mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2009 Bratsch (walliserdeutsch: Bratsch) ist ein Dorf und Teil der politischen Gemeinde Gampel-Bratsch im Bezirk Leuk im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz.
Name Im Geographischen Lexikon der Schweiz wird die Vermutung geäussert, dass sich der Name Bratsch vom mittellateinischen bracca, „Deich, Wall, mächtige Mauer“ ableite, da Bratsch auf einer Terrasse liegt, die nach drei Seiten in hohen Felswänden abfällt. Die Ersterwähnung von Bratsch findet sich im Jahre 1228 als Praes.
Geschichte Bratsch umfasste das gleichnamige Haufendorf auf einer Terrasse am steil abfallenden Hang, darüber die Höhensiedlung Änggersch sowie in der Ebene des Rhonetals die Siedlungen Getwing und Niedergampel. 1228 und 1242 Praes, 1309 Prahcs, 1322 Praes, 1357 Prayes, 1408 Prages, 1532 Bratsch. Alemannische Besiedlung leitete die Germanisierung ein, die im 15. Jahrhundert abgeschlossen war. Die erstmals im 14. Jahrhundert erwähnte communitas gehörte zum Vizedominat Leuk, das 1613 an den gleichnamigen Zenden kam. Bis zur Gründung der Pfarrei Erschmatt-Bratsch (1721) war Bratsch nach Leuk pfarrgenössig (Marienkapelle aus dem 17. Jahrhundert). Nach 1666 lag in Erschmatt ein Pestfriedhof. Änggersch, vormals ein kommunales Doppelgebilde mit Bratsch (Burgerstatut 1672, gemeinsame Burgerliste 1826), sank im 19. Jahrhundert zur Filialsiedlung ab. 1873 vergrösserte sich die Gemeinde durch den teilweisen Anschluss der ehemaligen Temporärsiedlung und heutigen Wohngemeinde Niedergampel. Nach der Eröffnung der Lonzawerke in Gampel (1897) gingen die Arbeiterbauernfamilien bald von der tradierten mehrstufigen Mischwirtschaft ― Ackerbau (Zweizelgensystem mit Flurzwang), Viehhaltung (Einzelalpung mit gemeinsamer Hut auf Alp Niwen), im Tal Rebbau ― zu extensiveren Bewirtschaftungsformen über. 1990 arbeiteten 94 % der Erwerbstätigen ausserhalb von Bratsch.
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1798 1850 1900 1902 1950 1970 2000 2007 2025 Einwohner 166 128 199 364 458 503 464 517 540 1902 zählte man in der damaligen Gemeinde Bratsch 88 Häuser mit 364 römisch-katholischen Einwohnern.
Am 20. Januar 2008 beschlossen die Stimmbürger der Gemeinden Gampel und Bratsch die beiden Gemeinden zu fusionieren. Die Fusion wurde am 1. Januar 2009 rechtskräftig.
Gemeindepräsidenten Amtszeit Name Partei 1969–1976 Peter Schnyder unabh. 1977–1988 Fabian Kohlbrenner CVP 1989–1992 Albert Kohlbrenner CSP 1993–1996 Paul Passeraub CSP 1997–2008 Alwin Steiner CVP
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde Gampel-Bratsch
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Wallis Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Gampel-Bratsch Kategorie:Ersterwähnung 1228 Kategorie:Gemeindeauflösung 2008