Als Schnelle Havel wird die Havel im weitesten Sinne von Zehdenick bis Neu-Friedrichsthal oder bis unterhalb von Oranienburg bezeichnet. Sie durchfließt das gleichnamige Naturschutzgebiet.

Ursprünglich wurde diese Bezeichnung nur für den rechten Arm in der VerzweigungHans-Joachim Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen, transpress, Berlin 1987, S. 43, Bild 4.15 der Havel zwischen Liebenwalde und Kreuzthal in der Oberen Havelniederung (Distanz in Luftlinie Nord-Süd etwa 4,5 km), gebraucht. Der linke Arm war die heute nicht mehr existierende Faule Havel (träge Havel).Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), 100 Jahre Havel-Oder-Wasserstraße, 2014, S. 7: Anweisung des Kurfürsten Joachim Friedrich 1604: » … einen schiffbaren Wassergraben zwischen der Faulen Havel bei Liebenwalde und dem Möllensee oberhalb von Schöpfurth zu bauen und von da an die Finow schiffbar zu machen« (beim Wassergraben handelt es sich um den heute Langer Trödel genannten Teil des Finowkanals)Die Havel-Oder-Schifffahrt fand ursprünglich auf der Faulen Havel - insbesondere flußabwärts - statt. Von ihr ausgehend wurde der in Richtung Oder führende Finowkanal angelegt. Heute gibt es nur noch einen kleinen Rest vom Anfang der Faulen Havel bis zum Voßkanal. Nach dem Auftreffen auf den Voßkanal ist sie nur noch ein schmaler Graben, der diesen und den Malzer Kanal bis zur Schleuse Liebenwalde begleitet. Ein kurzes Stück der ehemaligen Faulen Havel existiert auch noch als totes Gewässer neben der Havel-Oder-Wasserstraße. An deren Stelle befinden sich heute der südliche Teil des Voßkanals, der Malzer Kanal (Ost) und ein Teil der Havel-Oder-Wasserstraße. Als Alternative zu Havel (ohne Zusatz) hat sich eingebürgert, nicht nur den verbliebenen Havelarm, sondern auch das Havelstück oberhalb davon ab Zehdenick und das Stück unterhalb davon bis Neu-Friedrichsthal oder bis südlich von Oranienburg in den Namen Schnelle Havel einzubeziehen. Über diese gesamte Strecke wird diese im erweiterten Sinne sogenannte Schnelle Havel von Schifffahrtskanälen begleitet und ist von Zehdenick bis Neu-Friedrichsthal naturbelassen (zahlreiche Mäander).

Verlauf

mini|links|Havel, Schnelle und Faule Havel und die begleitenden Kanäle; die Faule Havel ist im Voßkanal, im Malzer Kanal (Ost) und in der Havel-Oder-Wasserstraße (rot) aufgegangen; 2 rote Punkte: Anfang und Ende der Verzweigung der Havel in Schnelle und Faule Havel.

Die Schnelle Havel, so wie sie heute verstanden wird, beginnt am Südrand der Stadt Zehdenick, wo der Voßkanal von ihr abzweigt, fließt parallel zu diesem u. a. an Bischofswerder vorbei, wendet sich in der Höhe von Liebenwalde als alter rechter Flussarm nach Westen bis Neuholland und dann südöstlich zum Ende der ehemaligen Verzweigung. Ab dort fließt sie nahe der Havel-Oder-Wasserstraße weiter bis Malz und dann westlich parallel zum Malzer Kanal (West) bis Neu-Friedrichsthal. Ab hier fließt sie – oft auch nur als Havel bezeichnet (oder mit den regionalen Namen Friedrichsthaler und Oranienburger Havel) – nach Süden. Schiffbar ist die Havel aber erst wieder ab der Stadtmitte von Oranienburg. In der Verwendung des Namens Schnelle Havel bis unterhalb von Oranienburg ist berücksichtigt, dass die Havel erst ab hier wieder Bedeutung als schiffbare Wasserstraße hat, im Besonderen, dass sie erst ab hier ein Teil der Havel-Oder-Wasserstraße ist.

mini|hochkant=1.5|Plan des Finowkanals, 1743 ganz links die Schnelle Havel daneben die Faule Havel, in der der Finowkanal beginnt

Die Faule Havel ist in heutigen Landkarten nicht mehr enthalten. Man findet sie nur noch in alten Landkarten und Schriftstücken: Plan des (zweiten) Finowkanals von Satzmann, 1743WSV, 100 Jahre Havel-Oder-Wasserstraße, 2014, S. 10 (s. nebenstehende Abbildung) Anweisung des Kurfürsten Joachim Friedrich, 1603Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), 100 Jahre Havel-Oder-Wasserstraße, 2014, S. 7: » … einen schiffbaren Wassergraben zwischen der Faulen Havel bei Liebenwalde und dem Möllensee oberhalb von Schöpfurth zu bauen und von da an die Finow schiffbar zu machen« (beim Wassergraben handelt es sich um den heute Langer Trödel genannten Teil des Finowkanals)

Andererseits gibt es heute noch den Namen Faule Havel an anderen Stellen, z. B. als Fließgewässer südlich von Wesenberg zwischen Woblitzsee und Plätlinsee, bekannter unter Schwaanenhavel,getamap.net: Faule Havel als Ortsbezeichnung westlich von Premnitz.mapcarta.com: Faule Havel

Weblinks

Revitalisierungsvorhaben an der Schnellen Havel bis 2030 auf Landschaften in Deutschland Ausführliche Beschreibung des Verlaufs ab Liebenwalde bis zur Mündung im Faltboot-Wiki

Anmerkung

Einzelnachweise

0Schnelle Havel Kategorie:Fluss in Europa Kategorie:Flussarm in Deutschland Kategorie:Fluss in Brandenburg Kategorie:Gewässer im Landkreis Oberhavel