Brennberg ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wörth an der Donau.

Das Burgdorf liegt im höchstgelegenen Teil des Landkreises Regensburg.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt im Mittelpunkt des Städtedreiecks Regensburg – Straubing – Cham im Falkensteiner Vorwald. Die nächstgelegene Stadt ist Wörth an der Donau (etwa 12 km Entfernung).

Der Falkensteiner Vorwald bildet eine Untereinheit des Bayerischen Waldes. Er ist im Vergleich zum ebenen Gäuboden und dem Donautal eine Mittelgebirgslandschaft. In dieser Gegend sind die härtesten Gesteine wie Granite und Gneise an der Oberfläche der Landschaft. Die Bodenbeschaffenheit besteht größtenteils aus grusigem, lehmigem und teilweise steinigem Sand. Die Landschaft ist besonders ausgeprägt mit zahlreichen Wasserquellen, kleineren Gewässern und feuchten Wiesen. Die Gewässer fließen abhängig von der Wasserscheide in die Regensenke nach Norden oder nach Süden in die Donau. Im Gebiet zwischen Donautal und Cham-Further Senke gibt es eine vergleichsweise hohe Dichte an Burgen und Klöstern gegenüber den angrenzenden Gebieten. In der Umgebung sind Knocks – das sind größere Granitfelsen mit seltenen Moosen und Flechten – zu finden.

Gemeindegliederung

Es gibt 62 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): mini|350px|Gemeinde Brennberg mit Gemeindeteilen

Es gibt die Gemarkungen Brennberg (nur Gemarkungsteil 0), Bruckbach, Forstmühler Forst (nur Gemarkungsteil 2), Frankenberg und Frauenzell.

Nachbargemeinden mini|Brennberg im Jahr 1889 Folgende Gemeinden grenzen an die Gemeinde Brennberg an; sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Zell, Falkenstein und Rettenbach im Landkreis Cham, Wiesent und Altenthann im Landkreis Regensburg sowie Wald im Landkreis Cham.

Klima Im Falkensteiner Vorwald herrscht mitteleuropäisches Kontinentalklima. In den Wintermonaten von Dezember bis März herrscht besonders über 500–600 m raues Klima mit anhaltend geschlossener Schneedecke. Bei Süd- und Westwind stauen sich die vom flachen Donautal kommenden Wolken in den Hängen des Falkensteiner Vorwaldes, was teilweise zu starken Steigungsniederschlägen führt. Bei Nord- und Ostwind liegt der Falkensteiner Vorwald auf der windabgewandten Seite des über 1400 m hohen Böhmerwaldes. Niederschlag gibt es dann kaum, es stellen sich im Falkensteiner Vorwald wärmere Föhnwinde ein. Solche Ostwetterlagen gibt es deutlich seltener als die Höhenwinde aus Westen, so gibt es in Brennberg eine durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge von 782 mm.Vorderer Bayerischer Wald – Private Wetterstation Eggerszell

Geschichte Namensherkunft 150px|mini|Wappen des erloschenen Geschlechts von Prenberg Im Lauf der Jahrhunderte veränderte sich der Ortsname von Briemberch über Prenberg zu Brennberg.

Das erste nachweisliche Adelsgeschlecht de Prenberg führte in seinem Wappen bereits die drei brennenden Berge. Es ist auch zu vermuten, dass sich der Name Brennberg vom damaligen Erbauer der Burg Brennberg ableitet. Die Entstehung der Burg Brennberg ist auf das Adelsgeschlecht der Brennberger gegen Anfang des 11. Jahrhunderts zurückzuführen. Vermutlich hat Wernher I. de Prenberg das erste Gebäude auf dem westlichen Burgberg errichtet. Zu damaliger Zeit war es üblich, dass Schlossbesitzer den Burgen ihren Namen gaben.

Vor- und Frühgeschichte Die ersten Menschen in der Umgebung von Brennberg dürften sich bereits seit der Altsteinzeit aufgehalten haben. Das belegen Funde wie Jagdwaffen und Opfersteine in den umliegenden Ortsteilen.

Erste Belege Geschichtliche Nachrichten über Brennberg reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Es gibt Aufzeichnungen, dass ein Diotmar von Brennberg am 4. Reitturnier zu Merseburg a.S. teilnahm. Im Jahr 1080 nahm ein Wilhelm von Brennberg am 8. Turnier zu Augsburg teil. Die ersten urkundlichen Hinweise auf Brennberg gibt es aus der Zeit von 1226 in der Wirnto de Prenberg genannt wird.Emil Fuchs: Die Herrschaft Brennberg, Regensburg 1979, S. 12 In Brennberg wird auch ein Eisenhammer genannt, der Mitglied in der Oberpfälzer Hammereinigung von 1387 war („Chvnrad Törsch mit dem hamer zu Prennberch“Johannes Laschinger: Transkription der Großen Hammereinung. In: Hirschmann, Norbert, Fleißer, Hannelore, Mahler, Fred: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung , Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 141.). Zudem werden zwei weitere Werke genannt, und zwar „Fridreich Awer mit hamer zu Bürperg [Brennberg] und mit dem hamer zu der Dvzz [Dosmühle]“Johannes Laschinger: Transkription der Großen Hammereinung. In: Hirschmann, Norbert, Fleißer, Hannelore, Mahler, Fred: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung , Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 141., die auch Mitglieder der Hammereinigung waren.

Mittelalter (Zeit bis 1500) mini|links|Brennberg im Jahr 1821 Die Brennberger waren ein altes Adelsgeschlecht des Nordgaus mit Perinhart von Briemberch, welcher Vasall des St. Emmeram-Stifts zu Regensburg war. Sie hatten damals neben hochstiftischen Lehen auch eigenen Besitz und Untertanen. Auch waren sie später Truchsesse und Ministeriale des Hochstifts zu Regensburg. Aus ihnen geht der bekannte Minnesänger Reimar II. von Brennberg und Gründer des Klosters in Frauenzell, Reimar IV. hervor. Nachweisbare Belege gibt es seit Wernher I. de Prenberg (* 1115; † 1134). Wernher I. (Wirnto I.) hat vermutlich das erste Gebäude auf den westlichen Burgberg errichtet.Emil Fuchs: Die Herrschaft Brennberg, Regensburg 1979, S. 14–15

1411 gründete das Patriziergeschlecht der Auer die Pfarrei Brennberg. Der damalige Herrscher Friedrich II., der Auer, vermacht der Pfarrei Brennberg den damaligen Hof zu Brennberg den Zünthof. Der Zünthof war von da an Wohnsitz des Pfarrers bis 1895.. Artikel Mittelbayerische Zeitung - Resi Beiderbeck. Abgerufen am 25. Juni 2016 Die Brennberger Pfarrei war am Anfang eine Filiale von Wörth a. d. Donau und wurde dann an die Pfarrei Bruckbach verschenkt. Die Pfarrei Bruckbach wurde im 11. oder 12. Jahrhundert gegründet.Emil Fuchs: Die Herrschaft Brennberg, Regensburg 1979, S. 70

Die Herrschaft Brennberg verfügte im Mittelalter über die niedere und höhere Gerichtsbarkeit. Todesurteile wurden auf dem Galgenberg, südlich von Brennberg, mit dem Strang oder mit dem Schwert vollzogen.

Neuzeit hochkant=1.2|mini|Ober- und Unterbrennberg (1726), Stich von Michael Wening Von 1366 bis 1567 war die Burg in die zwei Herrschaften Oberbrennberg und Unterbrennberg geteilt. Das Geschlecht der Nußberger (1567 bis 1571) vereinigte die beiden Herrschaften wieder. Ihnen folgte bis 1776 das Geschlecht der Lerchenfelder.

1633 wurden die Burg und das vom letzten Brennberger gegründete Kloster Frauenzell von den Schweden heimgesucht. 1642 und 1686 sind die Burg und der Ort von Bränden beschädigt worden. Auch die Kirche und deren Glocken fielen dem Brand zum Opfer.

Im Jahr 1634, während des Dreißigjährigen Krieges, kamen die Schweden und verwüsteten und plünderten das Kloster und die Kirche. Anschließend wütete die Pest, wodurch in Brennberg 800 und in Frauenzell 200 Menschen starben. 1688 war das Gotteshaus wieder aufgebaut. Die jetzige kleinste Glocke im Turm stammt noch aus dieser Zeit.

1735 befanden sich abwechslungsweise österreichische und französische Soldaten in Brennberg.

Im Jahre 1758 beantrage Franz Xaver von Lerchenfeld vier Jahrmärkte in Brennberg. Der Antrag für den Erhalt der Marktrechte wurde über die Regierung in Straubing an die Hofkammer in München eingereicht. Dieser Antrag wurde am 6. November 1759 abgelehnt.Emil Fuchs: Die Herrschaft Brennberg, Regensburg 1979, S. 87

Durch die besondere Förderung der Lerchenfelder erlebte Brennberg zu dieser Zeit einen blühenden Aufschwung. Die Kirche wurde mit kostbaren, heute noch erhaltenen Paramenten ausgestattet, eine große Monstranz, die Ewig-Licht-Lampe sowie wertvolle Kirchengewänder, Leuchter und Taufgefäße wurden gestiftet. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam durch Heirat die Herrschaft Oberbrennberg von den Lerchenfeldern an Joseph Freiherr von Gumppenberg. 1832 wurde der Besitz an den Fürsten Maximilian Karl von Thurn und Taxis verkauft.

1818 entstand die Gemeinde Brennberg. Im weiteren 19. Jahrhundert verfiel die Burg mehr und mehr.

Am 4. Juni 1935 schenkte das Fürstentum von Thurn und Taxis die Schlossruine der Gemeinde Brennberg.

Nachkriegszeit und Moderne Brennberg litt wie alle Gemeinden unter der Last des Ersten und Zweiten Weltkriegs. 1945 wurde der Ort von den Amerikanern besetzt, die zahlreiche Häuser beschlagnahmten. Später erholte sich Brennberg nach und nach und nahm 1957 die erste gemeindliche Wasserversorgung in Betrieb. Überdies entwickelten sich der Handel und das Handwerk. 1980 wurden die restliche Bausubstanz der Burg gesichert und ein Aussichtsturm errichtet.

Ende des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche gemeindliche Vorhaben realisiert: Neue Sportanlagen entstanden, ein neues Schulhaus wurde gebaut, ein neuer Kindergarten eröffnet sowie die Ortsdurchfahrt fertiggestellt. In den letzten Jahren wurden die Weichen für weitreichende Investitionen in Infrastruktur und Wirtschaft, Dorferneuerung sowie regenerative, umweltfreundliche Energie, energiesparende Technik und in die Breitbandversorgung gestellt.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1971 die Gemeinde Frankenberg eingegliedert. Bruckbach und Frauenzell (mit dem am 1. April 1949 eingegliederten Rest der ehemaligen Gemeinde Göppenbach) kamen am 1. Mai 1978 hinzu.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1576 auf 1989 Einwohner bzw. um 26,2 %.

Religion Anfang 2011 waren 88,4 % der Bevölkerung Brennbergs katholisch, 2,6 % evangelisch und 1,3 % gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.Bayerisches Landesamt für Statistik. Gemeinde Brennberg. Statistik kommunal 2014 PDF, München 2015, S. 6

Römisch-katholische Kirche Die Katholiken gehören zur Pfarrgemeinschaft Altenthann – Brennberg – Frauenzell, die dem Dekanat Donaustauf und dem Bistum Regensburg zugeordnet ist. Neben der Pfarrkirche St. Rupert, gibt es noch die Filialkirche St. Petrus in Bruckbach.

Politik und Verwaltung Gemeinderat

Der Brennberger Gemeinderat besteht aus 12 ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem hauptamtlichen Ersten Bürgermeister. Das Gemeindeparlament wird für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 1647 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Brennberg, 1153 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 70,01 Prozent lag.

Bürgermeisterin Erste Bürgermeisterin ist Marion Macht (CSU/UW). Sie erreichte bei der Bürgermeisterwahl 2026 im ersten Wahlgang 60,56 % der gültigen Stimmen, vor ihrer Mitbewerberin von Freie Wählerschaft Brennberg. Bis 2026 war Irmgard Sauerer (Freie Wählerschaft) im Amt der Bürgermeisterin, die erstmals bei der Wahl 2008 mit 57,88 % zur Ersten Bürgermeisterin gewählt wurde. 2014 wurde sie mit 92,65 % der Stimmen und 2020 wurde mit 90,29 % der Stimmen, jeweils ohne Gegenkandidat, wiedergewählt.

Wappen

Partnerschaften Brennberg pflegt partnerschaftliche Kontakte zu folgender gleichnamigen Gemeinde: Brennbergbánya, ein Stadtteil von Sopron in Ungarn

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Burgruine Brennberg mit Aussichtsturm

Bauwerke mini|Burganlage Brennberg mit Blick in die Donauebene Skulptur Fischsäule auf dem Kirchplatz Spital Brennberg Geschichte des Spitals: