mini|hochkant=1.2|Dorfkirche in Fröhden. Die evangelische Dorfkirche Fröhden ist eine spätgotische Feldsteinkirche aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts in Fröhden, einem Ortsteil von Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Auf Grund ihrer Lage am Flaeming-Skate wird sie auch als Skaterkirche bezeichnet.Informationsschrift: Die Fröhdener Kirche, Aushang im Kirchenschiff, August 2016. Sie gehört zur Kirchengemeinde Jüterbog im Kirchenkreis Zossen-Fläming der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Geschichte Der spätgotische Sakralbau wurde laut Dehio-Handbuch in seinem Kern zum Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet. Im 15. Jahrhundert fügten Baumeister den Westturm hinzu. Dessen Wetterfahne zeigt jedoch das Jahr 1297, so dass mit dem Bau möglicherweise bereits zum Ende des 13. Jahrhunderts begonnen wurde. Ausweislich einer Informationsschrift in der Kirche ist aus den Jahren 1325 bis 1339 die Existenz eines Pfarrers Conrad überliefert, der neben Jüterbog auch in Fröhden wirkte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zerstört, dabei brannten auch die Kirche und das Pfarrhaus ab. Bis 1664 baute die Kirchengemeinde beide Bauwerke wieder auf; 1694 erhielt der Westturm seine Laterne. 1797 ließ sie den Kanzelaltar errichten. Im gleichen Jahr stellten Experten jedoch fest, dass der Turm baufällig geworden war und erneuert werden musste. Ende des 18. Jahrhunderts kam eine Patronatsloge hinzu. 1860 erneuerten Handwerker den Ostgiebel im Stil der Neugotik. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Kirchturm durch Einschüsse beschädigt. 2008 erfolgte eine Sanierung, gefolgt von weiteren Instandsetzungsarbeiten an Dach und Außenmauern in den Jahren 2009 und 2010. Am 20. Juni 2010 feierte die Gemeinde eine erneute Kirchweihe. Seit dieser Zeit wirbt sie als Skaterkirche um Besucher des angrenzenden Flaeming-Skates.Kirche-Jüterbog.com/Index: Kirche in Fröhden. Evangelische St. Nikolaigemeinde Jüterbog, Stand 15. Januar 2017.

Architektur Das Kirchenschiff wurde aus unbehauenen Feldsteinen errichtet, die lagig geschichtet wurden. Die Zwischenräume sind mit Granitsplittern und Mörtel verfüllt; es sind Reste eines gequaderten Fugenputzes erkennbar. An der südlichen Wand sind drei gleich große, segmentbogenförmige Fenster vorhanden, deren Faschen mit hellem Putz betont werden. Zwischen dem östlichen und dem mittleren Fenster ist eine mit Feldsteinresten und Mauerziegeln zugesetzte Priesterpforte erkennbar. Das östliche Fenster wird teilweise durch einen rechteckigen Vorbau aus rötlichem Mauerstein verdeckt. Über diesen kleinen Anbau kann die Kirche im 21. Jahrhundert betreten werden. Die Fensterform findet sich auch an den beiden Öffnungen im Chor wieder. Rechts unten ist eine weitere zugesetzte Pforte zu erkennen. Der neugotische Giebel wurde aus Mauerstein errichtet und ist mit sieben Blenden und kleinen Türmchen gegliedert, mittig ist eine spitzbogenförmige Öffnung. Die Nordseite des Kirchenschiffs ist ähnlich der Südseite aufgebaut. Hier fällt am östlichen Ende ein schlichter, mit weißem Putz versehener rechteckiger Anbau auf, die Patronatsloge. Weiterhin gibt es ein gedrückt-segmentbogenförmiges Fenster am westlichen Rand der Schiffswand. Das Satteldach des Kirchenschiffs ist mit rotem Biberschwanz eingedeckt.

Der quadratische Westturm ist eingezogen und wurde ebenfalls aus Feldsteinen errichtet, die jedoch nicht so sauber geschichtet wurden, wie es beim Kirchenschiff der Fall ist. An der Südseite ist eine kleine in Mauerziegeln eingefasste Pforte. Im Turmgeschoss befinden sich an jeder Seite zwei spitzbogenförmige Klangarkaden aus Mauerstein. Dahinter hängt eine Glocke, die August Sigismund Weinhold aus Dresden im Jahr 1797 goss. Das Zeltdach ist mit schwarzem Schiefer eingedeckt, an das sich eine Laterne mit Turmkugel und Wetterfahne anschließt. An der Ostseite der Kirche befanden sich einstCarsten Preuß, Hiltrud Preuß: Die Guts- und Herrenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming. Hrsg. Förderverein Naturpark Baruther Urstromtal e.V., Lukas-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-100-6, S. 54. Gräber der Gutsbesitzerfamilie Birkner, welche heute nicht mehr verifizierbar sind. Das Grabkreus des langjährigen Pfarrers Gotthold Simon wurde mittlerweile an an südlichere Seite des Friedhofs verlegt.Inaugenscheinnahme Fröhden, nachmittags, 8. August 2026.

Ausstattung mini|Blick vom Kirchenschiff in Richtung Altar. Das Altarretabel entstand im Jahr 1760. Die Kanzel ist von zwei ionischen Säulen eingerahmt, die einen gesprengten Segmentgiebel mit einem Strahlenkranz tragen. Der Fuß der Säulen ist mit Worten aus dem Einsetzungsbericht verziert. Links ist zu lesen: „Nehmet und esset das ist mein Leib“ sowie rechts „Nehmet und esset das ist mein Blut“. Seitlich sind zwei lebensgroße Engel mit Kelch und Patene angebracht. Den runden Kanzelkorb ziert ein Vers aus dem Brief des Jakobus (1,22): „Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein [wodurch ihr euch selbst betrügt]“ sowie ein darüber angebrachtes Alpha und Omega. Die hölzerne Fünte ist mit Voluten und Muschelwerk verziert und entstand um 1760, die Taufschale ist auf das Jahr 1851 datiert. Das Kirchengestühl sowie die Hufeisenempore schufen Handwerker im 18. Jahrhundert. Die Patronatsloge ist durch ein großes Fenster mit dem Kirchenschiff verbunden, darüber hängen drei gleichartige Wappentafeln. Links ist das Wappenschild derer von Klitzing, mittig der Familie Eding, beginnend mit August Wilhelm Eding,Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 2, Verlag Adolph Müller, Brandenburg a.H. 1855, S. 621. deren Vorfahren aus Treuenbrietzen stammten, zuletzt Land- und Stadt-Gerichtsdirektoren war(en). Mit Familie Eding, welche einst gestohlene Altarleuchter 1849 ersetztenAmtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. 1849. Stück 43, Eigenverlag, Potsdam, den 26. Oktober 1849, S. 344. korrespondierte teils der bekannte Pfarrer Heinrich Otte.Heinrich Otte: Aus meinem Leben. Hrsg. Richard Otte, Gustav Otte, Verlag Grimme &, Trömel, Leipzig 1893, S. 108 f. Als dritte Wappentafel ist dort eine Heraldik der als Gutsherren agierenden Oberamtsmannfamilie Birkner angebracht. Um 1825 vertrat der Oberamtmann August Lebrecht Traugott Birkner die Interessen seiner Familie, dann bis 1827 seine Witwe, die Gutsbesitzerin Johanne Sophie Birkner geb. Töpfer.J. C. Gretschel: Leipziger Zeitung. 1827. G. A. Grieshammer K. S. Zeitungs-Expedition, Leipzig 1827, S. 3244. Sie übernahmen auch das Kirchenpatronat von ihren Vorgängern. In dieser Funktion folgten ab Mitte des 19. Jh. die briefadeligen Freiherren (Baron) Schimmelpenningk v. d. Oye.Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 84. Der Gutsherr Baron Schimmelpfennig von der Oye war um 1859 preußischer Gesandter in Den Haag.Franz Heinrich Ungewitter: Die Preußische Monarchie nach den zuverlässigten Quellen . Ein Handbuch für Staats- und Communalbehörden. Nicolaische Verlagsbuchhandlung (G. Parthey), Berlin 1859, S. 722.

Die Familie von Klitzing nutzte nach Unterlagen aus alten Kirchenbüchern von Fröhden und Markendorf bereits 1683 die Kirche Fröhden mehrfach als Grablege.Georg Schmidt: Die Familie v. Klitzing. Urkundenbuch. A. Leidholdt, Merseburg 1891, S. 236. Nr. 809.

Auf der westlichen, bauchigen Empore steht eine Orgel von Friedrich August Moschütz mit einem Prospekt aus dem Jahr 1856. Das Bauwerk besitzt eine flache Balkendecke.

Literatur Horst Drescher: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR: Bezirk Potsdam. Hrsg. Institut für Denkmalpflege der DDR (Berlin, Ost). Abteilung Bestandsforschung, Henschelverlag, Berlin 1978, S. 145.Lizenz: Helmut Spielmann: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR: Bezirk Potsdam. C. H. Beck, München 1979. Beate Becker: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Bezirke Berlin/DDR und Potsdam. Hrsg. Institut für Denkmalpflege (Berlin, Ost). Abteilung Forschung, Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1983, ISBN 3-422-00365-7, S. 288. Gerhard Vinken, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2000, ISBN 978-3-422-03054-1. Gerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 334 f. Informationsschrift: Die Fröhdener Kirche. Aushang im Kirchenschiff, August 2016. Evangelischer Kirchenkreis Zossen-Fläming Synodaler Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): Zwischen Himmel und Erde – Gottes Häuser im Kirchenkreis Zossen-Fläming. Laserline GmbH, Berlin 2019, S. 180.

Weblinks

Ev. Pfarrsprengel Nuthe-Fläming: Kirche Fröhden Förderkreis Alte Kirchen Berlin Brandenburg e.V.: Dorfkirche Fröhden

Einzelnachweise

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