Birkenmühle ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Lage Birkenmühle befindet sich rund 1 km südöstlich des Gewerbegebiets Greißelbach bzw. 3,4 km südwestlich des Hauptorts Sengenthal. Die ehemalige Mühle liegt am Westrand des Oberpfälzer Jura am Südufer der Moosweiher am Wiefelsbach, der das unterschlächtige Mühlrad betrieb und der nach einer weiteren Mühle, der Braunmühle, in die Sulz mündet. Die Staatsstraße ST2220 verläuft rd. 600 m nordwestlich der Einöde, die Bundesstraße B299 ca. 600 m östlich.
Geschichte In einer Kurbayerischen Urkunde des Jahres 1285 wird "Chunradus daze der pircken" aufgeführt. Im Jahre 1326 wird in einer weiteren Kurbayerischen Urkunde "Chůnradus de Pirchen" genannt.
Die Mühle wurde 1412 als „Purckhartsmühle“ und 1418 als „Purckarermühle“ genannt.Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. , Neumarkt i. d. Opf. 2004, S. 172
Am Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte die Birkenmühle zur Oberen Hofmark Berngau und unterstand hochgerichtlich dem herzoglich-baierischen Schultheißenamt Neumarkt.Heinloth, S. 215, 256
Im Königreich Bayern wurde zwischen 1810 und 1820 der Steuerdistrikt Forst, dann die gleichnamige Ruralgemeinde gebildet, die aus Forst, Braunshof, Rocksdorf und Stadlhof bestand. In diese Gemeinde wurde vor 1867 die Gemeinde Wiefelsbach mit ihren zehn Einöden integriert, nämlich die Birkenmühle, die Braunmühle, der Dietlhof, die Gollermühle, die Kastenmühle, die heute nicht mehr existierende Kindlmühle, die Ölkuchenmühle, die ebenfalls heute nicht mehr existierende Schmidmühle, die Schlierfermühle und die Seitzermühle.Heinloth, S. 322 f. (dort falsch „Wieselsbach“); Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707 Um 1814 gehörte die Mühle Michael Ochsenkiel.Königlich-Baierisches Intelligenzblatt für den Ober-Donaukreis, Eichstätt, 23. April 1814, Spalte 668
Dem Landgericht (ab 1862 Bezirksamt, ab 1879 Landkreis) Neumarkt zugeordnet, umfasste die Gemeinde Forst unmittelbar vor der Gebietsreform die zwölf Gemeindeteile Forst, Birkenmühle, Braunmühle, Braunshof, Dietlhof, Gollermühle, Greißelbach, Kanalschleuse 31 (1960 unbewohnt), Kanalschleuse 32 (1987 unbewohnt), Kastenmühle, Schlierferhaide/Schlierfermühle und Stadlhof.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 548 f. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern erfolgte am 1. Januar 1972 die Eingliederung der Gemeinde Forst in die Gemeinde Sengenthal.
Gemäß der Volkszählung vom 1. Dezember 1871 hatte die Birkenmühle zu dieser Zeit fünf Gebäude, davon ein Wohngebäude mit neun Einwohnern, an Großvieh fünf Pferde und 24 Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Spalte 881
1836 gehörte die Mühle zur katholischen Pfarrei Berngau mit Filiale in Reichertshofen.Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 41 1928 wurde die Birkenmühle aus der 1867 zur Pfarrei erhobenen Kuratie Reichertshofen zur katholischen Pfarrei Döllwang umgepfarrt, nachdem zwei Jahre zuvor bereits die benachbarte Braunmühle dorthin umgepfarrt worden war.Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937, S. 184
1936 wurde vom damaligen Besitzer Georg Kohlmann eine Wasserturbine eingebaut. 1966 ließ Heinrich Kohlmann eine neue Turbine installieren. 1981 kam die Müllerfamilie Kohlmann durch eine Pilzvergiftung ums Leben; eine auf dem Mühlenareal 1990 erbaute Schutzengel-Kapelle erinnert daran. Die Mühle wurde 1982 stillgelegt.Romstöck/Dürr, S. 172 Das Mühlengebäude aus dem 17./18. Jahrhundert, ein zweigeschossiger Steildachbau mit Halbwalm, gilt als Baudenkmal.
Einwohnerzahlen 1830: 7Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 136 1836: 13Popp, S. 41 1861: 14Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707 18715: 9Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, Spalte 881 1900: 8Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 865 1937: 10Buchner I, S. 184 1961: 7Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 552 1987: 4
Verkehr Die Birkenmühle ist über einen Anliegerweg zu erreichen, die auf der Höhe vom Sengenthaler Gemeindeteil Dietlhof von der Staatsstraße 2220 abzweigt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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