Georg-Friedrich Wolf (* 11. Juli 1962 in Freiburg) ist ein deutscher Stahlbildhauer. Seine künstlerischen Schwerpunkte sind monumentale Installationen mit dem Werkstoff Stahl zu zeitgenössischen Themen.
Leben Nach dem Fachabitur und der Gesellenprüfung arbeitete Wolf drei Jahre als Schlossergeselle. Es folgten zwei Jahre der Wanderschaft, die ihn bis nach Israel, USA, Pakistan und Indien führten. Dabei entstanden internationale Verbindungen und auch Ausstellungsbeteiligungen, u. a. in Ann Arbor (USA) und Tel Aviv (Israel). Nach seiner Heimkehr erlangte Wolf den Meisterbrief als Metallgestalter und Restaurator für historische Metallarbeiten.
Im Hofgut Habitzheim im Odenwald (Hessen), wo er 1990 sein „Atelier für angewandte und bildende Kunst“ eröffnete und bis 2018 behielt, fand er die räumlichen Voraussetzungen, um seine bildhauerischen Visionen, die große Dimensionen an Raum und Gewicht erfordern, zu verwirklichen. Im Januar 2019 bezog er eine neue Wirkungsstätte auf einem umgewandelten Fabrikgelände, ehedem Firma Schenck, in Darmstadt als „Atelier und Projektraum Halle 109“.
Im Juni 2026 wurde Wolf im Rahmen der Open-Air-Ausstellung scultura 2026 der Baden-Badener Rabe 2026 verliehen, ein mit 5.000 € dotierter Kunstpreis, gestiftet von der KUBERAS-Stiftung für das Wahre-Gute-Schöne."Baden-Badener Rabe 2026" verliehen, Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Baden-Baden
Wolf lebt und arbeitet in Darmstadt.
Künstlerische Schwerpunkte Wolfs erste Arbeiten im öffentlichen Raum entstanden bereits in frühen Lebensjahren. Dazu zählen Werke in der Profanarchitektur, im Kirchenbau, sowie prominente Restaurierungen und Rekonstruktionen. Wolfs Reisen in den Orient und Okzident, das Studium von Geschichte, Religion, Kultur und Technik spiegeln sich in seinen Werken. „Durch meine Reisen in der arabischen Welt, in Asien und Indien sowie durch mein Geschichtsinteresse habe ich mich mit Fragen der Kommunikation, der Menschheitsgeschichte, der Völkerverständigung und Toleranz beschäftigt.“ Neben den kulturhistorischen Aspekten sind es die aktuellen Fragen von Zusammenleben und Toleranz, Fragen zur Beherrschbarkeit der Natur und den Grenzen des Wachstums, von denen Wolfs Werke erzählen.
Wolfs Arbeiten sind im Prinzip abstrakt, widerspiegeln aber häufig Ereignisse, an denen der Betrachter teilnehmen soll. Wolf sucht den Dialog mit dem Betrachter. In den späten 1990er Jahren waren es Industriematerialien, Kräftespiel und Dekonstruktion, die seine Skulpturen prägen. Später begannen seine Arbeiten mehr und mehr Geschichten zu transportieren, bei denen sein Material maßgeblich die Aussage transportiert oder selbst entscheidender Teil der Aussage ist. Diese Geschichten thematisieren die Auseinandersetzung zwischen Mensch und Natur – Mensch und Mensch – Mensch und Material – Mensch und Technik und treffen im Kern Kunstform und Lebensraum.
Wolfs Arbeiten – oft in großen Dimensionen angelegt – sind geprägt von der Faszination für sein Material, den Stahl, kalkulierte Proportionen und charakterstarke Oberflächenbearbeitung.
Ausstellungen (Auswahl) 2012: The Squaire, Flughafen Frankfurt Main: The Missing PieceAusstellungskatalog the Missing Piece Wolf zur Ausstellung 14.11.- 29.11.2012 2015: „mainart“ in Erlenbach, Frankenhalle: Sehnsucht (Puzzle) 2016: Festival Oranienstein, Schloss Oranienstein, Diez an der Lahn 2017: Neue Galerie Berlin: Torso Reflections 2017: Documenta 14 Kassel, documenta-Halle 2018: Brüdernkirche, Braunschweigisches Landesmuseum 2019: Wirkbau ChemnitzWirkbau Chemnitz 2019: Kunstquartier Bethanien BerlinKunstquartier Bethanien Berlin 2019: Skulpturen im Park in Mörfelden-Walldorf 2019: Museion Bozen – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst 2019: Halle 109 Darmstadt: Die Erben des Prometheus 2019–24: "Kunst trotz(t) Ausgrenzung", Diakonie Deutschland 2020/21: Institut für Neue Technische Form, Darmstadt Friedensplatz: Erzengel Michael 2023: Technische Universität Darmstadt, im Schlossgraben: Out of Petrol 2023: Museum Villa Rot, Roter Salon 2023: Torrance Art Museum, Los Angeles 2023: Kunsthalle Weishaupt, Ulm 2024: Art Karlsruhe, Galerie Reiz, Zürich 2024: Galerie Netuschil, Darmstadt: Feuer und Asche 2025: Blickachsen, Bad HomburgGeorg-Friedrich Wolf, blickachsen.de 2025/26: Skulpturenpfad Mühlbachpromenade, Freundeskreis Neue Skulptur Darmstadt e. V.Skulpturenpfad Mühlbachpromenade - Ort für Neue Skulptur, Darmstadt-Wixhausen 2026: scultura 2026, Baden-Badenscultura 2026, Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Baden-Baden
Werke im öffentlichen Raum (Auswahl) Residenzschloss Darmstadt Schlossgraben: Skulptur Out of Petrol Merck Darmstadt Hauptverwaltung Eingangshalle: Skulptur (Mobile) einer archimedischen Schraube Hochhaus „Campino“ in Darmstadt, Eschollbrücker Straße 4: Skulptur Kornkreiskrone auf dem Dach. Diese Skulptur von 2014 wurde 2017 nach einem richtungweisenden Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt wieder an ihren ursprünglichen Platz gesetzt, da ihr Standort auf dem Dach des Hochhauses zum ursprünglichen künstlerischen Konzept gehöre. Die 7 Meter breite Skulptur aus vergoldeten Muranoglas-Mosaiken, deren künstlerische Wirkung wesentlich durch das morgendliche Sonnenlicht begünstigt wird, war vom neuen Eigentümer des Hochhauses zunächst entfernt worden.Darmstädter Echo vom 16. Januar 2017 Rückkehr mit HindernissenFAZ 14. Januar 2017 Die "Kornkreiskrone" kehrt zurück Skulptur Gesprengte Ketten an der Rathenau-Villa, Berlin Skulptur Fingerprint IV am Alten Elektrizitätswerk Brandenburg
Kirchen-Innenraum (Auswahl) Kirche St. Ludwig, Darmstadt: Weihwasserbecken und Opferleuchter Stadtkirche Michelstadt: Leuchter und Altarkreuz Dominikanerkloster Worms: Leuchter und Weihrauchsäule Pauluskirche, Darmstadt: Psalm/Schriftplatte
Installationen/Land Art 2014: Projekt The Missing Piece - Strandgut: An der rauen Küste des Nordatlantik installierte SkulpturengruppeBegleitheft Wolf The Missing Piece Sehnsucht, Budersand Hotel Hörnum: Im Mittelpunkt steht eine von Stahlstreifen umschlossene Holzkugel, daraus ragen geschmiedete Nägel – ein immer wiederkehrendes Motiv von Wolf. Zur Installation gehört ein Film mit einer Geschichte zum Fund dieses „Wracks“. 2015: Land Art auf der Seiser Alm: Skulpturen Sehnsucht und Erdenschwere, dazu in einer Blickachse auf dem höchsten Punkt der Seiseralm die Skulptur Fingerprints (Gewicht 4 Tonnen!)Darmstädter Echo vom 20. August 2015 Fingerzeig auf der Seiser Alm 2016: Projekt ShipsoulDarmstädter Echo vom 1. März 2016 Der Geist alter Ozeanriesen: Skulptur, errichtet zusammen mit dem indischen Maler Ratnadeep Gopal Adivrekar am Strand von Alang in Indien, einem Schiffsabwrackplatz, aus 4,5 Tonnen Stahlschrott. 2016/17: Projekt Odyssee (oder Floß),Integrative Kunst Performance, Presseheft zur Produktion der Odyssee 2016, wolf-werk.comDarmstädter Echo vom 9. November 2016 Das Floß beim Kanzleramt, zuerst aufgestellt im Winter 2016/17 auf dem Gelände des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin. Diese Installation wurde unter tatkräftiger Mithilfe von Flüchtlingen gebaut. Flüchtlinge schmiedeten in der Schmiede in Habitzheim auch die zahlreichen an der Skulptur verwendeten Nägel, die in der bildnerischen Idee von Wolf eine essentielle Rolle spielen: als bleibende Teile im vergänglichen Umfeld der anderen Materialien wie dem verrottenden Holz. Die monumentale Skulptur (Höhe 9 Meter, Gewicht ca. 7 Tonnen) kam 2018 zunächst in die Documenta-Halle in Kassel, um von dort an weiteren Plätzen in Deutschland ausgestellt zu werdenFrankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. Oktober 2017, S. 36 Die Odyssee geht auf Reisen mini|Installation Odyssee am ersten Standort nahe dem Bundeskanzleramt
Restaurierungen (Auswahl) Hochzeitsturm in Darmstadt: Restaurierung der Turmhaube und neues Wappen in Bronze am EingangsportalDarmstädter Echo vom 16. April 2008 Neues Stadtwappen fürs Portal Jugendstilbad in Darmstadt: Neuanfertigung der historischen Messingleuchten (2011) Löwentor (Reliefs von Bernhard Hoetger) zur Rosenhöhe in Darmstadt Portaltüren der Stadtkirche Walldorf
Literatur WOLF.STAHL MUSS ES SEIN, mit einem Geleitwort von Danièle Perrier und einem Werkverzeichnis, ISBN 978-3-87390-518-4 Artikel in: UBI BENE (Mannheimer Morgen) Winter 2015, S. 96, Eisenzeit Georg-Friedrich Wolfs Stahlplastiken. Technische Universität Darmstadt (Hrsg.): Kunst trifft Universität. Kunstwerke an der TU Darmstadt, Darmstadt 2020.
Weblinks wolf-werk.com - offizielle Website des Künstlers
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Darmstadt) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Mann