MCR-1 ist ein Enzym, das Bakterien eine Resistenz gegenüber Colistin und anderen Polymyxinen verleiht. Colistin wird als Reserveantibiotikum gegen multiresistente Keime eingesetzt. MCR-1 katalysiert den Transfer von Phosphoethanolamin auf Lipid A.
mini|links|Das Bakterium E. coli, in dem MCR-1 zuerst gefunden wurde. Der Mechanismus wurde zuerst in E. coli-Stämmen im Schwein entdeckt. Später wurde das Gen von unabhängigen Forschern in Malaysia, England, China, Europa, DeutschlandLinda Falgenhauer, Said-Elias Waezsada, Yancheng Yao u. a.: Colistin resistance gene mcr-1 in extended-spectrum β-lactamase-producing and carbapenemase-producing Gram-negative bacteria in Germany. In: The Lancet Infectious Diseases. Band 16, Nr. 3, März 2016, S. 282–283, doi:10.1016/S1473-3099(16)00009-8 (Volltext online).Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF): . Pressemitteilung vom 7. Januar 2016 Auf: dzif.de/news; zuletzt abgerufen am 17. Januar 2017. und den USA in Keimproben vom Menschen nachgewiesen. 2016 konnten Forscher für MCR-1 die erste plasmidvermittelte Polymyxin-Antibiotikaresistenz nachweisen, die einen horizontalen Gentransfer ermöglicht, also die Übertragung von Polymyxinresistenz-vermittelnden Genen in andere Bakterienstämme.
Im April 2016 wurden in Pennsylvania im Urin einer 49-Jährigen E. coli Bakterien gefunden, die gegen Colistin resistent waren. Neben anderen Resistenzgenen trug der Bakterienstamm das MCR-1-Gen, das diese Bakterien auch gegen das letzte Reserveantibiotikum widerstandsfähig macht. In den folgenden Monaten wurden bei weiteren Patienten multiresistente Erreger mit diesem Gen gefunden.
Siehe auch Carbapenamasen
Einzelnachweise
Kategorie:Medizinische Hygiene Kategorie:Antibiose Kategorie:Transferase