Buchberg ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Lage Das Dorf befindet sich ca. 1,25 km westlich des Hauptorts Sengenthal. Die Kreisstraße NM18 verläuft an der östlichen Bebauungsgrenze des Ortes und mündet rund 350 m nordöstlich von Buchberg in die Bundesstraße B299.
Das Dorf liegt langgestreckt auf rund am südöstlichen Hang des gleichnamigen, 591 m hohen Zeugenberges, westlich vor dem Stufenhang zur Weißjurafläche der nördlichen Frankenalb.
Geschichte Auf dem Gipfelplateau des Buchberges befinden sich als frühgeschichtliche Bodendenkmäler mit zwei Ringwällen die Reste eines keltischen Oppidums. Die Anlage auf dem Hauptmassiv sowie auf dessen Nordausläufer umfasste eine Fläche von 24 Hektar und wurde vermutlich als Wohn-, Wehr- sowie Kultstätte genutzt.Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH (Hg.): Der Ring der Zeugenberge, Nürnberg 2009, S. 18
Buchberg wurde wohl erstmals um 1274 genannt; im Salbuch des Herzogs Ludwig des Strengen heißt es, dass zum herzoglichen Amt „Perngaw“ (Berngau) „uv dem Puchberge“ zwei Güter gehören.Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, 5 (1839/40), S. 85
In Kurbayerischen Akten wird das Dorf um das Jahr 1285 in der Schreibweise "aput Puchberch", im Jahre 1295 "Puĕchperg iuxta Novumforum" und in 1326 als "Auf dem Puchperg ... Puchperch" vermerkt.
1320 fand der Neumarkter Schultheiß Heinrich von Buchberg Erwähnung; es hatte einen Adelssitz am Buchberg gegeben, von dem noch geringe Reste in den 1920er Jahren vorhanden waren.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt, 39 (1924), S. 5 Spätere Besitzer waren die von Rindsmaul (Adelsgeschlecht); 1412 verkauften Hans und Hartung Rindsmaul den Zehent an den Bayernherzog Johann.Heinloth, S. 257, Fußnote 48 Als 1420 das Kloster Gnadenberg auf dem Eichelberg bei Sindlbach von Pfalzgraf Johann von Neumarkt und seiner Gattin gegründet wurde, gehörte zur Dotation auch deren Besitz in Buchberg.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt, 44 (1929), S. 51
Kirchlich gehörte Buchberg zur Pfarrei Berngau und deren Filiale Reichertshofen (1867 zur Pfarrei erhoben). 1616 zeigt ein Einnahmeverzeichnis der Pfarrei Berngau, dass in Buchberg der Großzehent von fünf Häusern dem Pfarrer zustand, von zwei Häusern hälftig dem Pfarrer und dem Kloster Gnadenberg und von einem Haus dem Pfarrer ein Drittel und zwei Drittel dem Amtsknecht in Pölling.Buchner I, S. 100 1670 lebten in Buchberg 15 Familien, die den Großzehent dem Kurfürsten, den Kleinzehent dem Pfarrer gaben.Buchner I, S. 102
Am Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte Buchberg zur Oberen Hofmark Berngau und unterstand hochgerichtlich dem herzoglich-baierischen Schultheißenamt Neumarkt.Heinloth, S. 257
Im Königreich Bayern war Buchberg zunächst dem zwischen 1810 und 1820 gebildeten Steuerdistrikt Reichertshofen zugeordnet.
Mit dem Königlichen Gemeindeedikt von 1818 wurde dann die Ruralgemeinde Stauf gebildet, die aus den beiden Orten Stauf und Buchberg bestand.Heinloth, S. 329 mini|Ortskapelle 1834 baute die Ortsgemeinde eine Kapelle ohne Messlizenz.Buchner I, S. 103 Gemäß der Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bestand Buchberg aus 42 Gebäuden mit 126 Einwohnern; an Großvieh waren zwei Pferde und 107 Stück Rindvieh vorhanden.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Spalte 886
Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde die Gemeinde Stauf aufgelöst. Während der Ort Stauf selbst bei der Kreisstadt Neumarkt eingemeindet wurde, ist der Ortsteil Buchberg am 1. Juli 1972 der Gemeinde Sengenthal angegliedert worden.
Hinterpuchperg In der Nähe ist „Hinterpuchperg“ abgegangen, das 1274 als herzoglich-bayerischer Besitz erwähnt wurde.Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, 5 (1839/40), S. 85
Einwohnerzahlen 1830: 98 (20 Häuser)Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 137 1836: 120 (20 Häuser)Popp, S. 41 1861: 122 (42 Gebäude, Schloss)Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 711 1871: 126 (42 Gebäude, Schloss)Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, Spalte 881 1900: 109 (23 Wohngebäude, Schloss)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 869 1938: 118Buchner II, S. 453 1961: 166 (34 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 553 1987: 532 (151 Wohngebäude, 177 Wohnungen)
Baudenkmäler
Vereine Freiwillige Feuerwehr Buchberg Obst- und Gartenbauverein Buchberg
Bekannte Söhne und Töchter Buchbergs Julian Wittmann, Jurist, Kommunalpolitiker, Erster Bürgermeister der Stadt Lichtenfels, Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung in Bayern, Landtagsabgeordneter (MdL)
Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. und II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937 und 1938
Weblinks
Einzelnachweise
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