 198.100 2018 198.213 2020 198.826 (jeweils zum 31. Dezember)
Konfessionsstatistik Gemäß der Volkszählung 2011 waren (Stand 9. Mai 2011) 61,2 % der Einwohner evangelisch, 6,7 % römisch-katholisch und 32,2 % waren Sonstige (konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe).Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 09.05.2011, Religion) Tabelle 1000X-1014 Personen: Religion, abgerufen am 21. September 2024 Der Anteil der Protestanten an der Gesamtbevölkerung sinkt seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt, während der Anteil der Sonstige jährlich um 1 Prozentpunkt steigt. Gemäß dem Zensus 2022 (Stand 15. Mai 2022) waren 49,4 % der Einwohner evangelisch, 6,5 % katholisch und 44,0 % waren Sonstige.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion) Tabelle 1000A-1018 Personen: Religion, abgerufen am 21. September 2024
Religion Traditionell ist das Gebiet evangelisch-lutherisch geprägt. Die Gemeinden gehören zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Nach dem Krieg haben sich durch Zuzug vieler Heimatvertriebener, Aussiedler aus Ostmittel- und Osteuropa sowie Gastarbeiter aus Südeuropa große katholische Gemeinden gebildet, die zum Bistum Hildesheim gehören. In den Orten Ringstedt und Holßel gibt es außerdem zwei Evangelisch-reformierte Kirchengemeinden, die zur Ev.-ref. Landeskirche in Leer gehören. Durch Kirchenaustritte sind die großen christlichen Kirchen Umstrukturierungsprozessen unterworfen. Ferner leben im Kreisgebiet u. a. Muslime, Angehörige von Freikirchen und Zeugen Jehovas.
Politik Kreistag Der Kreistag Cuxhaven besteht aus 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für einen Landkreis mit einer Einwohnerzahl zwischen 175.001 und 200.000 Einwohnern. Die Mitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Das im Diagramm rechts dargestellte Wahlergebnis der Kreistagswahl am 12. September 2021 führte zu folgender Sitzverteilung im Kreistag: