mini|Bronzeskulptur „Eurojunge“ in Rees mini|„Mundharmonikaspieler“ an der Rheinpromenade in Emmerich am Rhein mini|Bronzeskulptur „Ziege“ in Rees mini|Statue des Heiligen Jodokus auf dem Brunnen auf dem Kirchplatz in Uedem-Keppeln Dieter von Levetzow, eigentlich Wolf-Dietrich von Levetzow, (* 22. November 1925 in Gronau, Deutsches Reich) ist ein deutscher Maler, Bildhauer und Medailleur. Er ist ein Urgroßneffe von Goethes später Liebe, Ulrike von Levetzow.Der „Menschenfreund“ von Haus Klarenbeck wird 90 Jahre alt, RP Online, 21. November 2015

Werdegang Dieter, eigentlich Wolf-Dietrich, von Levetzow wurde 1925 in Gronau im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen geboren. Die Eltern waren der vormalige fst. waldeck. Kurinspektor Carl-Viktor von Levetzow und seine zweite Ehefrau Walli Hupfeld, die aus dem Saarland stammte. Wolf-Dieter hatte eine ältere Halbschwester Ruth, geboren 1907. Der Vater war Mitglied im Johanniterorden. Der Großvater Hans von Levetzow hatte mit Waldenau bei Pinneberg ein kleines Gut. Der gleichnamige Urgroßvater Hans Christoph Diederich Victor von Levetzow war kgl. dän. Kammerherr, Geheimer Rat, Stiftshauptmann, Administrator der Grafschaft Rantzau, mit dem Ehrentitel Exzellenz.

Er wuchs in den 1920er Jahren Bad Pyrmont auf, der Kurstadt und selbständigen Gemeinde im Landkreis Hameln-Pyrmont, in Niedersachsen.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1929. Achtundzwanzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1928, S. 504. (Unvollständig) (FamilySearch). In Bad Pyrmont entwickelte sich eine Spielfreundschaft mit Hubertus Mackensen von Astfeld, Hubertus Mackensen von Astfeld: Genealogische Streifzüge. Lebensbilder der Mackensens und ihrer Frauen. 1995, S. 543. dessen Vater Rudolf Mackensen von Astfeld ein höherer Offizier war.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser 1961. B (Briefadel), Band V, Band 26 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1961, , S. 215 f. Seine Kindheit war von der Weltwirtschaftskrise überschattet. Während seiner Jugend zeichnete sich schon ab, dass er später eine künstlerische Laufbahn einschlagen würde.Daams, Andreas: , Der Westen, 19. November 2015. Es begann bereits mit dem Schneemann im Sandkasten sowie dem Modellieren von Tieren am Sandstrand von Kolberg. Als kleiner Junge skizzierte er auch allerlei entblößte Damen. Als ihn seine Eltern fragten, wo er so etwas gesehen habe, antwortete er ihnen Folgendes: Die Eltern lebten dann später, 1940, in dem sächsischen Gutsdorf Strauch bei Großenhain.

Während des Zweiten Weltkrieges bewarb er sich 1941 mit einem Elefanten aus Knetmasse bei der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar um einen Studienplatz. Aufgrund seines Werkes erhielt er eine Sondergenehmigung vom Kultusministerium aus Berlin mit einer Auflage. Er durfte keine Modellklasse besuchen, da er noch minderjährig war. Allerdings sagten ihm die Weimarer Professoren folgendes:

Kurz zuvor wurde er von einer Schule verwiesen, die er als „Schockkammer“ bezeichnete.Eindrucksvoller Blick in die Arbeit von Dieter von Levetzow, RP Online, 5. August 2015 Dieter von Levetzow ist bis heute ein humorvoller Mensch, was in der Familie liegt. Kurz bevor er in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet, schrieb ihm seine Mutter in einem Brief Folgendes:

Dieter von Levetzow beendete erst nach der Militärzeit und der polnisch-sowjetischen Kriegsgefangenschaft sein Studium in Weimar. Da er nach dem Krieg im Osten keine Perspektive für sich sah, flüchtete er in den Westen. Sein erstes Ziel war Hamburg. Dort bekam er aber nur Lebensmittelkarten. Seine erste Anstellung trat er dann als Bühnenbildner-Assistent in der Stadt Heide an. Später sagte er Folgendes darüber:

Während seiner Arbeit in Heide schwärmte sein Kollege, der Maler Dieter Güllert, vom Niederrhein. Als dieser dann nach Paesmühle bei Straelen zog, folgte ihm Dieter von Levetzow kurz danach. Dort funktionierten sie ein Treibhaus zu einem Atelier um und betrieben es in der Folgezeit zusammen. Die erste Ausstellung Junge Kunst Paesmühle fand im Hotel Lomm statt. Sein bevorzugtes Material war damals der Kirchheimer Muschel-Kalkstein.

Dieter von Levetzow unternahm 1951 eine Studienreise nach Italien, über Rom, Neapel und Capri. Während seines Aufenthalts dort trat er eine Anstellung als Bildhauer für den Bischof von Sorrent in der Kirche von Anacapri an, die er mehrere Jahre lang innehatte. Während dieser Zeit verliebte er sich in eine Inderin, mit der er schließlich in den 1950er Jahren nach Bayern zog. Der Anfang war dort nicht leicht. Er lebte zu der Zeit als Protestant unverheiratet mit einer Inderin in Bayern zusammen. Erst ein Ereignis änderte dies, sagte Dieter von Levetzow:

Ende der 1950er Jahre begann er mit der cire perdue-Gießtechnik zu arbeiten. In der Folgezeit nahm er an Ausstellungen in Köln-Düsseldorf, München, Duisburg und Kevelaer teil.

Dieter von Levetzow wohnt heute auf dem mehr als 500 Jahre alten Hof „Klarenbeck“ in Kranenburg, wo er ein Atelier betreibt. Er erwarb den Hof in den 1970er Jahren und renovierte ihn. Eine niederländische Gießerei, zu deren Kundenkreis die ehemalige Königin Beatrix gehört, ist sein Partner. Dieter von Levetzow ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst, er kommt trotz seines Alters zu den mehrtägigen Jahrestagungen. Er arbeitet aktiv auch als Medailleur.

Er hat keine Kinder.

Werke (Auswahl) Im Folgenden eine kleine Auswahl von den Werken von Dieter von Levetzow: mini|hochkant=0.6|Janusbrunnen, Kleve 1970: Cupido, Kleve 1981: Butterwieger, GelsenkirchenWiki Gelsenkirchen: Wiki. 1983: Relief mit Baum, GelsenkirchenWiki Gelsenkirchen: Wiki. 1983: Relief aus Terracotta, GelsenkirchenWiki Gelsenkirchen: Wiki. 1986: Janusbrunnen, Kleve 1987: Rhinkieker, ReesSkulpturenrundgang durch Rees (PDF), Stadt Rees, 2011. 1989: Spanischer Offizier, Rees 1989: Ziege, Rees 1993: Froschkönig, Rees 1995: Geschichte des Berger Feld, GelsenkirchenWiki Gelsenkirchen: Wiki. 2002: Eurojunge, Rees 2006: Dame mit Hut, Rees Der Steckenreiter Forellenbrunnen, Kranenburg Golfspieler-Plastiken Kinderbrunnen Lautenspieler, ReesFoto vom „Lautenspieler“ von Dieter von Levetzow. Poorte Jäntje, GochDowe, Kristin: Das Schicksal eines Verräters, NRZ, 5. Januar 2016 Poortekerl, Emmerich am Rhein Schwan als Wappentier, Worcester Die Erstausgabe der Karl-Leisner-Medaille, die Dieter von Levetzow gestaltete,Bronze-Relief erinnert an Karl Leisner, RP Online, 2. April 2015. wurde Papst Benedikt XVI. überreicht.

Er gestaltete auch einen Altar in Hüthum.

Schrift: Sculpturen. Selbstverlag, Kraneburg 1999. ISBN 3-931246-06-X.

Einzelnachweise

Genealogie Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1941. Vierzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 275–276. Gottfried Graf Finck von Finckenstein: Gothaisches Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. Band 8 (2018). Selbstverlag des Deutschen Adelsarchivs, Marburg 2018. ISBN 978-3-9817243-7-0.

Weblinks

Website von Dieter von Levetzow

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