Gollermühle ist Gemeindeteil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Lage Die Mühle befindet sich ca. 160 m westlich des Gewerbegebiets Schlierferhaide bei der Kanalschleuse 32 und rund 1 km südwestlich des Hauptortes Sengenthal.
Die Gollermühle liegt westlich vor dem Albrand des Oberpfälzer Jura am Wiefelsbach, der das Mühlrad für den einen Mahlgang der Mühle (so 1836)Repertorium des topographischen Atlasblattes Neumarkt, 1836, S. 12 antrieb und nach vier weiteren Mühlen in die Sulz mündet.
Die Einöde ist über einen Anliegerweg zu erreichen, der von der Gemeindeverbindungsstraße Reichertshofen–Sengenthal nach Süden abzweigt.
Geschichte Um das Jahr 1285 und auch im Jahre 1326 wurde "Heinricus molendinator" in Kurbayerischen Urkunden aufgeführt. In einer Kurbayerischen Urkunde des Jahres 1448 wird die Mühle als "Zymermül" erfasst. Im Amberger Standbuch aus Mitte des 16. Jahrhunderts wird "Heinz Gradt zu der Gradtmühlen" erwähnt. In den Pfarrakten Berngau wird die Einöde im August 1701 als "Gradmihl" beschrieben. Erstmals als Gollermühle wird der Ort in Aufzeichnungen des Hofkastenamts Neumarkt des Jahres 1771 beschrieben.
Am Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte die Gollermühle zur Oberen Hofmark Berngau und unterstand hochgerichtlich dem herzoglich-baierischen Schultheißenamt Neumarkt.Heinloth, S. 262
Im Königreich Bayern wurde zwischen 1810 und 1820 der Steuerdistrikt Forst, dann die gleichnamige Ruralgemeinde gebildet, die aus Forst, Braunshof, Rocksdorf und Stadlhof bestand. In diese Gemeinde wurde vor 1867 die Gemeinde Wiefelsbach mit ihren zehn Einöden integriert, nämlich die Birkenmühle, die Braunmühle, der Dietlhof, die Gollermühle, die Kastenmühle, die heute nicht mehr existierende Kindlmühle, die Ölkuchenmühle, die ebenfalls heute nicht mehr existierende Schmidmühle, die Schlierfermühle und die Seitzermühle.Heinloth, S. 322 f. (dort falsch „Wieselsbach“); Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707
Gemäß der Volkszählung vom 1. Dezember 1871 hatte die Gollermühle zu dieser Zeit vier Gebäude, acht Einwohner, an Großvieh drei Pferde und 23 Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Spalte 881
Im Zuge der Gemeindegebietsreform erfolgte am 1. Januar 1972 die Eingliederung der Gemeinde Forst und damit auch der Gollermühle in die Gemeinde Sengenthal.
Mehrmals kam es zum Besitzerwechsel; der Mahlbetrieb wurde 1960 aufgegeben. Heute ist dort eine Fisch- und Teichwirtschaft in Betrieb, und die früheren Stallungen werden als Pferdepension genutzt.Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. Neumarkt i. d. Opf. 2004, S. 167
Kirchlich gehörte die Mühle seit alters her zur Berngauer Filiale (ab 1854 Kuratie, ab 1867 Pfarrei) Reichertshofen.Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1938, S. 452
Einwohnerzahlen 1830: 7 (1 Haus)Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 138 1836: 10 („Gallermühle“, 1 Haus)Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 41 1861: 10 (3 Gebäude)Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707 1871: 8Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, Spalte 881 1900: 13 (1 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 865 1937: 5Buchner II, S. 453 1961: 5 (1 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 548 1987: 6 (1 Wohngebäude, 2 Wohnungen)
Baudenkmäler Kanalschleuse 32 des König-Ludwig-Kanals
Murnau Nordwestlich der Gollermühle erinnert die Flurbezeichnung „Murnau“ auf den 1280 genannten, abgegangenen Ort namens Murnau.F[ranz Xaver] Buchner: Abgegangene Orte des Bistums Eichstätt. In: Historischer Verein Neumarkt i. d. Opf. und Umgebung, 12. Jahresbericht 1932 und 1933, S. 79–116, hier S. 98
Persönlichkeiten Georg Gmelch, katholischer Geistlicher des Bistums Eichstätt, * 17. April 1851 in der Gollermühle als Sohn des Müllers, 1885 Pfarrer in Buxheim, 1898 in Staufersbuch, 1905 in Haunstetten; † 6. Juni 1924Schematismus der Geistlichkeit des Bistums Eichstätt für das Jahr 1915, S. 92; dass. für das Jahr 1925, S. 63
Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. und II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937 und 1938
Weblinks
Einzelnachweise
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