Alternativbanken, auch alternative Banken genannt (engl. alternative bank, frz. banque alternative, sp. banca alternativa), sind Universal- und Geschäftsbanken, die meist genossenschaftlich verfasst sind und sich insbesondere auf nachhaltig ausgerichtete Anlagen und Investitionen spezialisieren (siehe nachhaltiges Banking, ethisches Investment), die also bestimmten ethischen, religiösen, kirchlichen, ökologischen, sozialen oder politischen Prinzipien und Anliegen verpflichtet sind. Sie unterscheiden sich generell von herkömmlichen Banken in der Relativierung des Renditeprinzips und in ihrer stärkeren Orientierung am Stakeholder-Prinzip gegenüber dem Shareholderprinzip.
Begriff Die Begrifflichkeit ist oft unscharf, so werden alternative Banken auch gelegentlich als ökologische, ethische oder soziale Banken bezeichnet. Die meisten alternativen Banken verbinden außerdem mehrere Prinzipien. Viele alternative Banken haben eine der charakterisierenden Bezeichnungen im Namen.
Im englischsprachigen Raum werden unter dem Begriff alternative banks lediglich Genossenschaftsbanken (cooperative banks), staatliche Sparkassen (government savings banks) Landesbanken und Zweckgesellschaften (special purpose banks) verstanden, deren gemeinsames Merkmal die Abwesenheit des Profitprinzips ist. Aber auch ein dem deutschen Verständnis entsprechender Gebrauch des Ausdrucks kommt vor.
Alternativbanken in Europa
Soziale Banken
In manchen Ländern versteht man unter sozialen Banken gemeinnützige öffentliche Leihhäuser und Sozialbanken, die sich um finanzschwache Kunden kümmern, die keinen Zugang zum regulären Banksystem haben. Bank für Sozialwirtschaft, Hausbank der Wohlfahrtsverbände
Religiös gebundene Banken
Kirchliche Banken
Katholische Alternativbanken
Deutschland Bank für Kirche und Caritas in Paderborn Pax-Bank in Köln Bank für Orden und Mission Steyler Bank in Sankt Augustin Bank im Bistum Essen in Essen
Evangelische Alternativbanken
Deutschland Bank für Kirche und Diakonie eG – KD-Bank in Dortmund
Islamische Banken
Deutschland KT-Bank
Großbritannien Islamic Bank of Britain
Banken mit anthroposophischem Hintergrund GLS-Bank, Bochum; Filialen in Frankfurt a. M., Freiburg, Hamburg, Stuttgart, Berlin, München Triodos-Bank, Niederlande; Filialen in Belgien, Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich Freie Gemeinschaftsbank, Basel, Schweiz Gemeinwohl-Banken Projekt Bank für Gemeinwohl, Österreich
Ethikbanken
Dänemark Andelskassen Oikos Dragsholm Sparekasse Folkesparekassen Merkur Andelskasse
Spanien Colonya Caixa Pollença Caixa Ontinyent Coop57 Fiare Triodos Bank
Großbritannien The Co-operative Bank Ecology Building Society Reliance Bank Shared Interest Unity Trust Bank Charity Bank Niederlande Triodos Bank
Österreich Österreich: EthikBank
Belgien Belgien: Triodos Bank
Ungarn MagNet Bank
Norwegen Cultura Bank
Schweden JAK members bank Ekobanken
Deutschland EthikBank
Frankreich La Nef, erste französische Ethikbank Crédit coopératif
Italien Fiare Banca Etica, italienische Ethikbank, 2005 Banca Popolare Etica, erste italienische Ethikbank, 1998
Ökologische Banken
Deutschland Ökobank, Frankfurt a. M. Umweltbank, Nürnberg
Schweiz Alternative Bank Schweiz (ABS), Olten GEO-Bank, Genf
Nordamerika
Kanada ATB Financial, Edmonton, Alberta
USA Urban Partnership Bank, Chicago (Nachfolgerin der ShoreBank) RSF Social Finance, San Francisco New Resource Bank, San Francisco First Green Bank, Mount Dora, Florida One Pacific Coast Bank, in Oakland, Seattle, Portland und Ilwaco, Washington. Spring Bank, Bronx, New York
Oceania
Australia Bankmecu
New Zealand Prometheu
Literatur Verbraucherzentrale: Geld bewegt. Anlagen für Mensch und Umwelt. geld-bewegt.de Stiftung Warentest: Grüne Fonds und ETF. Geld anlegen mit Nachhaltigkeit. 2024, ISBN 978-3-7471-0759-1.
Einzelnachweise
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