Beim Eisenbahnunfall von Sanry-sur-Nied fuhr am 24. August 1951 früh morgens ein Schnellzug bei Sanry-sur-Nieddpa: Der Schnellzug.Semmens, S. 147, gibt als Unfallort fälschlich (den nicht existierenden Ort) „Sary-sur-Sud“ an. auf einen dort außerplanmäßig haltenden Zug auf, wobei 21 Menschen ums Leben kamen.
Ausgangslage Der Nachtschnellzug D 1118Deutsche Bundesbahn: Amtliches Kursbuch. Westliches Deutschland. Sommerfahrplan 20.5.–6.10.1951. Bielefeld 1951, S. 13: Fahrplantabelle N (Paris–Frankfurt/Köln). war von Frankfurt am Main nach Paris unterwegs. Am Zugschluss führte er einen Gepäck-Semmens, S. 147. oder Bahnpostwagen.AP: Schweres Zugunglück, nennt Beides. In dem Zug reisten auch zahlreiche Angehörige der US-amerikanischen Besatzungstruppen. Dem Frankfurter Zug folgte bei Metz unmittelbar der Schnellzug von Basel nach Calais auf der gleichen Strecke.
Unfallhergang Infolge des Fehlers eines StellwerksmitarbeitersSo: Semmens, S. 147. Die Berichte unmittelbar nach dem Unfall (dpa: Der Schnellzug; AP: Schweres Zugunglück) gehen davon aus, dass ein Signalversagen vorlag., einer nicht eindeutigen bzw. fehlerhaften Signalstellung oder weil er feststellte, dass offensichtlich etwas mit den Signalen nicht in Ordnung warAP: Schweres Zugunglück, hielt der Lokomotivführer des aus Frankfurt kommenden Zuges bei Sanry-sur-Nied an. Da der Zugführer des Frankfurter Zuges wusste, dass ihm der Schnellzug von Basel nach Calais unmittelbar folgte, lief er zurück, um Knallkapseln auszulegen, die den folgenden Zug warnen sollten. Er kam aber nur 250 Meter weit, als der Zug nach Calais ihm begegnete. Mit etwa 100 km/h fuhr dieser auf den stehenden Zug auf. Dessen Gepäck- oder Bahnpostwagen am Zugschluss wurde zertrümmert und die beiden davor eingereihten Personenwagen aufeinander geschoben. In der Folge könnte ein Brand ausgebrochen sein. Jedenfalls wird von mehreren Verletzten mit Verbrennungen berichtet.
Folgen 21 Menschen starben, vier davon US-amerikanische Militärangehörige. Auch französische Soldaten befanden sich unter den Opfern.
Mindestens 35 Menschen wurden verletzt.So: dpa: Der Schnellzug; AP: Schweres Zugunglück nennt die Zahl von 40 Verletzten. Einige von ihnen erlitten „durch den Dampf der in den entgleisten Zug hineinfahrenden Lokomotive schwere Verletzungen“. Die US Air Force entsandte zwei Transportflugzeuge vom Flughafen Frankfurt Main nach VerdunSie landeten vermutlich auf dem Flughafen Verdun-Le Rozelier, damals ein amerikanischer Luftwaffenstützpunkt., um die Toten und Verletzten auszufliegen. Die 18 US-amerikanischen Verletzten wurden nach Neubiberg bei München geflogen und von dort in ein Militärhospital eingeliefert. Unter den Toten sollen keine Deutschen gewesen sein. Lokomotivpersonal und Reisende im Zug nach Calais blieben unverletzt.
Literatur AP: Schweres Zugunglück bei Metz – 20 Tote. In: Frankfurter Rundschau vom 25. August 1951, S. 1. dpa: Der Schnellzug Frankfurt – Paris gerammt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. August 1951, S. 1. Peter W. B. Semmens: Katastrophen auf Schienen. Eine weltweite Dokumentation. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71030-3.
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Anmerkungen
Einzelnachweise
Sanry-sur-Nied Sanry-sur-Nied Kategorie:Sanry-sur-Nied Kategorie:Schienenverkehr (Lothringen) Kategorie:SNCF Kategorie:Schienenverkehr (Grand Est)