mini|hochkant|Ein Porträt von Mutō Sanji, der den Familismus in das japanische Management brachteByron K Marshall: Capitalism and nationalism in prewar Japan; the ideology of the business elite, 1868–1941. Stanford University Press, Stanford 1967, S. 86–87 (englisch). Bei der japanischen Managementkultur handelt es sich um einen Führungsstil, der vor allem in wirtschaftlich unstabilen Zeiten mit der hohen Wertschätzung zu Mitarbeitern und Produktionstechniken, abgeleitet von japanischen Lebens- und Arbeitsphilosophien beziehungsweise Methoden, in Japan gängig Anwendung findet.Campus Verlag Japanisches Management In onpulson (deutsch), abgerufen am 27. Januar 2017. Dieser japanische Führungsstil im Management weist starke Parallelen zur japanischen Menschenführung auf, die auch als Leadership bekannt ist.Changing Minds Leadership vs. Management In changingminds.org (englisch), abgerufen am 28. Januar 2017.

Japanische Managementkultur als Führungsstil Zunächst soll geklärt sein, dass sich die japanische Managementkultur und damit der Führungsstil auf der Basis der Theorie ZEine Mischung aus der X-Y-Theorie, gilt aber als Kultur Z. bewegt, somit ist davon auszugehen, dass Faktoren wie Identifikation mit dem Unternehmen und Motivation der Mitarbeiter grundsätzlich im Stil behandelt werden.Rainer Müller „Theorie X und Theorie Y“ sowie Theorie Z (4/12) In rainer-mueller.de (deutsch), abgerufen am 27. Januar 2017. Die japanischen Führungsmethoden sind im Gegensatz zu den US-amerikanischen Methoden, die auf Individualität und Selbstständigkeit ausgelegt sind, eher auf Gruppenarbeit und den Austausch von Ideen bezogen.How to cope with a micromanaging Japanese boss. In Japan Intercultural Consulting (englisch), abgerufen am 26. Januar 2017. Die Kommunikation zwischen Management und Arbeitnehmern ist in Japan ein wichtiger Faktor, der mit einem berühmten Zitat von Morita Akio erklärt werden soll:

Japanische Unternehmen gehen davon aus, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, große Entwicklungen mit persönlicher Entfaltung zu erreichen, und wollen sich damit ihren Nutzen für das eigene Unternehmen schaffen. – Hu Rong, – Shan Xiaohai und – Deng Nanlin, am 2. Juli 2013 – Übersicht der japanischen Unternehmenskultur und ihr Management-Modell In vanke Weekly (chinesisch), abgerufen am 27. Januar 2017. Matsushita Kōnosuke, der für die Gründung des Unternehmens Matsushita Electric Industrial, das später in Panasonic Corporation umbenannt wurde, bekannt ist, schuf während der Great Depression in den 30ern, die auch Japan betraf, 1933 fünf der später (1937) sieben Kernprinzipien, die als „Seven Principles“ (dt. sieben Kernprinzipien) bekannt geworden sind.SCHOLASTIC Pearl Harbor: 1929 The Great Depression In teacher.scholastic.com (englisch), abgerufen am 26. Januar 2017.Tribut-Website zu Matsushita Kōnosuke Biography In konosuke-matsuhita.com (englisch), abgerufen am 26. Januar 2017.

Diese Kernprinzipien prägen den japanischen Führungsstil bis heute:1000advices Lessons from Konosuke Matsushita, Panasonic's Founder – 7 Core Principles of Management Philosophy In 1000advices.com (englisch), abgerufen am 26. Januar 2017. Beitrag zur Gesellschaft Fairness und Ehrlichkeit Zusammenarbeit und Teamgeist Erbarmungslose Anstrengungen zur Verbesserung Höflichkeit und Demut Anpassungsfähigkeit Dankbarkeit

Methoden Orientiert an den Kernprinzipien finden folgende Methoden in japanischen Unternehmen ausgehend vom Management ihre Anwendung:

Hōrensō Der japanische Begriff Hōrensō ( in anderer Umschrift Hourensou) steht für einen Führungsstil, bei dem Mitarbeiter, im Falle eines Problems im Unternehmen, das Problem den Vorgesetzten oder der Organisationsabteilung melden und nicht untereinander für sich behalten sollen. Dies soll die Mitarbeiter dazu führen, Probleme zu besprechen und nicht zu glauben, diese alleine bewältigen zu müssen.Patricia Pringle – Japan Intercultural Consulting, am 1. Mai 2012 HORENSO – (REPORT, CONTACT AND CONSULT) In Japan Intercultural Consulting (englisch), zuletzt abgerufen am 26. Januar 2017. Um Verwechslungen mit dem japanischen Wort für Spinat zu vermeiden, nutzt man auch die Schreibweise Ho–Ren–So; hierbei steht das Hō für „Hōkoku“ (; dt. Bericht), Ren für „Renraku“ (; dt. Kontakt) und Sō für „Sōdan“ (; dt. Beratung). Somit würde man das Akronym Ho–Ren–So theoretisch als Bericht–Kontakt–Beratung ins Deutsche übersetzen und hiermit auch den Vorgang mit der Berichterstattung des Problems, der Kontaktaufnahme zum Vorgesetzten und der anschließend entstehenden Diskussion beziehungsweise Hilfestellung beschreiben.Juju Kurihara, am 22. Januar 2015 What is HOURENSOU? In Iromegane.com (englisch), zuletzt abgerufen am 26. Januar 2017. Diese drei Attribute charakterisieren die hierbei entstehende Kollaboration und den Informationsfluss in der effektiven Organisationskultur. Als geeignet gilt dieser Führungsstil bei Fabrikarbeitern, die mit komplizierten Maschinen arbeiten, Ingenieuren und Managern.

Genchi Genbutsu Unter Genchi Genbutsu () versteht man den Stil von Führung, bei dem man selbst (das Management / der Vorgesetzte) an die Wurzel eines Anliegens oder Problems geht, um notwendige Informationen für richtige Entscheidungen abzuleiten, und anschließend die Ziele in optimaler Geschwindigkeit erreicht werden. Kurzgefasst wird Genchi Genbutsu beispielsweise „Selbst vor Ort Erkenntnisse gewinnen“ übersetzt.Manufacturing Terms In Manufacturing Terms (englisch), abgerufen am 26. Januar 2017. Dieser Führungsstil basiert auf einem der fünf Leitsätze von Toyota, die als The Toyota Way populär sind.Toyota – Unternehmensphilosophie In Toyota (deutsch), abgerufen am 26. Januar 2017.

Ringi Seido bzw. Ringisei

Mit Ringi Seido () oder Ringisei () bezeichnet man einen japanischen Entscheidungsfindungsprozess, der auf Gruppenentscheidungen, ausgehend von einem Individuum, basiert.William P., am Freitag, den 1. Januar 1999, publiziert im Business Forum In stiltij.nl (englisch), abgerufen am 26. Januar 2017.

Kriterien mit Vergleich zum US-amerikanischen Führungsstil Um einen Überblick über die Systematik des japanischen Führungsstils zu geben, sind folgend die grundlegenden Kriterien in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Der Ursprung wird definiert, um die Einflussfaktoren auf die geschaffene Managementkultur zu verdeutlichen. Zusätzlich wird für eine bessere Darstellung im Bezuge auf andere Stile ein Vergleich zum US-amerikanischen Führungsstil vorgeführt.

KriterienZhang Yulai (), Institute of Japanese Study, Nankai University, Tianjin, 300071, China, am 15. September 2010: – Contemporary Economy of Japan (Zeitschrift); Titel: – The Pattern and Path of the Japanese Management Model (chinesisch / englisch), gelesen am 27. Januar 2017.  Japanischer StilHochgeladen von Rahul Bajaj Difference in American and Japanese management style In Scribd (englisch), abgerufen am 27. Januar 2017.Alle Informationen in den folgenden Spalten beziehen sich auf die Quellen angegeben neben den Überschriften (japanischer und US-amerikanischer Stil), sofern keine weiteren Quellen angehängt wurden.  US-amerikanischer Stil Beschäf-tigungs-system Als einzig bekanntes Land der Welt praktiziert Japan das sogenannte gleichzeitige Rekrutieren von Hochschulabsolventen (; Shinsotsu Ikkatsu Saiyō), das vorsieht immer zum 1. April jeden Jahres neues Personal einzustellen. Laut einer Studie von Mynavi aus dem Jahr 2014 hatten 80 % der graduierten Studenten ein Problem beim Einstieg in das Berufsleben wegen der erschwerten Suche nach einer Beschäftigung über die starke Konkurrenz.ReseMom, am Freitag, den 17. Oktober 2014 um 11:15 Uhr 【大学と就職】8割の企業が採用しない? 既卒の就職活動の厳しい実態 In ReseMom (japanisch), abgerufen am 27. Januar 2017. Das Konzept Shūshin KoyōJerome Langford Globetrotting HR: Japan – Meet the culture that has a word for 'death by overwork' In HRVILLE (englisch), abgerufen am 28. Januar 2017. ( – oder zu Deutsch die lebenslange Beschäftigung) beginnt mit der gleichzeitigen Rekrutierung von Hochschulabsolventen, endet mit dem Ruhestand und bietet dem Arbeitnehmer eine Berufssicherheit, mit der die Loyalität zum Unternehmen beworben werden soll. Nach langer Überzeugung von Shūshin Koyō in Japan, begannen seit der Finanzkrise ab 2007 einige Unternehmen das Konzept zu verwerfen.HIROKO TABUCHI, am 19. Mai 2009 In Japan, Secure Jobs Have a Cost In The New York Times (englisch), abgerufen am 28. Januar 2017. Schließlich existiert noch das Nenko System oder auch Alters-Lohn-SystemÜbersetzt von der englischen Terminologie seniority-wage system. (; Nenkō Joretsu), bei dem die Vergütung nach einer Rangliste in der die Platzierung zum Ruhestand hin höher gewertet wird.Cross Currents The Seniority Wage System (nenkō joretsu) In Cross Currents (englisch), abgerufen am 28. Januar 2017. Als Sonderform ist noch zu erwähnen, dass über eine Union Shop-Klausel der Arbeitgeber eigentlich nur Gewerkschaftsmitglieder einstellen darf, Nicht-Mitglieder können aber auch angestellt werden, wenn sie sich in einem bestimmten Zeitraum von 30 bis 90 Tagen nach Eintritt des Arbeitsverhältnisses für die Gewerkschaft anmelden.The Editors of Encyclopædia Britannica, am 20. Juli 1998 – letzte Aktualisierung am 27. Mai 2005 Union shop In mbaskool.com (englisch), abgerufen am 28. Januar 2017. Diese ganzen Punkte sollen eine Harmonie für die Arbeitnehmer in Zusammenarbeit unter sich und zum Management schaffen, indem versucht wird, die Arbeitnehmer an das Unternehmen zu binden und gegebenenfalls das ganze Berufsleben lang zu beschäftigen.Dean McFarlin, Paul D. Sweeney – International Management: Strategic Opportunities & Cultural Challenges (Buch), Japanese Culture (Titel), S. 123 bis S. 125, Routledge Verlag (4. Ausgabe vom 22. Juli 2010) Während Japaner nach den Defi­ni­tionen eher ein Leben lang in einem Unter­nehmen bleiben, sammeln US-amerika­nische Manager meistens Erfahrung im Ausland und wechseln zu Unter­nehmen, die ihre in­ter­natio­nale Position stärken wollen.