mini|hochkant=1.8|Schematische Darstellung des Metronetzes Die Metro Nowosibirsk (/ Transkription Nowossibirski metropoliten) ist die U-Bahn der russischen Stadt Nowosibirsk. Bis zur Eröffnung der Metro Jekaterinburg 1991 war sie die einzige U-Bahn im asiatischen Teil Russlands. Sie besteht aus zwei Linien mit dreizehn Stationen sowie einer Länge von 15,9 Kilometern.Website der Metro Nowosibirsk (russisch), abgerufen am 17. Februar 2016

Geschichte Erste Pläne gab es bereits in den 1960er Jahren, als klar wurde, dass das Wachstum der Stadt neben der Straßenbahn ein weiteres öffentliches Verkehrsmittel notwendig machte. In einer großen Untersuchung wurden eine Schnellstraßenbahn, ein Metronetz und ein Mischbetrieb aus beidem abgewägt. Im Jahr 1978 fiel die Entscheidung zum Bau eines großen Metronetzes ohne ergänzende Straßenbahn. Am 12. Mai begannen die Bauarbeiten an der Station Oktjabrskaja. Alle Stationen liegen in relativ geringer Tiefe und wurden zumeist in offener Bauweise errichtet. Die Tunnel hingegen sind gebohrt.

Nach einer Bauzeit von sechs Jahren fuhr der erste Zug auf der Leninskaja-Linie (Ленинская) zwischen den Stationen Studentscheskaja und Krasny Prospekt. Die Züge verbanden fünf Stationen und überquerten den Ob und dessen Flussaue mittels der 2145 Meter langen Metrobrücke (davon knapp 900 Meter über dem Fluss). Die Linie wurde in den folgenden Jahren um zwei weitere Stationen im Norden und eine im Westen erweitert. Die Linie stellt das Rückgrat des Nowosibirsker Metronetzes dar, da sie die zwei Stadtzentren auf dem linken und rechten Ufer des Obs verbindet.

Am 31. Dezember 1987 wurde die zweite Linie, Dserschinskaja (Дзержинская), mit der Umsteigestation Sibirskaja eröffnet. Anfangs wurde nur ein Tunnel betrieben: Ein einzelner Zug pendelte zwischen den Stationen Sibirskaja und Ploschtschad Garina-Michailowskowo am Hauptbahnhof der Stadt. Mit der Eröffnung der dritten Station Marschala Pokryschkina wurde auch der zweite Tunnel in Betrieb genommen, nun pendelten zwei Züge (ohne Gleiswechsel, jeder Zug nutzte einen Tunnel). Am 25. Juni 2005 wurde der Südtunnel zur vierten Station der Linie, Berjosowaja Roschtscha (Берёзовая Роща) eröffnet, zwei Jahre später der Nordtunnel. Erst damit konnte auf der Linie ein konventioneller Betrieb mit drei Zügen auf zwei Richtungsgleisen aufgenommen werden. Am 7. Oktober 2010 wurde eine weitere Station in östlicher Richtung, Solotaja Niwa, eröffnet. Am 26. Oktober 2010 wurde die Station auf Gerichtsbeschluss wegen Unregelmäßigkeiten bei der Erteilung der Betriebsgenehmigung aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen. Sie wurde erst am 9. Februar 2011 nach der Freigabe durch die technische Aufsichtsbehörde wieder in Betrieb genommen.Artikel. RIA Novosti (russisch), 9. Februar 2011.

Pläne Geplant sind momentan noch zwei Stationen der Dserschinskaja-Linie in Richtung Osten, Dowatora (Доватора) und Wolotschajewskaja (Волочаевская). Da jedoch relativ geringe finanzielle Mittel für den U-Bahn-Bau bereitgestellt werden, dauern die Bauarbeiten wesentlich länger als ursprünglich vorgesehen und die zuletzt angegebenen Termine für die Inbetriebnahme 2012 und 2013 konnten nicht gehalten werden. Das Gleiche gilt für die Leninskaja-Linie, auf der im Anschluss an die Station Ploschtschad Marksa in westlicher Richtung die Station Ploschtschad Stanislawskowo (Площадь Станиславского) gebaut werden soll und bereits 2011 eröffnet werden sollte. Gegenwärtig ruht der Weiterbau (Stand: September 2011). Auf den Aushangplänen in den Metro-Zügen wird die Station Ploschtschad Stanislawskowo als nächstes Bauziel angezeigt. In Pressekonferenzen der Stadt im Sommer 2011 wurde jedoch die Station Dowatora der Dserschinskaja-Linie als neue erste Priorität favorisiert, da hier mehr neue Passagiere zu erwarten und somit höhere Fördergelder aus Moskau möglich seien. Für den Fall einer solchen Finanzierung ab 2013 wurde eine Inbetriebnahme 2016 in Aussicht gestellt.Bericht. ngs.ru, 16. August 2011 (russisch); abgerufen am 22. September 2011.

Längerfristig ist eine dritte Linie, Kirowskaja (Кировская) auf dem linken Ob-Ufer nach Süden geplant, ebenso der Bau einer vierten Linie vom Nordosten der Stadt in die Stadtbezirke weit im Süden. Eine fünfte Linie soll in einem Halbkreis die zentrumsfernen Stadtviertel im Osten der Stadt verbinden. Die erste Linie soll in beide Richtungen verlängert werden. Die zweite Linie sollte gemäß den ursprünglichen Plänen den Ob Richtung Westen unterqueren, inzwischen wird vereinzelt auch ein Weiterbau nach Nordosten erwogen, wo mehr Fahrgäste zu erwarten wären. Obwohl beim Bau der Station Berjosowaja Roschtscha bereits ein Tunnel für die künftige vierte Linie vorgesehen wurde, ist eine Umsetzung all dieser Pläne in den nächsten Jahrzehnten nicht zu erwarten.

Liste der Stationen In der nachfolgenden sortierbaren Tabelle sind die Stationen zunächst gemäß der deutschen Transkription ihrer Namen alphabetisch sortiert aufgeführt. Bei Sortierung nach Linie werden die Stationen gemäß ihrer Abfolge von Nord nach Süd bzw. von West nach Ost auf den beiden Linien geordnet.

Bild Transkription / Originaler Name / Übersetzung Linie Übergang zur Linie Eröffnet Karte Bemerkenswertes in der Nähe 80px|Berjosowaja Roschtscha Berjosowaja Roschtscha Birkenhain 22px nördliches Gleis erst am 23. Juni 2007 eröffnet Park Berjosowaja Roschtscha 80px|Gagarinskaja Gagarinskaja Gagarin-Station 22px Übergang zum Haltepunkt Gagarinskaja der Eisenbahn Richtung Krasnojarsk (Vorortzüge) 80px|Krasny Prospekt Krasny Prospekt Roter Prospekt 22px 22px Sibirskaja Spartak-Stadion, Zentralmarkt, Zirkus, Himmelfahrtskathedrale 80px|Marschala Pokryschkina Marschala Pokryschkina Marschall-Pokryschkin-Station 22px   80px|Oktjabrskaja Oktjabrskaja Oktober-Station 22px Staatliche Öffentliche Wissenschaftlich-Technische Bibliothek der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften 80px|Ploschtschad Garina-Michailowskogo Ploschtschad Garina-Michailowskogo Garin-Michailowski-Platz 22px Hauptbahnhof 80px|Ploschtschad Marksa Ploschtschad Marksa Marx' Platz 22px „Zweites Stadtzentrum“ auf dem linken Ufer des Ob 80px|Ploschtschad Lenina Ploschtschad Lenina Lenins Platz 22px Stadtzentrum, Staatliches Akademisches Opern- und Ballett-Theater, Lenin-Denkmal 80px|Retschnoi Woksal Retschnoi Woksalteilweise oberirdisch Flussbahnhof 22px Flussbahnhof, zentraler Umsteigepunkt zu Vorortzügen und -bussen nach Süden 80px|Sajelzowskaja Sajelzowskaja Hinter-Jelzowka-Station 22px   80px|Sibirskaja Sibirskaja Sibirische Station 22px 22px Krasny Prospekt Spartak-Stadion, Zentralmarkt, Zirkus, Himmelfahrtskathedrale 80px|Solotaja Niwa Solotaja Niwa Goldes Feld 22px   80px|Sportiwnaja Sportiwnaja Sport Station 22px Sibirien-Arena 80px|Studentscheskaja Studentscheskaja Studentische Station 22px Staatliche Technische Universität Nowosibirsk

Anmerkungen:

Fahrzeuge Die Zugsflotte der Metro Nowosibirsk besteht aus Modellen wie den sowjetischen 81-717/714 und russischen 81-540.2/541.2. In der Nowosibirsker U-Bahn werden vierteilige elektrische Triebwagen verwendet. Im Jahr 2022 betrug die Gesamtzahl der Triebwagenzüge 26 (104 Wagen).

Weblinks

Offizielle Website (russisch) Metro Nowosibirsk. urbanrail.net (englisch).

Einzelnachweise

Nowosibirsk Kategorie:Spurweite 1524 mm Nowosibirsk Kategorie:Verkehr (Sibirien) Kategorie:Verkehr (Nowosibirsk)