Georg Wilhelm von Aschersleben (* 1702; † 1775) war ein preußischer Kammerpräsident. Er leitete von 1742 bis zu seiner Entlassung 1763 die Pommersche Kriegs- und Domänenkammer.
Leben Er stammte aus der adligen uckermärkischen Familie von Aschersleben. Sein Vater Ernst Sigmund von Aschersleben war Erbherr auf Crussow und Polßen in der Uckermark. Georg Wilhelm von Aschersleben hatte vier Brüder, darunter Hans von Aschersleben (* 1698; † 1772), der Landrat und Vize-Landesdirektor der Uckermark wurde.
Hans war wohl der Sohn des Martin Sigismund von Aschersleben und der Margaretha Hedwig von Klützow-Dedelow. Aschersleben besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin und studierte dann an der Universität Frankfurt. Er trat in den preußischen Staatsdienst ein. Zunächst arbeitete er in der Kanzlei des Generaldirektoriums. 1725 kam er zur Kurmärkischen Kriegs- und Domänenkammer, 1730 dann zur Königsberger Kriegs- und Domänenkammer, wo er 1736 Kriegs- und Domänenrat wurde.
1740 wurde er Kammerdirektor bei der Pommerschen Kriegs- und Domänenkammer in Stettin. Als Nachfolger von Philipp Otto von Grumbkow wurde er hier 1742 zum Kammerpräsidenten befördert.Vgl. Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Baltische Studien. Neue Folge Band XIV, Kapitel IV, Léon Saunier, Stettin 1910, S. 17. Wiederholt zeigte sich König Friedrich II. mit seiner Amtsführung unzufrieden. So lehnte der König 1749 eine Bitte um eine Gehaltszulage ab; wenn Aschersleben nicht mit „seinen Fickfackereien“ aufhöre, könne er keine Verbesserungen erwarten. Im Jahre 1763 entließ König Friedrich II. Aschersleben schließlich, ebenso wie gleichzeitig den Stettiner Kammerdirektor Victor Siegmund von Miltitz. Im Jahre 1768 lehnte König Friedrich II. eine Pension für Aschersleben ab. KammerpräsidentErnst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg oder Geschichte der einzelnen Kreise, Städte, Rittergüter, Stiftungen und Dörfer in derselben, als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karl’s IV. Band IV: Kreise Prenzlau-Templin-Angermünde. Selbstverlag, Berlin 1864, S. 61. blieb er bis 1775.
Aschersleben war GutsherrVgl. C. L.Stengel (Hrsg.): Beiträge zur Kenntniß der Justizverfassung und juristischen Literatur in den Preussischen Staaten. Band 11, Verlag des Waisenhauses (Franckesche Stiftungen), Halle/Berlin September 1800, S. 50, S. 82. auf Klockow. Seine Ehefrau Sophie Philippine war eine geborene Forcade de Biaix, Tochter des Generalleutnants Jean Quirin de Forcade, und verwitwete de Gleveaux. Aschersleben starb 1775. Sein Gut Klockow fiel an seinen Sohn Friedrich Wilhelm Sigismund von Aschersleben († 1781 in Potsdam), der Hauptmann (Capitän) in der preußischen Armee und seit 1764 TrägerC. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 38, Nr. 26, Mit: Liste der Ritter der Balley Brandenburg des Johanniter-Ordens von 1550 bis 1800. Fortsetzung 1764, 1. Oktober. Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin, den 30. Juni 1897, S. 151. Nr. 452. des Königlich Preußischen St. Johanniter-Ordens war. Seine Kongregations-Aufschwörungstafel, und die des August Wilhelm Friedrich von Aschersleben (511/1754), blieb im GStA-PK (542/1759) erhalten.C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 41, Nr. 20, Mit: Alphabetisches Verzeichniß der im Königlichen Geheimen Staats-Archive in Berlin befindlichen Ahnentafeln der Balley Brandenburg des Johanniter-Ordens von 1652 bis 1800* Nummer und Jahreszahl. Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin, den 16. Mai 1900, S. 119. Der Sohn übernahm zunächst noch Gut Klockow.Ludwig Gustav von Winterfeld-Damerow: Geschichte des Geschlechts von Winterfeld. Nach Urkunden. Band 3, A. Mieck`s-Selbstverlag, Damerow/Prenzlau 1874, S. 307. Der Offizier hatte Obligationen in Höhe von 6.000 Thlr. offen, an Oberst Carl von Schätzel, mit Terminstellung Januar 1820 beim Königlich Preußischen Kammergericht zu Berlin. Der eigentliche Anstoß kam von der Familie von Arnim und den Gebrüdern von Tschammer, indirekt gleichfalls der Auguste Ernestine von Eickstädt, im Bezug zu alten Hypotheken auf das Rittergut Klockow. Die betraf mehr oder minder mehrere Angehörige der von Aschersleben, so den Hofmarschall Carl Leopold von Aschersleben nebst Gattin Adolphine Friederike Dorothee Albertine geb. von Warburg. Die Aschersleben schienen damals in ernsten finanziellen Schwierigkeiten zu sein.Unpagniert: Gerichtliche Vorladungen, In: Erste Beilage zum 35. Stück der Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen. 1820. Berlin, den 21. März 1820.
Literatur Vita, In: Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 25. Politische Correspondenz Friedrich's des Grossen. Band 16, Register. Verlag von Alexander Duncker, Berlin 1888, S. 5, 6, 46, 240, S. 347. Stammbaum, In: Christian Wilhelm Grundmann: Versuch einer Ucker-Märkischen Adels-Historie, Aus Lehn-Briefen und andern glaubwürdigen Uhrkunden. Cap. 6: von dem Ascherslebener Geschlecht. Verlag Christian Ragoczy, Prenzlau MDCCXLIV, S. 317–318.
Weblinks Aschersleben, Friedrich August Wilhelm von. 29. Januar 1753. Aufschwörungstafel mit Nennung d. Eltern-Georg Wilhelm von Aschersleben u. Sophia Philippina de Forcade, In: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA-PK) X. HA, Rep. 9, Nr. 511 Johanniterorden | Archivportal-D Aschersleben, Friedrich Wilhelm Sigismund von. 29. Januar 1753. Aufschwörungstafel mit Nennung d. Eltern-Georg Wilhelm von Aschersleben u. Sophia Philippina de Forcade, In: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA-PK) X. HA, Rep. 9, Nr. 542 Johanniterorden | Archivportal-D
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