Ottman Azaitar (* 20. Februar 1990 in Köln, Deutschland) ist ein deutsch-marokkanischer professioneller MMA-Kämpfer. Er war deutscher Meister im Thaiboxen und ehemaliger Champion der Brave Combat Federation in der Leichtgewichtsklasse. Den Titel gewann er am 17. November 2017, wurde jedoch im September 2018 von der Organisation aberkannt („gestrippt“), da er ihn nicht fristgerecht verteidigt hatte.

Leben Azaitar wuchs im Kölner Stadtteil Dellbrück auf, bis er mit seiner Familie nach Weiden umzog. Er besuchte bis zum fünfzehnten Lebensjahr die König-Fahd-Akademie in Bonn. An der Akademie werden alle Schulfächer ausschließlich in Arabisch unterrichtet. Diese ungewöhnliche Schullaufbahn hatte vorerst negative Auswirkungen auf seine Deutschkenntnisse, die sich mit seinem Schulwechsel auf das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Köln bemerkbar machten. Die anfänglichen Sprachschwierigkeiten wurden jedoch überwunden und er verließ das Gymnasium nach dem Abitur im Jahre 2012 mit einem Notendurchschnitt von 1,9.

Nach dem Abitur nahm er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre auf. Seine Bachelorarbeit schloss er mit der Note 1,0 ab. Daraufhin begann er sein Master-Studium und absolvierte zwei Semester. Da er sich mehr seiner Sport-Karriere widmen möchte, pausiert er sein Master-Studium.

Sportkarriere Seine Sportlaufbahn begann er bereits als sechsjähriger Junge. Bis zum zehnten Lebensalter erlernte er die Techniken der Ju-Jitsu-Kampfkunst. Anschließend wechselte er zum Boxen, Thaiboxen und Kickboxen, worin er auch bis zum Jahre 2012 mehrere wichtige Titel gewann. Dazu zählen seine Titel als Meister im Thaiboxen des Landes Nordrhein-Westfalen 2011 und im folgenden Jahr als deutscher Meister im Thaiboxen. Zur gleichen Zeit wurde Ottman Azaitar in das deutsche Thaibox-Nationalteam einberufen und nahm an der Weltmeisterschaft in Sankt Petersburg teil.

Ottman Azaitar kämpft seit dem Jahr 2012 in den MMA-Sportarten unter verschiedenen Organisationen. So führte er Kämpfe unter der internationalen MMA-Organisation „Brave Combat Federation“ und gewann in dieser Veranstaltungsreihe den „Kampf des Jahres 2016“-Titel, nachdem er seinen argentinischen Gegner Kevin Koldobsky bei einem Co-Main-Event in der dritten Runde nach Punkten schlug. Weitere Kämpfe fanden unter europaweit bekannten MMA-Organisationen statt, wie der German MMA Championship.

In seinem Titelkampf am 17. November 2017 in Bahrain gewann Ottman Azaitar den ersten Champion-Titel in der Leichtgewichtsklasse der Brave Combat Federation. Am 18. August 2018 besiegte er Danijel Kokora bei Brave 14 in Marokko in einem Nicht-Titelkampf im Weltergewicht. Da er seinen Leichtgewichts-Champion-Titel seit dem Gewinn nicht verteidigt hatte, wurde er im August 2018 von der Organisation des Titels enthoben und anschließend entlassen, bevor er zur Ultimate Fighting Championship (UFC) wechselte. Am 22. Januar 2021 wurde Azaitars Vertrag mit der UFC aufgelöst, nachdem er gegen Quarantäne-Regeln verstoßen hatte. Seit Februar 2021 ist Ottman wieder Teil des UFC-Kaders. Er verlor seine folgenden drei Kämpfe allesamt via Knockout, zuletzt gegen Michael Johnson.

Kontroversen

Strafrechtliche Verfahren im familiären Umfeld Ottman Azaitar geriet im Zusammenhang mit strafrechtlichen Verfahren im Umfeld seiner Familie in die Kritik. Deutsche Medien ordnen ihn dabei den Ereignissen rund um seine Brüder Abubakr Azaitar und Omar Azaitar zu.

In einem Bericht der Kölnische Rundschau wird beschrieben, dass die drei Brüder als Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung und weiterer Delikte mit der Justiz in Konflikt gerieten. So stand Ottman am 24. Januar 2006 als Teil einer Gruppe vor Gericht, die einen Mann brutal zusammengeschlagen hatte; sein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde damals abgetrennt.

Sein Bruder Abubakr Azaitar wurde unter anderem wegen mehrfacher Gewaltdelikte verurteilt. Dazu zählten ein Überfall auf einen Geschäftsmann im Jahr 2003, bei dem das Opfer mit einem Grillanzünder übergossen, mit dem Tod bedroht und dessen Ferrari gestohlen wurde (Verurteilung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft), sowie eine Körperverletzung an seiner damaligen Freundin auf einem Weihnachtsmarkt in Wuppertal, bei der ihr Trommelfell verletzt wurde. Auch Omar Azaitar wurde in diesem Kontext wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt; zudem waren die Brüder 2005 wegen schweren Bandendiebstahls in 14 Fällen rechtskräftig verurteilt worden.

UFC-Entlassung wegen Verstoßes gegen Sicherheitsprotokolle Darüber hinaus wurde Ottman Azaitar im Jahr 2021 international thematisiert, nachdem er von der Ultimate Fighting Championship (UFC) entlassen worden war. Grund war ein schwerwiegender Verstoß gegen die COVID-19-Sicherheitsrichtlinien auf der „Fight Island“ in Abu Dhabi. Azaitar und sein Team hatten ihre Identifikations-Armbänder entfernt und an Außenstehende weitergegeben, wodurch eine unbefugte Person in sein Hotelzimmer gelangen und ihm eine Tasche übergeben konnte. Der geplante Kampf wurde abgesagt. Sein Bruder Abu Azaitar war ebenfalls bei der UFC und wurde wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen für sieben Monate gesperrt.

Medienkritik und Nähe zum marokkanischen Königshaus Azaitar steht gemeinsam mit seinen Brüdern, darunter dem MMA-Kämpfer Abu Azaitar, wiederholt in der Kritik marokkanischer und internationaler Medien aufgrund seiner engen Verbindung zu König Mohammed VI. Medienberichte, unter anderem von Hespress und The Economist, warfen den Brüdern vor, ihre Nähe zum Monarchen für geschäftliche Vorteile und zur Schaustellung eines luxuriösen Lebensstils zu nutzen, während das Land mit sozialen und wirtschaftlichen Problemen kämpfte.

Kritische Artikel beschrieben die Brüder teilweise als „notorische Gauner“ mit einem „Rasputin-artigen Einfluss“ auf den König. Die Berichterstattung thematisierte auch die Vergangenheit von Abu Azaitar, der in Deutschland wegen Körperverletzung verurteilt wurde, sowie den auffälligen Lebensstil der Familie, der in Diskrepanz zur wirtschaftlichen Lage vieler Marokkaner stehe. Das Königshaus äußerte sich nicht offiziell zu den Vorwürfen.

Liste der Profikämpfe 13 Siege – 0 Remis – 3 Niederlage

ErgebnisGegnerBilanzRundeOrganisationDatumOrtLoss Michael Johnson13-0-32UFC on ESPN: Covington vs. Buckley14.12.2024 TampaLoss Francisco Prado13-0-21UFC on ESPN: Holm vs. Bueno Silva15.07.2023 Las VegasLoss Matt Frevola13-0-11UFC 28112.11.2022 New York City Win Khama Worthy13-0-01UFC Fight Night: Waterson vs. Hill12.09.2020 Las VegasWin Teemu Packalen12-0-01UFC 24207.09.2019 Abu DhabiWin Danijel Kokora11-0-01Brave Combat Federation 1418.08.2018 MarokkoWin Alejandro Martinez10-0-03Brave Combat Federation 617.11.2017 BahrainWin Charlie Leary9-0-01Brave Combat Federation 431.03.2017 Abu DhabiWin Kevin Koldobsky8-0-03Brave Combat Federation 202.12.2016 BahrainWin Łukasz Szczerek7-0-01German MMA Championship 816.04.2016 Castrop-RauxelWin Ramūnas Paliunis6-0-01Fair FC 428.11.2015 EindhovenWin Christoph Hector5-0-01Mix Fight Gala 1806.05.2015 FuldaWin Serge Dali4-0-01German MMA Championship 618.04.2015 Castrop-RauxelWin Ilbey Akdas3-0-01Fair FC 328.03.2015 HerneWin Alex Vogt2-0-02Fair FC 211.01.2014 HerneWin Patrick Talmon1-0-01Showdown Fight Night 107.06.2014 Mannheim

Auszeichnungen Sport

2014: Bester MMA Newcomer (Ground and Pound) 2015: Bester junger Kämpfer Deutschlands (Ground and Pound) 2015: Submission des Jahres 2015 (Ground and Pound) 2016: Kampf des Jahres (Brave Combat Federation) 2017: Brave Leichtgewicht Weltmeister (Brave Combat Federation) 2018: Ehrung vom marokkanischen König Mohamed VI.

Sonstige Bereiche 2015: Auszeichnung zur Mitwirkung im Album Blut von Farid Bang (Grove Attack) 2016: Ehrung als Vorbild des Jahres für marokkanische Jugendliche (Amana e. V.)

Sonstiges

Ottman Azaitar ist der jüngere Bruder vom MMA-Kämpfer Abu Azaitar.

Anmerkungen, Einzelnachweise

Kategorie:Kickboxer (Deutschland) Kategorie:Thaiboxer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Marokkaner Kategorie:Geboren 1990 Kategorie:Mann