David Dees (* 1958; † 31. Mai 2020) war ein amerikanischer Grafiker aus Louisville im US-Staat Kentucky. Er zeichnete seit 1996 für die Kinderzeitschrift Sesamstraße und die Kulturindustrie von Hollywood. Der Künstler stand im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien und Antisemitismus in der Kritik.
Leben Neben Arbeiten für die Sesamstraße zeichnete er auch Cartoons und Bilder für Kinder und arbeitete für die Konzerne Warner Brothers Animation und Disney Home Video.
Nach Dees’ eigenen Angaben will er von 2003 bis 2010 an einem geheimen Ort in Schweden gelebt haben, bis ihn die schwedische Regierung im Herbst 2010 aufgefordert habe, das Land zu verlassen. Dees gab im März 2020 bekannt, dass bei ihm ein Melanom im Endstadium festgestellt worden war und er eine schulmedizinische Therapie ablehne; er zog sich daraufhin zurück. Am 31. Mai 2020 erlag er seinem Krebsleiden.https://lailasnews.com/international/david-dees-death-obituary-how-did-david-dees-die-cause-of-death/
Rezeption Die Verwendung einer Illustration von Dees für ein Schulbuch des Klett-Verlages sorgte Anfang 2017 international für Aufsehen.Menachem Rephun: , JPUpdates.com, 29. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017Un éditeur de livres scolaires allemand s’excuse pour un contenu antisémite, The Times of Israel, 27. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017 Nachdem die ak[due]ll - Studentische Zeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet einen Artikel über die antisemitische Karikatur veröffentlicht hatte,, ak[due]ll, 21. Januar 2017 erschienen auch Artikel im Vice-MagazinPhilipp Frohn: Wie es eine antisemitische Karikatur in deutsche Schulbücher geschafft hat, Vice, 26. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017 und der taz,Philipp Frohn: Antisemitische Karikatur in Schulbuch: Ein „bedauerlicher Fehler“, die tageszeitung, 31. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017 wodurch öffentlich wurde, dass Klett zur Erläuterung der Bankenkrise 2007 eine Illustration Dees verwendete, bei der ein vom Bankhaus Rothschild gesteuerter Pac-Man den europäischen Kontinent verschlingt. Der Klett-Verlag stoppte die Auslieferung des Buches. Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck kritisierte, dass „die Illustration vier Jahre lang an Schulen genutzt werden konnte, ohne dass jemand ihren deutlichen Antisemitismus bemerkt oder etwas gegen das Lehrbuch unternommen hätte.“Hannelore Crolly: Wenn im Schulbuch jüdische Banker die EU auffressen, Die Welt, 29. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017Anja Kühne: "Unsägliches Elaborat": Schulbuchverlag druckte antisemitische Grafik, Der Tagesspiegel, 31. Januar 2017, abgerufen am 1. Februar 2017 Die Anti-Defamation League hiellt Dees für einen Verschwörungstheoretiker, Holocaustleugner und Antisemiten.David Dees: Conspiratorial Artist, Anti-Defamation League, 20. Juni 2008, abgerufen am 30. Januar 2017
Veröffentlichungen The Political Art of David Dees. Band 1, 2006–2013: Karikaturenbuch. Verlag Der Schelm, Leipzig 2016, ISBN 978-3-9818167-5-4. The Art of David Dees. Volume 2, Eigenverlag, ISBN 978-1-5136-1575-2. Dees. Vol. 3, Eigenverlag Dees. Vol. 4, Eigenverlag
Weblinks
The Art of David Dees Ashley Feinberg: How a Sesame Street Illustrator Became the Truther Scene's Golden Boy, Gawker, 15. Juli 2015 Eine antisemitische Karikatur ist in einem deutschen Schulbuch gelandet, The Huffington Post, 26. Januar 2017 (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Grafiker (Vereinigte Staaten) Kategorie:Person des Antisemitismus Kategorie:Vertreter einer Verschwörungstheorie Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann