Braunshof ist ein Gemeindeteil der Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Lage Der zweigeteilte Weiler, Unterer und Oberer Braunshof, liegt auf rund westlich des Gemeindesitzes an der Staatsstraße 2220 zwischen Schöllnhof und Mörsdorf.
Geschichte 1144 ist eine Ansiedelung „Brunoshube“ (= Hube des Brun) erstmals genannt.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 46/47 (1931/32), S. 6; Wießner, S. 21 1298 erscheint ein Marquard von „Breviningeshof“ urkundlich, der zugunsten des Zisterzienserinnenklosters Seligenporten auf seine Einnahmen aus Reut (abgegangen bei Sulzbürg) verzichtet.Karl Heinrich Lang: Regesta sive Rerum Boicarum Autographa ad annum usque MCCC... Volume IV., Monaci (=München) 1828, S. 668; Wießner, S. 27, dort mit Fragezeichen Da es einen weiteren Ort Braunshof östlich von Freystadt bei Berngau gibt, ist nicht eindeutig, welches Braunshof jeweils gemeint ist.Wießner, S. 118
Mit der Bildung von Pfalz-Neuburg 1505 wurde Braunshof zusammen mit seinem Pfarrort Mörsdorf dem pfalz-neuburgischen Amt Hilpoltstein unterstellt. Als dieses 1542 an Nürnberg verpfändet wurde, erfolgte von dort aus die Einführung der Reformation, die Untertanen mussten die lutherische Lehre annehmen. 1578 löste Pfalz-Neuburg das Pfand wieder ein. 1627 brachte die Gegenreformation durch Pfalz-Neuburg die Wiedereinführung des katholischen Glaubens.Buchner II, S. 195 f. 1664 heißt es in einem Salbuch vom „Praunshof“: „5 Mannschaften an Höf und Gütern, nemlich: 2 dem Spitale zu Freistadt, 1 Hilpoltsteinisch, ganzer und ein halb Hof, dann einer des Klosters Seligenporten.“Carl Siegert: Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein, ihrer Herrscher und Bewohner... . Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg, 20. Band, Regensburg 1861, S. 222 Daran änderte sich nur wenig bis zum Ende des Alten Reiches: Um 1800 gehörte ein Hof dem herzoglichen Klosterrichteramt Seligenporten mit Kastenamt in Neumarkt, zwei Höfe der Spitalstiftung Freystadt, der vierte Hof war frei eigen. Außerdem gab es ein gemeindliches Hirtenhaus. Nieder- und hochgerichtlich unterstand der Weiler dem pfalz-neuburgischen, ab 1799 kurfürstlich-baierischen Pflegamt Hilpoltstein.Wießner, S. 206
Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde ein Steuerdistrikt Mörsdorf gebildet, dem auch Braunshof angehörte. Daraus wurde mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Ruralgemeinde Mörsdorf im Landgericht und Rentamt Hilpoltstein. Das Landgericht Hilpoltstein unterstand dem Bezirksamt Neumarkt des Regierungsbezirkes Oberpfalz, ab 1880 dem Bezirksamt Hilpoltstein des Regierungsbezirkes Mittelfranken. Die Volkszählung in Bayern von 1. Dezember 1875 erbrachte für Braunshof 30 Einwohner, 16 Gebäude, an Großvieh sechs Pferde und 61 Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 890
Mit der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis Hilpoltstein aufgelöst und die Gemeinde Mörsdorf und damit auch Braunshof zum 1. Juli 1972 in die Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt eingemeindet und kehrte damit in die Oberpfalz zurück.Wilhelm Volkert (Hg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. München 1983, S. 533; Wießner, S. 256
Einwohnerentwicklung 1818: 32 (5 „Feuerstellen“, d. h. Häuser; 10 Familien) 1875: 30 (16 Gebäude) 1900: 23 (5 Wohngebäude) 1938: 29Buchner II, S. 201 1950: 32 (4 Anwesen)Wießner, S. 256 1961: 26 (4 Wohngebäude) 1973: 22Wießner, S. 256 1987: 28 (7 Wohngebäude, 8 Wohnungen) 2020: 31
Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. II. Band: Eichstätt 1938
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Weiler im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1144 Kategorie:Stadtteil von Freystadt Kategorie:Ort an der Schwarzach (Altmühl)