China Zhongwang Holdings Limited (chinesisch: 中国忠旺控股有限公司) ist der weltweit zweitgrößte Produzent und Entwickler von Aluminium-Extrusionsprodukten, und der größte in Asien. Der Schwerpunkt des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften liegt in erster Linie auf der Entwicklung von Leichtbauteilen im Transport-, Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Energietechnik. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in der Provinz Liaoning, Volksrepublik China.
Hauptgeschäftsfelder China Zhongwang ist hauptsächlich in der Produktion von hochpräzisen, großformatigen und hochwertigen industriellen Aluminium-Extrusionsprodukten tätig, die vorwiegend im Transportbereich (u. a. für Eisenbahn Passagier- und Frachtwagons, Leichtzüge, U-Bahnen, Autos, Lastkraftwagen, Schiffe, Luft- und Raumfahrt), im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der elektrischen Energietechnik genutzt werden. Der Konzern hat drei synergetische Hauptwirtschaftszweige, nämlich Aluminium-Extrusion, Tiefenverarbeitung und Flach-Längswalzen. Diese Unternehmensfelder arbeiten zusammen auf der Basis von vor- und nachgelagerter Ressourcenteilung.
Geschichte und Konzerngröße China Zhongwang wurde im Jahr 1993 durch Liu Zhongtian gegründet und besitzt oder betreibt mehr als 90 Aluminium-Extrusionsproduktionslinien, einschließlich 21 Produktionslinien mit Extrusionspressen von 75MN oder schwerer. 2012 wurden von China Zhongwang zusätzlich zwei ultra-schwere 225MN Extrusionspressen bestellt, von denen eine im Verlauf des Jahres 2017 einsatzbereit sein wird, während die zweite derzeit in einer Extrusionsanlage installiert wird (Stand August 2016).
Im Dezember 2010 wurde dem Unternehmen vom China National Accreditation Service for Conformity Assessment (CNAS) das Zertifikat als „State Accredited Enterprise Technology Centre“, „State CNAS Laboratory“, Liaoning Engineering and Technology Research Centre, und Liaoning Post-Doctoral Research Centre verliehen.
2011 expandierte China Zhongwang in das Geschäftsfeld der Tiefenverarbeitung und hat seitdem eine Reihe von tiefverarbeiteten Produkten, z. B. industrielle Aluminiumpaletten, Aluminium-Hochgeschwindigkeitszugwagen für gebirgige Regionen, Aluminiumchassis für Omnibusse, sowie Aluminiumkörper und Teile für Personenkraftwagen, entwickelt.
Ebenfalls seit 2011 arbeitet China Zhongwang an der Verwirklichung einer neuen Produktpalette bestehend aus flachgerolltem Aluminium mit hoher Wertschöpfung. Die industrielle Produktionsanlage dafür in Tianjin befindet sich derzeit in der letzten Testphase. Weitere Investitionen für die zweite Projektphase werden bis 2018 abgeschlossen sein. Letztendlich soll das Flachwalzenprojekt eine Jahresproduktionskapazität von drei Millionen Tonnen haben, wodurch es zur größten Aluminiumflachwalzproduktionsanlage der Welt werden würde.
Jüngste Entwicklungen Im Oktober 2011 kündigte China Zhongwang mehrere große Transaktionen im Zusammenhang mit der Entwicklung seines synergetischen Aluminium-Flachwalzengeschäfts an. Das Unternehmen begann mit der planmäßigen Entwicklung des Projekts und traf zusammen mit drei unabhängigen Drittanbietern insgesamt sechs Gerätekaufvereinbarungen, die durch zwei hundertprozentige Tochterunternehmen abgewickelt werden sollen. Den Vereinbarungen zufolge wird China Zhongwang rund USD 3,8 Mrd. (ca. HKD 29,5 Mrd.) investieren, die zwischen 2011 und 2014 in vier Raten in das Projekt fließen sollen. Der Vertrag sieht außerdem den Kauf von Warm- und Kaltumformwalzwerken zur Herstellung von mittel- bis hochdicken Platten- und Plattenprodukten vor, sowie den von Schmelzöfen, Gießstraßen, Abschrecköfen und Wärmebehandlungsöfen. Unter anderem soll auch die Nebenproduktion von mittel- bis hochdicken Platten- und Plattenprodukten sowie von Aluminiumfolienwalzwerken eingeleitet werden. Der Vertrag ist die erste Phase in der Entwicklung der Aluminium-Flachwalzproduktionsbasis, die eine geschätzte jährliche Produktionskapazität von 1,8 Millionen haben wird.
Im März 2016 veröffentlichte China Zhongwang Holdings Limited die Details einer vorgeschlagenen Ausgliederung seines Aluminium-Extrusionsgeschäfts. Das Unternehmen hatte mit der CRED Holding Co. Limited einen Kaufvertrag über den Erwerb der gesamten Beteiligung an der Liaoning Zhongwang Group Co. Ltd. abgeschlossen. Durch das Abkommen wird Liaoning Zhongwang, eine Tochtergesellschaft China Zhongwangs, für RMB 28,2 Mrd. (USD4,3 Mrd.) an die CRED Holding Co. verkauft. Im Gegenzug soll Zhongwang die Mehrheitsanteile an CRED Holding erhalten und für Notierung an der Shanghai Stock Exchange in Betracht gezogen werden. Des Weiteren tritt Liu Zhongtian als Präsident von China Zhongwang zurück und wird durch Lu Changqing ersetzt.
Im Februar 2017 lösten China Zhongwangs Pläne für den Bau einer neuen Aluminiumfabrik in Daqing, Provinz Heilongjiang, Massenproteste in der Bevölkerung aus. Demnach wurde befürchtet, dass die Fabrik zu erheblicher Umweltverschmutzung in der Region beitragen würde, obwohl Zhongwang darauf beharrte, dass alle Umweltauflagen der Regierung erfüllt worden seien. Die Behörden der Stadt Daqing ließen als Reaktion auf die Proteste verlauten, das Bauprojekt einer weiteren Überprüfung zu unterziehen.
Gründung und Geschäftsführung Liu Zhongtian ist Vorstandsvorsitzender von China Zhongwang Holdings. Vor der Gründung von China Zhongwang im Jahr 1993, arbeitete Liu Zhongtian für Futian Chemical and Liaoning Chengcheng Plastics und diente als Vorsitzender einer Fabrik in Liaoyang. Seit 29. Januar 2008 ist er der Executive Director von China Zhongwang Holdings Limited und übernahm auch dessen Vorsitz ab 1. August desselben Jahres. 2002 erhielt Liu ein Diplom in Verwaltungsmanagement von der Liaoning Radio and TV University in China. Lius Vermögen sowie das seiner Familie wurde 2016 von Forbes auf $3,2 Mrd. geschätzt.
Am 22. März 2016 trat Liu Zhongtian als Präsident zurück, blieb dem Konzern aber in leitender Position als Vorstandsvorsitzender erhalten. Am selben Tag übernahm Lu Changqing den Posten als Präsident.
Name Titel Herr Liu Zhongtian Gründer, Vorsitzender, geschäftsführender Direktor Herr Lu Changqing Präsident und geschäftsführender Direktor Herr Gou Xihui Vizepräsident und geschäftsführender Direktor Herr Chen Yan Aufsichtsratsmitglied Frau Zhong Hong Aufsichtsratsmitglied Herr Wong Chun Wa Unabhängiges Aufsichtsratsmitglied Herr Wen Xianjun Unabhängiges Aufsichtsratsmitglied Herr Shi Ketong Unabhängiges Aufsichtsratsmitglied Herr Roy Lo Wa Kei Unabhängiges Aufsichtsratsmitglied Mr. Kot Man Tat Finanzchef
Finanzergebnisse Für das am 31. Dezember 2015 endende Geschäftsjahr erzielte China Zhongwang einen Umsatz von rund 16,2 Mrd. RMB, womit es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielten Umsatz von rund 16,0 Mrd. RMB ein leichtes Plus einfahren konnte. Der Bruttogewinn lag bei rund 5,3 Mrd. RMB, im Jahr 2014 waren ungefähr 4,5 Milliarden. Der Anteil der Aktionäre am Eigenkapital beläuft sich auf rund 2,8 Mrd. RMB (zum 31. Dezember 2014: rund 2,5 Mrd.) und die Bilanzsumme beläuft sich im Vergleich zum Vorjahr auf rund 1,7 Mrd. RMB (ca. 53,8 Mrd.).
Im selben Geschäftsjahr lag das Umsatzvolumen des Aluminium-Extrusionsgeschäfts bei rund 750.049 Tonnen (31. Dezember 2014: rund 746.534 Tonnen). Die Umsatzerlöse des Aluminium-Extrusionsgeschäfts beliefen sich auf 15,4 Mrd. RMB (31. Dezember 2014: ca. 15,2 Mrd. RMB).
Das Verkaufsvolumen in der Tiefenverarbeitungssparte stieg um 15,5 % von 63.359 Tonnen (2014) auf 73.177 Tonnen 2015. Gleichzeitig konnte der Jahresumsatz um 13,0 % von ungefähr RMB 1,7 Milliarden im Jahr 2014 auf RMB 2,0 Milliarden gesteigert werden.
ERGEBNISSE (aktuell bis Ende 2015) Geschäftsjahr zum 31. Dezember (in RMB '000) 2015 2014 2013 2012 2011 Umsatz 16,171,246 15,971,218 14,306,751 13,497,170 10,305,694 Jahresüberschuss der Gesellschaftseigentümer 2,804,981 2,477,020 2,126,625 1,806,783 1,105,027
VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN Stand zum 31. Dezember (in RMB '000) 2015 2014 2013 2012 2011 Gesamtvermögen 71,400,726 53,769,415 40,353,143 33,649,698 27,774,599 Gesamtverbindlichkeiten 45,409,728 29,440,823 20,714,251 16,141,715 12,097,070 Gesamteigenkapital der Gesellschaftseigentümer 25,990,998 24,328,592 19,638,892 17,507,983 15,677,529
Börsengang China Zhongwang ging im Mai 2009 an der Hong Kong Stock Exchange mit 1,4 Mrd. Aktien (25,9 % seines Aktienkapitals) mit einem Wert von HK$ 7,0 pro Aktie an die Börse (Wertpapiernummer: HKEX 01333).
Der Börsengang war der größte des Jahres und beschaffte dem Unternehmen Kapital im Wert von $1,26 Mrd. Der Börsengang erfolgte durch Citic Securities, J.P. Morgan und UBS.
Auslandsaktivitäten China Zhongwang exportiert seine extrudierten Produkte in über ein Dutzend Länder, darunter unter anderem die USA, Belgien, die Niederlande, Deutschland, und das Vereinigte Königreich. Im ersten Halbjahr 2016 machten Überseeverkäufe 15,8 % des Gesamtumsatzes von China Zhongwang aus. Die folgende Tabelle detailliert den Umsatz nach Kundenstandort:
Land Umsatz (RMB '000) % des Gesamtumsatzes USA 949,112 12.37 Belgien 41,008 0.53 Niederlande 40,889 0.53 Deutschland 36,252 0.47 Vereinigtes Königreich 31,156 0.41 Andere 112,201 1.46
Im Jahr 2014 gründete der Konzern neue Tochterunternehmen in Japan und Deutschland, um diese Märkte erschließen zu können.
Im Sommer 2014 äußerten amerikanische Aluminiumkonzerne Besorgnis bezüglich eines 850,000-Tonnen-Extrusionslagers in San José Iturbide, Mexiko, wo sich eine von Zhongwangs Aluminicaste-Anlagen zum Schmelzen von Aluminium befindet. Daraufhin wurde ein Antidumping-Verfahren eingeleitet und die Einführung von Gegenzöllen geprüft.
Anonymen Quellen zufolge ist China Zhongwang Holdings Ltd an einer illegal Praxis zur Umgehung von US-Handelstarifen namens „Transshipping“ beteiligt. Demnach werden Extrusionsprodukte aus China in Länder wie z. B. Mexiko exportiert, wo sie dann erneut eingeschmolzen und als Rohaluminium in die USA weiterverkauft werden. Die China Nonferrous Metals Industry Association (CNMIA) bestritt diese Vorwürfe vehement und bezeichnete sie als “ernsthaft von der Realität entfernt.”
Der Import von Extrusionen aus China sowie das Umschmelzen in Rohaluminium ist weder illegal, noch sind Instanzen bekannt, in denen dies gegen ein Gesetz verstoßen hätte. Dennoch waren US-Konzerne besorgt darüber, dass der Verkauf der so ins Land gelangten Produkte einen Preisverfall der Inlandspreise zur Folge haben könnte. Der Wert des in San José Iturbide gelagerten Aluminiums belief sich laut anonymen Quellen auf einen Wert von $2 Mrd., was ungefähr 6 % der weltweiten Aluminiumlagerbestände entsprechen würde. China Zhongwang stritt alle Vorwürfe des Fehlverhaltens ab und bekräftigte stattdessen, dass es keine Produktionsbasis außerhalb Chinas habe, und dass nur 15 % des Gesamtumsatzes auf Exporte entfielen. Außerdem seien solche „umgekehrten“ Herstellungspraktiken für keinen Hersteller kommerziell praktikabel, wodurch der Vorwurf nur ein mangelndes Verständnis des chinesischen Besteuerungssystems widerspiegele.