mini|Crista zygomaticoalveolaris, Schädel seitlich mini|Crista zygomaticoalveolaris, Schädel von vorne Die Crista zygomaticoalveolaris ist eine Knochenleiste beidseits am Oberkiefer des Menschen. Sie liegt am Übergang vom Jochbein (Os zygomaticum) zum Oberkiefer (Maxilla) oberhalb des ersten Molaren (großer Backenzahn). Die beiden Cristae zygomaticoalveolares gehören neben dem Stirnnasenpfeiler (Crista nasomaxillaris) und den paarigen Flügelgaumenpfeilern (Crista pterygomaxillaris) zu den fünf vertikalen Stützpfeilern des Mittelgesichts. Die Crista zygomaticoalveolaris bildet einen Teil der Außenwand der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) und des Processus alveolaris maxillae (Knochenteil in dem sich die Alveolen (Zahnfächer) befinden). Kranial (oberhalb) der Crista zygomaticoalveolaris liegt das Foramen infraorbitale, durch das der Nervus infraorbitalis austritt. Die Knochenfläche beträgt bei Erwachsenen etwa 1,5 – 2 cm2.
Die genaue anatomische Struktur der Crista zygomaticoalveolaris wurde bisher von keiner wissenschaftlichen Arbeit systematisch erfasst.Insa Kristin Wiedemann, Die Crista zygomaticoalveolaris des Menschen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Eignung als Spenderregion bei der Gewinnung von intraoralen Knochentransplantaten, Dissertation, Medizinischen Hochschule Hannover 2014, . Abgerufen am 31. Januar 2017.
Oralchirurgische Bedeutung mini|links|LeFort-I-Fraktur Die Crista zygomaticoalveolaris wird im Rahmen eines Sinuslifts in Form eines Knochendeckels präpariert. Sie kann ebenso in begrenztem Umfang zur Gewinnung intraoraler Knochentransplantate zur Augmentation von Knochen bei oralchirurgischen Verfahren verwendet werden. Die Crista zygomaticoalveolaris wurde 2005 als intraorale Spenderregion eingeführt. Insbesondere nach einer Zahnextraktion kommt es im Oberkieferfrontzahnbereich im Bereich der labialen (lippenwärts gerichteten) Lamelle zu Resorptionen, die präimplantologisch aufgebaut werden müssen. Für solche Situationen bietet die Crista zygomaticoalveolaris durch ihre konvexe Form eine Möglichkeit der Rehabilitation der Jugae alveolariae (Vorwölbungen der knöchernen Zahnfächer) ohne zusätzliche aufwändige Bearbeitungsmaßnahmen eines sonst zur Transplantation vorgesehenen Knochenteils oder spätere Weichgewebsaufbauten.D. M. Yates, H. C. Brockhoff u. a.: Comparison of intraoral harvest sites for corticocancellous bone grafts. In: Journal of oral and maxillofacial surgery: Official journal of the American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons. Band 71, Nummer 3, März 2013, S. 497–504, doi:10.1016/j.joms.2012.10.014, PMID 23422150.Kai-Hendrich Bormann [alias Kai-Hendrik Bormann], C. Stühmer, Nils-Claudius Gellrich, Präimplantologische Rekonstruktion des Alveolarfortsatzes, Wehrmedizin und Wehrpharmazie 2/2009. Abgerufen am 31. Januar 2017.Uwe Held, Kai Hendrik Bormann [alias Kai-Hendrik Bormann], Rainer Schmelzeisen, Nils-Claudius Gellrich, , Schweiz Monatsschr Zahnmed, Vol 115: 8/2005, S. 693–699. Abgerufen am 31. Januar 2017.
Bei einer LeFort-I-Fraktur ist die Knochenkontinuität an der Nasenöffnung und an der Crista zygomaticoalveolaris oft tastbar unterbrochen.
Einzelnachweise
Kategorie:Schädel Kategorie:Oberkiefer Kategorie:Knochenbruch Kategorie:Kieferchirurgie