mini|Ein deutscher Schützenpanzer Marder und ein niederländischer Schützenpanzer CV9035 nach einer Übung, Juni 2017 mini|Kampfpanzer Leopard 2 an der litauisch-polnischen Grenze während der Übung Iron Wolf, Teil von Saber Strike 17, Juni 2017

Die NATO Multinational Battlegroup Lithuania (MN BG Lithuania; bis 4. Februar 2025 eFP-Battlegroup Lithuania) ist ein multinationaler Kampfverband der Nordatlantikpakt-Organisation (NATO) in Litauen. Sie ist seit August 2017https://www.nato.int/cps/en/natohq/news_146557.htm mit Truppenteilen rotierend aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden und Norwegen kampfbereit und hat eine Stärke von 1200 Mann. Der Verband untersteht seit 4. Februar 2026 der deutschen Panzerbrigade 45 in Vilnius (zukünftig Rūdninkai). Zuvor gehörte er operationell zur litauischen Brigade „Eiserner Wolf“.

Hintergrund Der Aufbau der Kampfgruppe geschah im Rahmen der von der Allianz beschlossenen NATO Enhanced Forward Presence (eFP). Damit sollte den baltischen Ländern und Polen die Unterstützung des Bündnisses versichert werden und eine Abschreckung gegenüber Russland deutlich werden. In allen vier Ländern wurde ab 2017 eine NATO-Battlegroup aufgebaut.

Die MNBG wurden beim Bündnisgipfel im Juli 2016 beschlossen. Die „Führungsnationen“ waren Deutschland in Litauen, Großbritannien in Estland, die USA in Polen und Kanada in Lettland. Das Personal rotiert jedes halbe Jahr, denn die NATO-Russland-Grundakte von 1997 verbietet die dauerhafte Stationierung alliierter Truppen in Osteuropa.Mission EFP in Litauen: Fünf Jahre Sicherung der NATO-Ostflanke, Bundesministerium der Verteidigung, 7. Februar 2022 Russland sieht die Truppenstationierung der MNBG als Provokation.Hunderte deutsche Soldaten ab 2017 in Litauen, Rheinische Post, 26. Oktober 2016. Die Stationierung erfolgt aufgrund zwischenstaatlicher, mehrfach geänderter Abkommen.U.a. Deutsch-Litauische Zusammenarbeitsvereinbarung vom 23.08.2010/20.09.2010, BGBl. II, 2011, S. 246; Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Litauen über den vorübergehenden Aufenthalt von Mitgliedern der Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland und der Streitkräfte der Republik Litauen im Hoheitsgebiet des jeweils anderen Staates (Deutsch-litauisches Streitkräfteaufenthaltsabkommen), BGBl. II, 2021, Nr. 14, 9. Juli; Deutsch-litauische Vereinbarung über die militärische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Ausbildung (MilAusbZusVb DE/LT); Deutsch-litauisches Verschlusssachen-Abkommen (VerschlAbk DE/LT) vom 25. Juni 2020. Die Bundesregierung interpretiert die Regelungen so, dass eine Zustimmung des Bundestags nicht erfolgen muss. (Stand 5/2021).: „Die Beteiligung an „Enhanced Forward Presence“ der NATO stellt eine sogenannte „anerkannte Mission“ und damit keinen Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes dar. Eine Mandatierung durch den Deutschen Bundestag ist daher nicht erforderlich.“ Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine sieht sich Deutschland und damit die Bundeswehr an diese Soll-Regelung der Grundakte nicht mehr gebunden, da Moskau „sein Versprechen aus der Grundakte, keine Gewalt gegen andere Staaten anzuwenden, eindeutig gebrochen“ hat.

Zum 5. Februar 2025 wurde die eFP-Battlegroup Lithuania in NATO Multinational Battlegroup Lithuania (MN BG LTU) umbenannt. und am 24. März 2025 übernahm das Heer die truppendienstliche Führung der MN BG Lithuania vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Am 4. Februar 2026 erfolgte der Unterstellungswechsel von der litauischen Brigade „Eiserner Wolf“ an die Panzerbrigade 45.

Stationierung

1. Rotation Die Bundeswehr stellt etwa 450 Soldaten bestehend aus: einer Kampfkompanie des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach mit 20 Schützenpanzern Marder, sechs Kampfpanzern Leopard 2A6 des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd und weiteren Fahrzeugen sowie einer Versorgungskompanie und einem Stabszug., Bayerischer Rundfunk, 14. Dezember 2016. Das Kommando über die 1. Rotation hatte Oberstleutnant Christoph Huber.

2. Rotation Am 3. August 2017 übernahm der deutsche Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 371 Oberstleutnant Thorsten Gensler von Oberstleutnant Christoph Huber das Kommando über das deutsch geführte NATO eFP-Bataillon Battle Group Lithuania und die Stärke des eFP-Bataillons (ohne Verstärkungskräfte) in Rukla beträgt nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr insgesamt 916 Soldaten, davon aus: 442 Soldaten : Mechanisierte Infanteriekompanie vom 44 Pantserinfanteriebataljon "Johan Willem Friso" (mit IFV CV9035NL, gesamt: 237 Soldaten) : gemischte Mechanisierte Infanteriekompanie vom Telemark Bataljon (mit IFV CV9030NF1 und Leopard 2A4NO, gesamt: 158 Soldaten) : Versorgungskompanie vom 18 Bataljon Logistiek und 29 Bataljon Logistiek (gesamt: 57 Soldaten) Teile in der Versorgungskompanie, im Stab, sowie Aufklärungskräfte (gesamt: 22 Soldaten)

Die Bundeswehr stellte Teile aus folgenden Einheiten: Panzergrenadierbataillon 371 Panzerbataillon 393 Panzerpionierbataillon 701 Versorgungsbataillon 131 Panzergrenadierbataillon 391

3. Rotation Am 5. Februar 2018 übernahm der deutsche Kommandeur des Jägerbataillons 292 Oberstleutnant Wolf Rüdiger Otto von Oberstleutnant Thorsten Gensler das Kommando über das deutsch geführte NATO eFP-Bataillon Battle Group Lithuania. Die Stärke des eFP-Bataillons (ohne Verstärkungskräfte) in Rukla beträgt nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr insgesamt 1286 Soldaten, davon aus: 500 Soldaten : Eine Gebirgsjägerkompanie vom 7e bataillon de chasseurs alpins sowie ein Panzerzug vom 5e Régiment de Dragons (mit BV-206D, Kampfpanzer Leclerc, gesamt: 280 Soldaten) : Mechanisierte Infanteriekompanie vom 44 Pantserinfanteriebataljon "Johan Willem Friso" (mit IFV CV9035NL, gesamt: 240 Soldaten) : Mechanisierte Infanteriekompanie vom 1. mehanizirana bojna "Tigrovi" (mit Radpanzer Patria, gesamt: 230 Soldaten) : Aufklärungszug (gesamt: 35 Soldaten) 1 Mitarbeiter des isländischen Außenministeriums

Im Kern besteht das Bataillon aus mechanisierten und infanteristischen Kräften. Anlassbezogen, etwa bei Übungsvorhaben, werden Verstärkungskräfte (zum Beispiel Aufklärungskräfte, ABC-Abwehr oder Artillerie) zugeführt. Der deutsche Beitrag umfasst die Führung, Anteile einer Stabs‐ und Versorgungskompanie sowie dauerhaft mindestens eine Kampfkompanie.

Die Bundeswehr stellt Teile aus folgenden Einheiten der Deutsch-Französischen Brigade: Jägerbataillon 292 aus Donaueschingen Panzerpionierkompanie 550 aus Stetten am kalten Markt Deutsch-Französisches Versorgungsbataillon aus Müllheim Als Fahrzeuge nutzt die Bundeswehr in dieser Rotation hauptsächlich den GTK Boxer, den Transportpanzer Fuchs sowie das Kettenfahrzeug Wiesel. Die internationalen Partner nutzen die Schützenpanzer CV90, Patria AMV, VBCI und den Kampfpanzer Leclerc.

4. Rotation Die Kräfte der 4. Rotation wurden am 14. Juni 2018 in Bad Frankenhausen in den Einsatz verabschiedet. Kommandeur der 4. Rotation eFP-Bataillon Battle Group Lithuania wird der Kommandeur des Panzerbataillons 393, Oberstleutnant René Braun. Die Bundeswehr stellt Teile aus folgenden Einheiten der Panzergrenadierbrigade 37:

Panzerbataillon 393 aus Bad Frankenhausen Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg Panzerpionierbataillon 701 aus Gera Versorgungsbataillon 131 aus Bad Frankenhausen und Bad Salzungen Artillerielehrbataillon 345 aus Idar–Oberstein (temporär)

hinzu kommen:

: mechanisierte Infanteriekompanie vom 41. mechanizovaný prapor aus Žatec : mechanisierte Infanteriekompanie vom 44 Pantserinfanteriebataljon "Johan Willem Friso" aus Havelte, gesamt 220 Mann : mechanisierte Infanteriekompanie aus dem 1/3 Bataillon de Lanciers aus Marche-en-Famenne, gesamt 250 Mann : Aufklärungszug aus Diekirch, gesamt 25 Mann (in die Belgische Kompanie integriert)

5. Rotation Die Kräfte der 5. Rotation wurden am 11. Dezember 2018 in Pfreimd in den Einsatz verabschiedet. Kommandeur dieser Rotation ist der Kommandeur des Panzerbataillons 104 aus der Panzerbrigade 12, Oberstleutnant Peer Papenbroock. Dieser Verband stellt mit 450 der insgesamt 600 deutschen Soldaten auch den Großteil der Kräfte. Des Weiteren sind auch Soldaten aus den Bereichen der Stabs-/Fernmelde-Kompanie der Panzerbrigade 12, des Zentralen Sanitätsdienstes, der Streitkräftebasis sowie des Kommandos Cyber- und Informationsraum beteiligt. Neben den deutschen Teilen stellen Tschechien und die Niederlande weitere Kräfte. Somit gliedert sich die eFP-Bataillon Battle Group Lithuania I/2019 grob:

Panzerbataillon 104 aus Pfreimd stellt neben der Bataillonsführung auch die Stabs- und Versorgungskompanie sowie eine Kampfkompanie

: mechanisierte Infanteriekompanie : mechanisierte Infanteriekompanie vom 17 Pantserinfanteriebataljon "Garderegiment Fuseliers Prinses Irene" aus Oirschot

Weiter ist vorgesehen, den Gefechtsverband für Übungsvorhaben durch Kampfunterstützungskräfte der Aufklärungs- und der Artillerietruppe anlassbezogen zu verstärken. Hierfür können rund 200 Soldatinnen und Soldaten nach Litauen entsandt werden. Das Kontingent übernahm am 4. Februar 2019 vom 4. Kontingent und wird wiederum für sechs Monate in Litauen eingesetzt sein.

6. Rotation Den Schwerpunkt der Kräfte der 6. Rotation wird ab Juli 2019 das Panzergrenadierbataillon 391 aus Bad Salzungen stellen. Die Führung der multinationalen Battlegroup eFP II/19 wird der Bataillonskommandeur dieses Bataillons, Oberstleutnant Rouven Habel, sein. Ende Juli verlegen die ersten Soldatinnen und Soldaten nach Litauen. Das Panzergrenadierbataillon 391 wird insgesamt etwa 500 Soldatinnen und Soldaten stellen. Diese gliedern sich, neben der Bataillonsführung, in eine Stabs- und Versorgungskompanie sowie eine Kampfkompanie mit Schützenpanzer Marder, welche durch Kampfpanzer aus dem Panzerbataillon 393 aus Bad Frankenhausen verstärkt wird. Mit den Unterstützungskräften aus dem Versorgungsbataillon 131 aus Bad Frankenhausen, Aufklärungsbataillon 13 aus Gotha, Panzerpionierbataillon 701 aus Gera und dem Artillerielehrbataillon 345 aus Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz, werden zeitweise über 700 deutsche Soldatinnen und Soldaten in Litauen ihren Dienst verrichten. Zum Gefechtsverband werden auch belgische, niederländische, norwegische und tschechische Soldatinnen und Soldaten gehören. Die Ablösung durch die 7. Rotation ist für Februar 2020 geplant.

7. Rotation

Die aus 1200 Mann bestehenden Kräfte der 7. Rotation wurden ab Februar 2020 hauptsächlich vom Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg in Sachsen, und anderen Einheiten der Panzergrenadierbrigade 37 gestellt. Der Kommandeur des Leitbataillons, Oberstleutnant Axel Niemann, wurde auch der Führer der EFP-Battlegroup. Weitere Einheiten kommen aus folgenden Bündnisstaaten: : mechanisierte Infanterie vom 45 Pantserinfanteriebataljon "Oranje Gelderland" in Havelte mit IFV CV9035NL, Panzerhaubitzenzug vom 41 Afdeling Artillerie "Korps Veldartillerie" aus 't Harde mit Panzerhaubitze 2000 : mechanisierte Infanteriekompanie vom 3. mehanizirana bojna "Pauci" aus Knin (mit Radpanzer Patria) : mechanisierte Infanteriekompanie vom "Telemark Bataljon" (mit IFV CV9030NF1 und Leopard 2A4NO)

: Teile der Versorgungskompanie

8. Rotation Das Panzerbataillon 104 aus Pfreimd stellt vom August 2020 an den achten Leitverband der NATO-Battlegroup Lithuania (erneut) unter dem Kommando von Oberstleutnant Peer Papenbroock. Stab, eine Kampfkompanie (mit 14 Kampfpanzer Leopard 2, einem SPz Marder und einem Bergepanzer Büffel, Logistik- und Sanitätskräfte, gesamt: 500 Soldaten) : Mechanisierte Infanteriekompanie (Charly-Compagnie) vom 45 Pantserinfanteriebataljon Oranje Gelderland" aus Havelte (mit IFV CV9035NL sowie Fennek MRAT (Medium Range Anti Tank)), Pionier- und Sanitätskräfte, gesamt: 280 Soldaten,