Kemetberg ist eine Ortschaft und gleichnamige Streusiedlung in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Maria Lankowitz im Bezirk Voitsberg in der Steiermark. Kemetberg ist zugleich auch der Name einer Katastralgemeinde von Maria Lankowitz. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ).

Lage und Geographie Kemetberg liegt im zentralen Teil der Marktgemeinde Maria Lankowitz, nordwestlich des Ortszentrums. Der Ort liegt auf den vom Brandkogel, über den Bundschuh und den Laudonkogel nach Süden und Osten streichenden Hängen. Im Süden wird der Ort durch den Lauf des Gößnitzbach begrenzt.

Durch den Ort verläuft keine größere Straße, sondern nur die Kemetbergstraße, die Maria Lankowitz mit dem Alten Almhaus verbindet.

Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde bestehen neben der gleichnamigen Ortschaft und Streusiedlung Kemetberg auch noch die Streusiedlungen Oberberg, Mitterberg und Niederberg sowie Pechgraben.

Geschichte Zu den ältesten Siedlungsspuren bei Kemetberg zählt nicht genau datierte prähistorische Keramik, die östlich des Alten Almhauses gefunden wurde. Der heutige Ort Kemetberg entstand auf einem hochmittelalterlichen Rodungsgebiet mit ausgedehnten Almen. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1318 als Chemenaten circa Choeflach. Weitere Erwähnungen datieren 1381 bis 1399 als In Kemnaten, 1423 als an der Chemnat, um 1450 als an dem Keumat sowie schließlich um 1756 als Kemetberg. Der Ortsname leitet sich vom Dativ-Plural der mittelhochdeutschen Bezeichnung kemenâte für ein beheizbares Gebäude oder eine Kemenate ab, die später um den Namenszusatz -berg ergänzt wurde. Der Name nimmt dabei entweder Bezug auf eine beheizbare Herberge, die es in der Gegend gab, oder bezeichnet einen von der Sonne beschienenen Ort.

Am Bundschuh, in der Nähe des Bauernhöfe vulgo Klingel und Kollmitzer befinden sich Pestgräber. Deren Entstehungszeit ist unbekannt, sie dürften aber im Zusammenhang mit dem Pestausbruch im Jahr 1627 stehen.

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Kemetbergs im Verlauf der Jahrhunderte zu verschiedenen Herrschaften. Da Kemetberg im Marchfutterurbar von 1265 fehlt, dürfte der Ort zur Grundherrschaft Piber und damit zum Stift St. Lambrecht gehört haben. Später hatten die Herrschaften Altenberg, Greißenegg (mit dem Amt Weyern), Kleinkainach (mit dem Amt Piberstein), Lankowitz (mit dem Amt Kirchberg), Lannach, Plankenwarth (mit dem Amt Köflach), sowie Reiteregg (mit dem Amt Gößnitz) Untertanen im Ort. Ein Teil der Bewohner gehörten zur Pfarrgült von Köflach. Der Zehnt ging an die Herrschaft Lankowitz. Der Ort war Teil des Werbbezirks Lankowitz.

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde der Kemetberg eine freie Ortsgemeinde. Im Jahr 1919 scheiterte eine erste geplante Zusammenlegung mit Maria Lankowitz. Am 1. März 1951 wurde die Gemeinde Kemetberg aufgelöst und nach Maria Lankowitz eingemeindet.

Wirtschaft und Infrastruktur Kemetberg ist land- und forstwirtschaftlich geprägt, wobei hier in der Vergangenheit vor allem auch die Almwirtschaft eine größere wirtschaftliche Rolle spielte. Bereits um 1840 wurde jährlich bis zu 50 Pferde des Gestütes Piber auf die Farnleitenalm getrieben. Die Forstwirtschaft und auch der Wandertourismus sind von wirtschaftlicher Bedeutung. An Kemetberg führte auch die alte Weinstraße vorbei, die von Maria Lankowitz auf die Stubalpe führte. Diese Straße verlor ab etwa 1835 durch die Gaberl Straße immer mehr an Bedeutung.

Am 12. Juni 1932 wurde der Löschzug Kemetberg der Freiwilligen Feuerwehr Lankowitz gegründet, dieser wurde am 19. Mai 1946 neu gegründet und ist seit dem 10. Mai 1962 eine selbstständige Feuerwehr.

Der Ort ist nach Lankowitz eingepfarrt, nachdem er bis 1786 von der Pfarre Köflach seelsorgerisch versorgt worden war. Im Mittelalter war der Ort von der Filialkirche St. Johann am Kirchberg mitbetreut worden. Die Kinder besuchen die Schulen Maria Lankowitz.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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