miniatur|hochkant|Stadtwappen Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Breslau tabellarisch und grafisch wieder.

Am 31. Dezember 2023 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Breslau 673 743. Die höchste Einwohnerzahl hatte Breslau nach Angaben der GUS im 30 Juni 2023 mit 674 132 Einwohnern. Sie ist derzeit nach Warschau und Krakau die drittgrößte Stadt Polens.

Übersicht Breslau zählte schon früh und lange zu den größten Städten Deutschlands bzw. des Heiligen Römischen Reichs und war somit auch schon immer die größte Metropole Schlesiens. Im 14. Jahrhundert war Breslau mit 15.000 Einwohnern nach Köln, Lübeck, Nürnberg und Straßburg die fünftgrößte Stadt in Deutschland.Eberhard Günter Schulz: Geburtstagsrede für Hans-Joachim Kempe zum 60. Geburtstag. (Gehalten am 13. Juni 1995 auf Schloß Schlesien in Königswinter-Heisterbacherrott) In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 8/9, 2012/2013 (2014), S. 553–557, hier: S. 553. 1500 und 1700 war sie siebtgrößte Stadt des Reichs. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überschritt man die Grenze zur Großstadt. 1880 wuchs Breslau mit 272.912 Einwohnern sogar zur drittgrößten Stadt des Deutschen Reichs und zur zweitgrößten Stadt Preußens an. In den Folgejahren überholten jedoch andere Städte Breslau mit ihrem Wachstum und ließen sie auf Platz 7 absteigen. Ohne größere Eingemeindungen, nur durch das Wachstum der Kernstadt, wuchs Breslau Anfang des 20. Jahrhunderts auf eine halbe Million Einwohner heran. Mit dem Groß-Breslau-Gesetz wurden im April 1928 eine große Anzahl der umliegenden Gemeinden nach Breslau eingemeindet und Breslau überschritt die Marke von 600.000 Einwohnern. 1939 lag die Einwohnerzahl bei 629.565 und Breslau war somit die neuntgrößte Stadt Großdeutschlands.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Breslau unter polnische Verwaltung gestellt und nahezu die komplette deutsche Bevölkerung systematisch vertrieben. Noch währenddessen wurden polnische Siedler in der Stadt angesiedelt. Die vorhandene Infrastruktur und die große Menge an Wohnraum ermöglichten eine schnelle Ansiedlung einer großen Anzahl von neuen Einwohnern. Zwar wurden viele Institutionen aus Ostgalizien und dem ostgalizischen Lemberg nach dem Zweiten Weltkrieg in Breslau angesiedelt, die neuen polnischen Einwohner stammten jedoch aus allen Teilen Polens, vorwiegend aus Großpolen, und die aus Ostgalizien stammenden Polen stellten von Anfang an eine Minderheit in der Gesamtbevölkerung dar. Bereits 1950 lebten in der Stadt über 300.000 Einwohner. Zwar siedelte man in Breslau und anderen Städten Niederschlesiens direkt nach dem Krieg viele Juden an, doch diese verließen Polen größtenteils in den Folgejahren und 1953 und ihre Bedeutung in der Stadt nahm deutlich ab.

Zwar überschritt Breslau in den 1980er Jahren erneut die Einwohnerzahlen aus der Vorkriegszeit, jedoch besaß die Stadt dabei, durch weitere Eingemeindungen in den 1950er und 1970er Jahren, mit 292,8 Quadratkilometern eine viel größere Fläche als sie 1939 mit 174,61 Quadratkilometern besaß. Mit dem Bau von Großwohnsiedlungen schuf man neuen Wohnraum in großer Zahl. Mit 643 640 Einwohnern erreichte Breslau 1991 seine höchste Einwohnerzahl, die seitdem nur leicht gefallen ist und etwa auf ähnlichem Niveau geblieben ist.

Seit den 2010er Jahren ist Breslau geprägt durch den Zuzug einer großen Anzahl von ausländischen Arbeitskräften, unter denen die Ukrainer den größten Anteil stellen.

Einwohnerentwicklung

1329 – 15 500 1357 – etwa 10 000 1439 – etwa 19 000 1526 – 22 000 1550 – 19 800 1555 – etwa 35 400 1579 – etwa 29 000 1640 – 20 000 1675 – etwa 30 000 1700 – etwa 40 000 1750 – 55 000 1756 – 54 774 1763 – 42 114 1768 – 47 000 1785 – 50 948 1799 – 58 270 1800 – 54 000 1808 – 64 500 1811 – 62 504Retrobibliothek 1819 – 78 135 1834 – 91 401 1842 – ca. 100 000 1849 – 110 702 1852 – 121 052 1863 – 154 600 1868 – 192 100 1871 – 207 997 (darunter 13 916 Juden) 1875 – 239 050 1880 – 272 912 (darunter 17 445 Juden) 1885 – 300 000Am 1. Dezember 1885: 299.640. (darunter 173 000 Protestanten, 109 000 Katholiken und 18 000 Juden) 1890 – 335 186 (darunter 17 754 Juden) 1895 – 373 200 1897 – 398 000 1899 – 413 000 1900 – 422 709 (darunter 19 743 Juden) 1904 – 461 500 1910 – 512 105pbi.edu.pl: (darunter 18 538 Polen) 1911 – 526 200 1919 – 528 260 1924 – 555 900 1925 – 557 139 (darunter 23 240 Juden) 1933 – 625 198 (darunter 20 202 Juden) 1939 – 629 565 Ende Mai 1945 – etwa 202 000 (darunter 2 000 Polen)Elżbieta Kaszuba: Między propagandą, a rzeczywistością. Polska ludność Wrocławia w latach 1945-1947, PWN, Warschau / Breslau 1997 August 1945 – etwa 216 000 (darunter 16 000 PolenJakub Tyszkiewicz: Od upadku Festung Breslau do stalinowskiego Wrocławia, Warschau / Breslau 2000, Ende 1945 etwa 43 000 Polen) 14. Februar 1946 – 170 656 (darunter 57 103 Polen, von denen 26 605 (47 %) angesiedelt wurden, der Rest zog individuell in die Stadt,Mikołaj Jakubiec: Akcja osadnicza we Wrocławiu w 1945 i na początku 1946 roku in Śląski Kwartalnik Historyczny "Sobótka", Breslau 1964 und 20 534 Juden) 1948 – 295 796 (darunter 2 100 Deutsche, 50 865 Polen aus den Kresy) (Volkszählung) 1950 – 308 925 (Volkszählung) 1955 – 378 619 1960 – 430 522 (Volkszählung) 1961 – 442 700 1962 – 451 600 1963 – 461 900 1964 – 469 400 1965 – 474 199 1966 – 480 600 1967 – 506 100 1968 – 512 200 1969 – 517 400 1970 – 526 000 (Volkszählung) 1971 – 531 100 1972 – 541 600 1973 – 560 300 1974 – 568 928 1975 – 575 890 1976 – 584 500 1977 – 592 500 1978 – 597 700 (Volkszählung) 1979 – 609 100 1980 – 617 687 1981 – 621 865 1982 – 627 068 1983 – 631 287 1984 – 635 955 1985 – 637 207 1986 – 639 998 1987 – 640 193 1988 – 639 138 (Volkszählung) 1989 – 642 334 1990 – 643 218 1991 – 643 640 1992 – 640 663 1993 – 642 332 1994 – 642 917 1995 – 641 974 1996 – 640 600 1997 – 639 399 1998 – 637 877 1999 – 636 765 2000 – 633 857 2001 – 634 047 2002 – 639 150 (Volkszählung) 2003 – 637 548 2004 – 636 268 2005 – 635 932 2006 – 634 630 2007 – 632 930 2008 – 632 162 2009 – 632 146 2010 – 630 256 (30 Juni) 2020 – 643 782 (30 Juni), 641 928 (31 Dezember) 2023 – 674 132 (30 Juni), 673 743 (31 Dezember)

+ Jahr Einwohner Anmerkungen 2010 632 996 (294 960 männlich, 338 036 weiblich)Stan i struktura ludności oraz ruch naturalny w przekroju terytorialnym w 2010 r. Stan w dniu 31 XII. 2011 630 131 Stand am 31. März (Volkszählungsergebnis)Ludność w gminach. Stan w dniu 31 marca 2011 r. – wyniki spisu ludności i mieszkań 2011 r. 2011 631 235 Stand am 31. Dezember (294 569 männlich, 336 666 weiblich)https://www.stat.gov.pl/cps/rde/xbcr/gus/LUD_bilans_ludnosci_31-12-2011.xls 2012 631 188 (294 303 männlich, 336 885 weiblich)https://www.stat.gov.pl/cps/rde/xbcr/gus/LU_ludnosc_stan_struktura_31_12_2012.pdf 2013 631 263 Stand am 30. Juni (294 300 männlich, 336 963 weiblich) 2014 634 487 2015 635 759 Stand am 31. Dezember 2016 637 683 2017 638 586 Nach Schätzungen der Stadt sollen sich 60.000–70.000 Ukrainer in der Stadt befinden.Bankier: Wrocław: 10 proc. mieszkańców miasta to obywatele Ukrainy Von Januar 2016 bis September 2017 wurden laut dem Arbeitsamt Breslau in der Stadt Breslau und im Landkreis etwa 157 640 ausländische Arbeitnehmer eingestellt, die meistens aus der Ukraine, Weißrussland, Georgien, Moldawien, Armenien und aus Russland stammten.Wroclife: Ilu Ukraińców pracuje w Polsce i we Wrocławiu? 2018 640 648 2019 642 869 2020 641 928 2023 674 132

Grafiken

Alterspyramide mit der Altersstruktur der Stadt für das Jahr 2014 (Frauen in blau und Männer in schwarz): 690x480px

Stadtfläche

450px|mini|Flächenwachstum und Eingemeindungen 1808 20,48 km² 1868 30,20 km² 1895 30,93 km² 1897 35,76 km² 1899 36,07 km² 1904 42,39 km² 1911 49,20 km² 1924 49,61 km² 1928 174,61 km² 1951 225,00 km² 2006 292,82 km²

Literatur

Knipping: Die Entwicklung von Breslau, seine Eingemeindungen und Einwohnerzahlen J.G. Knie, J. M. L. Melcher: Alphabetisch-statistisch-topographische Übersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien Encyklopedia Wrocławia Barbara Kwiatkowska: Mieszkańcy średniowiecznego Wrocławia, Breslau 2005 Roczniki statystyczne GUS Roczniki demograficzne GUS Bank danych regionalnych GUS „Ludność. Stan i struktura w przekroju terytorialnym“

Einzelnachweise

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