Red Bull Racing ist ein im britischen Milton Keynes ansässiger Formel-1-Rennstall, der sich im Besitz des Energydrink-Herstellers Red Bull befindet und mit österreichischer Lizenz antritt. Eigentümer des Teams war bis zu seinem Tod am 22. Oktober 2022 Unternehmensgründer Dietrich Mateschitz. Red Bull Racing ging Ende 2004 aus dem britischen Team Jaguar Racing hervor. 2010, im sechsten Jahr seines Bestehens, erreichte das Team erstmals sowohl die Konstrukteursweltmeisterschaft als auch durch Sebastian Vettel die Fahrerweltmeisterschaft. Diesen Erfolg konnte das Team 2011, 2012 und 2013 wiederholen, 2021, 2022, 2023 und 2024 gewann das Team mit Max Verstappen vier weitere Fahrerweltmeisterschaften, 2022 und 2023 je eine weitere Konstrukteursweltmeisterschaft. Zu Red Bull gehört außerdem der italienische Formel-1-Rennstall Racing Bulls, der aus dem Minardi-Team hervorgegangen ist und als Red Bulls Juniorteam gilt.

Nach der mehr als ein Jahrzehnt andauernden Motorenpartnerschaft mit Renault setzte das Team ab der Saison 2019 bis zur Saison 2021 Motoren von Honda ein, die das Schwesterteam Toro Rosso/AlphaTauri bereits seit 2018 nutzte. Seit der Saison 2026 tritt Red Bull mit den Fahrern Max Verstappen und Isack Hadjar an.

Die Formel-1-Rennwagen von Red Bull Racing sind durchnummeriert. Die Nummer 17 wurde jedoch nicht für einen Rennwagen vergeben; stattdessen hat der Supersportwagen Red Bull Racing RB17, der im Juli 2024 auf dem Goodwood Festival of Speed vorgestellt wurde und seit 2026 in Serie gebaut wird, diese Nummer.

Geschichte mini|Sauber-Ford C14 mit Red-Bull-Werbung beim Großbritannien-GP 1995

Red Bull als Sponsor Red Bull stieg 1995 als Sponsor des Schweizer Sauber-Teams in die Formel 1 ein. Später kaufte sich Red Bull bei Sauber ein und hielt zeitweise die Mehrheit der Anteile. Der Rennstall meldete sich in dieser Zeit unter dem Namen Red Bull Sauber Petronas. Im Jahr 2002 verkaufte Red Bull seine Teamanteile an die Bank Credit Suisse, woraufhin der Rennstall wieder den Namen Sauber Petronas führte. Red Bull war in den folgenden drei Jahren allerdings noch Nebensponsor des Teams. In den Jahren 2001 und 2002 wurde zusätzlich das britische Arrows-Team unterstützt, da es dem von Red Bull geförderten Nachwuchspiloten Enrique Bernoldi ein Einsatzfahrzeug zur Verfügung stellte. 2004 war Red Bull schließlich auch mit der Marke Hangar-7 als Sponsor des Jaguar-Teams aktiv, das den Red-Bull-Junior Christian Klien einsetzte.

Die Unterstützung von Sauber endete mit Ablauf der Saison 2004, da Red Bull ab 2005 mit dem ehemaligen Jaguar-Racing-Team mit einem eigenen Rennstall antrat.

Eigenes Team 2005 mini|Logo von Red Bull Racing bis 2012 mini|David Coulthard im Red Bull RB1 beim Kanada-GP 2005

Nach der Übernahme von Jaguar Racing durch Red Bull wurde für die Saison 2005 David Coulthard als erster Fahrer verpflichtet. Dieser war vorher bei McLaren-Mercedes entlassen worden. Das zweite Cockpit sollte abwechselnd von Christian Klien und Vitantonio Liuzzi besetzt werden. Der Motorenlieferant in dieser Saison war Cosworth. Das Team fuhr zunächst noch mit britischer Lizenz. Bereits im ersten Rennen konnte Red Bull Racing durch den vierten Platz von David Coulthard und den siebten Platz von Christian Klien Punkte holen. Auch beim zweiten Rennen fuhren beide Fahrer in die Punkteränge. Ab dem vierten Rennen fuhr Vitantonio Liuzzi an der Seite von David Coulthard.

Anlässlich der Premiere von Star Wars: Episode III fuhren die Red-Bull-Wagen beim Rennen in Monte Carlo im Star-Wars-Design und auch die Crew war im Star-Wars-Outfit gekleidet. Im Rennen mussten jedoch, zum ersten Mal in der Saison, beide Fahrer ihre Autos vorzeitig abstellen.„'Darth Vader' als Tankmann bei Red-Bull-Cosworth“ (Motorsport-Total.com am 20. Mai 2005)Klassifikation Großer Preis von Monaco 2005 (Motorsport-Total.com)

Ab dem Großen Preis von Kanada übernahm Christian Klien für den Rest der Saison das zweite Cockpit. Liuzzi hatte in vier Rennen einen Punkt für das Team einfahren können. Wie alle anderen Michelin-bereiften Teams verzichtete auch Red Bull Racing beim Großen Preis der USA an den Start zu gehen. Es standen zu diesem Zeitpunkt 22 WM-Punkte zu Buche. In jedem Rennen außer dem Monaco-GP fuhr mindestens ein Auto in die Punkte.

In der zweiten Saisonhälfte sammelten Coulthard und Klien weitere zwölf Punkte. Die Fahrer kamen jedoch öfter außerhalb der Punkteränge ins Ziel als in der ersten Saisonhälfte. Insgesamt neunmal mussten die drei Fahrer vorzeitig ein Rennen beenden.

Coulthard kam am Ende der Saison auf 24 WM-Punkte und belegte den zwölften Rang in der Fahrerwertung. Klien erzielte neun WM-Punkte und wurde 15. Liuzzi belegte den 23. Rang mit einem WM-Punkt. Das Team kam somit auf 34 Punkte und belegte mit vier Punkten Rückstand auf das BAR-Honda-Team den siebten Rang der Konstrukteurswertung.

2006 mini|Robert Doornbos im Red Bull RB2 beim Brasilien-GP 2006

Die Fahrerpaarung für die Saison 2006 blieb gegenüber 2005 unverändert. Allerdings wurde Christian Klien Stammfahrer und musste das Cockpit nicht mehr mit einem dritten Fahrer teilen. Außerdem wurden die Motoren nicht mehr von Cosworth, sondern von Ferrari geliefert.

Größter Erfolg der Saison war der dritte Platz von David Coulthard beim Großen Preis von Monaco. Anlässlich der Premiere des Films Superman Returns fuhr das Team mit speziell lackierten Fahrzeugen und die Teammitglieder waren in entsprechendem Outfit gekleidet. Bei der Siegerehrung trug Coulthard ein rotes Superman-Cape.

Am 11. September 2006 entließ RBR Christian Klien, weil er das Angebot ablehnte, in die amerikanische Champ-Car-Serie zu wechseln. Testpilot Robert Doornbos übernahm für die letzten drei Rennen Kliens Cockpit.

Insgesamt mussten die Fahrer zwölf Rennen vorzeitig beenden. David Coulthard sammelte 14 WM-Punkte und wurde 13. in der Fahrermeisterschaft. Klien konnte in 15 Rennen zwei WM-Punkte erzielen und wurde 18. in der Fahrerwertung. Doornbos konnte keine weiteren Punkte für Red Bull einfahren, sah jedoch bei allen drei Rennen die Zielflagge. Das Team erzielte somit 16 Punkte und wurde erneut Siebter in der Konstrukteurswertung.

2007 mini|Mark Webber im Red Bull RB3 beim Malaysia-GP 2007

Das zweite Cockpit des Teams wurde für die Saison 2007 an Mark Webber vergeben, dessen Vertrag bei Williams ausgelaufen war. Das Team wechselte erneut den Motorenlieferanten – von Ferrari zu Renault. Der geschätzte Jahresetat belief sich auf 140 Mio. US-Dollar. Von nun an fuhr das Team unter österreichischer und nicht mehr unter britischer Lizenz.

Mit den Renault-Motoren und einem von Adrian Newey konstruierten Chassis startete das Team in die Saison 2007. Die ersten Punkte für das Team holte David Coulthard beim Spanien-Grand-Prix, wo er Fünfter wurde. Das Team fand sich nun auf dem siebten Platz der Konstrukteursmeisterschaft wieder; mit einem Punkt Rückstand auf Toyota und Williams.

Nach weiteren zwei Rennen konnte auch Webber durch den siebten Platz beim USA-GP seine ersten Punkte für Red Bull sammeln. Die am Anfang noch erfolglose Saison fand ihren Wendepunkt bei Europa-GP. Beim Regenrennen auf dem Nürburgring belegte Mark Webber den dritten Platz und konnte somit den zweiten Podiumsplatz für das Red Bull Team erzielen. David Coulthard fuhr vom 20. Startplatz auf Platz fünf. Die zehn erzielten WM-Punkte waren das bis dahin beste Resultat für das Team.

In den letzten sieben Rennen der Saison konnten weitere acht Punkte eingefahren werden. Trotzdem mussten Coulthard und Webber ihre Autos fünfmal vorzeitig abstellen.

Schmerzlich für das Team war vor allem der Ausfall von Webber beim Großen Preis von Japan. Durch ein Missverständnis mit Lewis Hamilton während der zweiten Safety-Car-Phase bremste Webber hart ab, um den langsam fahrenden Hamilton nicht zu überholen. Dieses Manöver wurde jedoch von Sebastian Vettel übersehen, der in das Heck des Red Bulls fuhr. Beide Fahrer mussten aufgeben. Webber lag zu diesem Zeitpunkt an zweiter Position und hatte gute Chancen aufs Podium zu fahren, genauso wie Vettel, der an dritter Position lag.

Beim China-GP erzielte Coulthard mit einem achten Platz den letzten Punkt in dieser Saison. Probleme bereitete vor allem das neue Schnellschaltgetriebe, das oft seinen Dienst versagte. Somit wurden in der Saison 2007 24 Punkte erzielt und das Team kletterte – begünstigt auch durch die Disqualifikation des McLaren-Teams – auf den fünften Rang der Konstrukteurswertung.

2008 mini|Mark Webber im Red Bull RB4 beim Frankreich-GP 2008

In der Saison 2008 traten erneut David Coulthard und Mark Webber für das Team an, deren Verträge bereits im Sommer der Vorsaison verlängert worden waren. Ihre Fahrzeuge wurden auch weiterhin von Renault-Motoren angetrieben. Das neue Auto mit der Bezeichnung RB4 wurde am 16. Januar 2008 bei Testfahrten in Jerez, Spanien, vorgestellt. Für Aufsehen sorgte eine auffällige Flügelkonstruktion auf der Motorabdeckung, die an eine Haifischflosse erinnerte. Diese neuartige Konstruktion wurde später von mehreren anderen Teams übernommen.

Nach sieben Rennen hatte das Team 21 WM-Punkte eingefahren. David Coulthard konnte beim Kanada-GP mit Rang drei einen Podestplatz für Red Bull erzielen, nachdem er in den ersten Rennen nicht in die Punkte gefahren war. Teamkollege Webber hatte nach fünf Platzierungen in den Punkten in Folge bereits mehr Punkte erzielt, als in der gesamten vergangenen Saison und hatte gleichzeitig seinen besten Saisonstart seit 2005 mit Williams-BMW. Das Team stand nun auf dem vierten Platz der Konstrukteurswertung, was auch auf die bis dahin gute Zuverlässigkeit des RB4 zurückzuführen war. Nach dem sechsten Platz von Mark Webber beim Frankreich-GP folgten vier Rennen ohne Punkterfolg, ehe Mark Webber, begünstigt durch die Bestrafung eines Konkurrenten, einen Punkt beim Großen Preis von Belgien holte. Da David Coulthard jedoch seit seiner Podiumsplatzierung in Kanada keine weiteren Punkte erzielen konnte und auch Webber erfolglos blieb, fiel das Team bis auf den sechsten Rang der Konstrukteure zurück. Beim Großen Preis von Italien holte Webber einen weiteren Punkt, nachdem er von Position drei gestartet war. Dem folgten mit einem siebten Platz durch Coulthard und einem achten Platz durch Webber die letzten Zielankünfte in den Punkterängen. Das Team stand damit in der Endabrechnung hinter dem Schwesterteam Toro Rosso auf dem siebten Platz der Konstrukteurs-WM.

2009 mini|Sebastian Vettel im Red Bull RB5 beim Deutschland-GP 2009

Für die Saison 2009 wurde neben Mark Webber anstelle von David Coulthard, der im Vorjahr seinen Rücktritt angekündigt hatte, der Deutsche Sebastian Vettel verpflichtet, der die vorherige Saison im Schwesterteam Toro Rosso bestritten hatte. Zum Großen Preis von China fuhr Vettel die erste Pole-Position in der Geschichte des Rennstalls heraus und holte beim Rennen den ersten Sieg für Red Bull Racing, der durch Mark Webbers zweiten Platz ein Doppelsieg wurde. Der Veranstalter leistete sich bei der Siegerehrung einen Fauxpas, in dem die britische Hymne anstatt der österreichischen für das siegreiche Team gespielt wurde, obwohl RBR seit 2006 mit österreichischer Lizenz antritt. Beim Großen Preis von Spanien löste der Neuseeländer Brendon Hartley nach dem Erhalt seiner Superlizenz Coulthard als offiziellen Ersatzfahrer ab. Zum Großen Preis der Türkei erreichte Vettel die zweite Pole-Position des Teams. Auch beim Großen Preis von Großbritannien erreichte Vettel die Pole-Position, einen Tag später gewann der Deutsche das Rennen und Webber sicherte mit Platz zwei erneut einen Doppelsieg für Red Bull. Beim Großen Preis von Deutschland, bei dem Webber die erste Pole-Position und den ersten Sieg seiner Karriere herausfuhr, war Jaime Alguersuari als Ersatzfahrer für das Team tätig.

2010 mini|Mark Webber im Red Bull RB6 beim Kanada-GP 2010