Ein Busunglück ist ein Unglück, an dem mindestens ein Bus beteiligt ist.

Nicht in die nachstehenden Listen aufgenommen werden Verbrechen und Terror-Akte wie der Bus-Anschlag bei Ballygawley 1988 oder der Bus-Anschlag auf der M62. Relativ viele dieser Unglücke sind gleichzeitig Eisenbahnunfälle, zum Beispiel weil Bahnschranken zu früh geöffnet wurden.

Der Vollständigkeit halber werden Unglücke von (umgebauten) Straßenfahrzeugen, die zum Transport einer Vielzahl von Menschen eingesetzt wurden, ebenfalls aufgeführt. Dies betrifft etwa das Unglück von Chualar im US-Bundesstaat Kalifornien im Jahr 1963 und die verunglückte Stretchlimousine im Bundesstaat New York im Oktober 2018.

Schwerste Unglücke 1999 in Karnataka (Indien): 94 Tote 1991 in Nyanga (Simbabwe): 89 2016 in Ghazni (Afghanistan): 73 Tote 1999 in Tanga (Tansania): 72 Tote 2000 in Abuja (Nigeria): 70 Tote 2002 in Rutoto (Uganda): 70 Tote 1987 in Ain Schams (Ägypten): 62 Tote 2001 in Peso da Régua (Portugal): 59 Tote 2005 in Maharashtra (Indien): 58 Tote 2006 in Maltrata (Mexiko): 57 Tote 1982 in Beaune (Frankreich): 53 Tote 2016 in Kintampo (Ghana): 53 Tote 2018 in Aktobe (Kasachstan): 52 Tote 2012 in Manfalut (Ägypten): 51 Tote 2013 im Distrikt Santa Teresa (Peru): 51 Tote 2018 bei Pasomayo (Peru): 51 Tote 2003 in Bethlehem (Südafrika): 51 Tote 1979 in Santa Cristina de la Polvorosa (Spanien): 49 Tote 1970 in Asan (Südkorea): 46 Tote 1992 in Torreblanca (Spanien): 46 Tote 1959 in Lauffen (Deutschland): 45 Tote 1989 in Ahungalla (Sri Lanka): 45 Tote 2010 in Margánets (Ukraine): 45 Tote 2015 in Puisseguin (Frankreich): 43 Tote 1962 in Villa Soldati (Argentinien): 42 Tote 1976 in Guogou (Taiwan): 41 Tote

Liste Bis 1960 Datum Ort Ursache Tote Ver­letzte Hergang 22. Juli 1934 Ossining, New York Bremsversagen 20 23 Bei der Bahnstation von Ossining versagten die Bremsen eines Busses, der dann mit hoher Geschwindigkeit die steile Secor Road hinunterrollte. Der Bus durchschlug ein eisernes Geländer und stürzte, über einen Abhang hinunter, auf das Holzlager der Firma Washburn & Todd. Die Fahrgäste waren Mitglieder der Young Men’s Democratic League von Brooklyn, New York, und fuhren zu einem Baseballspiel des Sing-Sing-Gefängnisses. Viele Opfer wurden bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, das Betriebsgebäude des Holzlagers wurde zerstört und ebenso 19 Boote, die am Ufer des Hudson vertäut waren. Zu diesem Zeitpunkt war es das schwerste Bus-Unglück in den Vereinigten Staaten.Facebook-Posting des Ossining Historical Society Museum 17. Januar 1940 bei Zittau (Sachsen) vermutlich menschliches Versagen 12 16 Bus durchbrach bei winterlichen Straßenverhältnissen an Bahnübergang eine geschlossene Schranke und prallte mit Personenzug zusammen.Erich Preuß: Eisenbahnunfälle in Europa, S. 42 ff. 28. Februar 1941 Mariensiel (Deutschland) Menschliches Versagen 21 28 Bus an Bahnübergang mit Zug zusammen geprallt. Unbefugter hatte auf Verlangen des Busfahrers geschlossene Schranke wieder geöffnet.Hans Joachim Ritzau: Katastrophen der deutschen Bahnen. Teil 2: Chronik. S. 240 14. November 1948 zwischen Breitfurt und Mimbach (Bliestal, Saarland) technischer Defekt 20 ca. 25 Auf dem Weg zu einem Fußballspiel in Herbitzheim verunglückte die Fußballmannschaft des SV Rohrbach, wobei 19 Männer und eine Frau in der Blies ertranken. Heute steht nahe der Unglücksstelle ein Gedenkstein in Form eines durchgeschnittenen Fußballs. 6. Februar 1949 zwischen Döggingen und Unadingen (Schwarzwald) Bremsversagen 22 ca. 40 Bei einem mit Ski-Sportlern besetzten Bus versagten auf einer abschüssigen Strecke im sog. „Dögginger Loch“ die Bremsen. Der Bus geriet außer Kontrolle und stürzte eine Böschung hinunter in einen Gebirgsfluss. Heute erinnert ein Gedenkstein nahe der Unglücksstelle an das Ereignis. 8. August 1949 Schlebusch bei Köln Menschliches Versagen 18 12 LKW mit Hänger, beide mit Aufbau zur Personenbeförderung ausgerüstet prallte an Bahnübergang mit Zug zusammen. LKW kam vor verspätet geschlossener Schranke nicht mehr zum Halten und durchbrach diese.Hans Joachim Ritzau: Katastrophen der deutschen Bahnen. Teil 2: Chronik. S. 241 21. Dezember 1950 Podivin (Tschechien) Menschliches Versagen 34 56 Bus an beschranktem Bahnübergang mit Schnellzug kollidiert. Schranke war vorzeitig geöffnet worden. 19. Januar 1951 Wiesbaden Konnte nicht geklärt werden 1 Viele Bei einer Fahrt vom Hauptbahnhof nach Biebrich riss bei dem Obus Nr. 210 aus später nicht mehr zu klärenden Umständen die Kardanwelle an der vorderen Aufhängung ab und zerschlug sämtliche Bremssysteme des Wagens. Der Wagen beschleunigte daraufhin immer weiter und raste schließlich gegen eine Eiche, wo er zum Stehen kam. 10. Juni 1951 Kenn Fahrt unter Alkoholeinfluss 15 33 Eisenbahnunfall von Kenn. Ein von Trier kommender Zug kollidierte mit einem Bus. Der Lokführer hatte sich an die vorgeschriebenen 15 km/h gehalten und einen Warnpfiff abgesetzt, der aber vom Busfahrer wegen des Motorengeräuschs und der Lautstärke der Passagiere nicht gehört wurde. Dazu stand der Fahrer unter Alkoholeinfluss. 19. Juni 1951 Herrsching (Bayern) Organisatorisches Versagen 16 8 LKW mit Aufbau zur Personenbeförderung an Bahnübergang wegen offener Schranke mit Personenzug zusammengestoßen. Der Bahnübergang hatte eine sog. Selbstbedienungsschranke, die verschlossen war und von den Benutzern des Übergangs selbst geöffnet und wieder geschlossen wurde. Das wurde bis zum Unfall bei Überprüfungen als ausreichend erachtet, weil man davon ausging, der Überweg würde nur von wenigen Anwohnern benutzt und diese wüssten über die Bedienung Bescheid. Zumindest der letzte Benutzer vor dem Unfall hatte die Schranken jedoch nicht wieder geschlossen. Das wurde dem ortsunkundigen LKW-Fahrer zum Verhängnis. Die Getöteten und Verletzten waren Geistliche aus dem Jesuitenkloster Pullach.Hans Joachim Ritzau: Katastrophen der deutschen Bahnen. Teil 2: Chronik. S. 245. 19. Juni 1951 Stühlingen (Schwarzwald, Deutschland) menschliches Versagen 7 32 Reisebus prallte an unübersichtlichem, unbeschrankten Bahnübergang mit einem Personenzug zusammen.suedkurier.de13. August 1951Graun (Reschenpaß, Italien)ungeklärt221Linienbus kam aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab, rutschte in Stausee und versank. Nur eine Person konnte gerettet werden. 24. Juli 1954 Abenheim Menschliches Versagen 25 6 Eisenbahnunfall von Abenheim. Busfahrer wollte vor einem Zug einen Übergang überqueren. Der Lokführer schaffte es trotz eingeleiteter Notbremsung nicht, eine Kollision zu verhindern. 12. November 1954 Saint-Paul, Réunion Bremsversagen 54 23 Die Bremsen eines Busses versagen auf einer Gefällstrecke in Plateau-Caillou, bei dem anschließenden Unfall starben 54 Personen.1. Juni 1955Ortseingang von Höchstenbach (Westerwald, Deutschland)Bremsversagen an Gefällestrecke 17/1824An einer Gefällestrecke versagten die Bremsen eines Busses, welcher mit 41 Fahrgästen (allesamt Frauen einer evangelischen Frauenhilfegruppe) besetzt war. Durch eine Kollision mit einem Baum starben 16 der Frauen direkt an Unfallort, 1 oder 2 im Krankenhaus. Bei dem Unfall verloren 51 Kinder ihre Mütter. 11. Juni 1955 Osnabrück Feuer durch Technischen Defekt 4 23 In einem niederländischer Reisebus, eines Kinderchors aus Den Ham (Twenterand), gerät der hinter dem Fahrersitz befindliche Reservetank in Brand. Zwei junge Mädchen sterben bei dem Brand sofort, zwei weitere Personen später an den erlittenen Brandverletzungen. 10. November 1956 Pisek (Tschechien) wahrscheinlich menschliches Versagen 5 59 Der Fahrer eines überfüllten, verspäteten Linienbusses verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Bus durchbrach ein Brückengeländer und stürzte in einen Fluss. 6. Juni 1959 Kretzschau bei Zeitz (DDR) menschliches Versagen 6 ? LKW mit Aufbau zur Personenbeförderung in Folge Unachtsamkeit des Fahrers an unbeschranktem Bahnübergang mit Personenzug zusammengestoßen.Hans-Jochim Ritzau: Katastrophen der Deutschen Bahnen. Teil 2: Chronik. S. 289 20. Juni 1959 Lauffen Menschliches Versagen 45 25 Busunfall von Lauffen. Der Schrankenwärter hatte die Schranke an einem Bahnübergang verspätet geschlossen. Ein überfüllter Bus prallte mit einem herannahenden Eilzug zusammen. Mitursächlich war, dass der Schrankenwärter nicht über eine genaue bzw. synchronisierte Uhr verfügte, und dass sowohl der Linienbus als auch die Züge zu unregelmäßigen Zeitpunkten beim Bahnübergang ankamen. Zudem gab es Mängel in den Dienstvorschriften über den genauen Zeitpunkt des Schließens der Schranke.

1961–1980 Datum Ort Ursache Tote Ver­letzte Hergang 2. August 1961 Straße zwischen Lopper und Vierwaldstättersee, Hergiswil, Kanton Nidwalden Sturz des Busses in See nach Verkehrsunfall 16 22 Ein mit 38 Personen besetzter Reisebus – 35 Lehrkräfte aus den USA, ein italienischer Chauffeur, ein Schweizer Reiseleiter und seine Frau – stürzte nach einer Kollision mit einem Lkw in den See. 16 Personen, hauptsächlich Lehrer aus den USA, kommen bei dem Unglück ums Leben. Der versunkene Bus wird am 5. August aus 50 Meter Tiefe geborgen. Die Obduktion ergab, dass die meisten Opfer an Ertrinken starben. Es handelte sich um das bis dahin schwerste Straßenverkehrsunglück der Schweiz. Der Lkw-Fahrer hatte die Bremsventile des Anhängers falsch eingestellt; dem Bus-Chauffeur wurde eine rücksichtslose Fahrweise vorgeworfen, wurde aber letztlich freigesprochen. Als Folge des Unglücks wurden Busse mit Nothämmern ausgerüstet.Busunglück schockiert zwei Länder. In: NZZ, 2. August 2016. 17. September 1963 Chualar, Kalifornien Menschliches Versagen bei Bahnübergang 32 25 Nach 1942 reisten viele ungelernte Landwirtschafts-Arbeiter von Mexiko in die USA, um als „Braceros“ zu arbeiten. Typischerweise wurden diese Braceros zwischen ihren Arbeitseinsätzen mit Pritschen-Lastwagen, die mit Planen überdacht wurden und über längsweise Sitzbänke verfügten, befördert. 57 Sellerie-Pflücker waren an Bord, als der Bus die Bahngleise überquerte. Obwohl die Sicht auf die Bahnstrecke frei von Hindernissen war, erkannte der Fahrer den Zug nicht; als Diabetiker litt er unter einer Einschränkung des Gesichtsfeldes, und sein Beifahrer verdeckte die Sicht. Da viele der Arbeiter nur unter einer Nummer bekannt waren, musste für die Identifizierung der Toten das FBI dazugezogen werden. Bislang schwerstes Bus-Unglück der USA. 10. September 1964 bei Schipkau (DDR) vermutlich menschliches Versagen 4 19 Bus durchbrach an Bahnübergang geschlossene Schranke und pralle mit Güterzug zusammen.13. Juli 1965Kesselsdorf bei Dresden (DDR)vermutlich menschliches Versagen217Bus an unbeschranktem Bahnübergang mit Personenzug einer Schmalspurbahn zusammen geprallt 4. Februar 1966 Heimenkirch Menschliches Versagen 7 25 Busunglück von Heimenkirch. Der Schrankenwärter hatte vergessen, die Schranken zu senken. Ein Schulbus fuhr auf den Bahnübergang, worauf ein herannahender Güterzug mit dem Bus kollidierte. 2. Mai 1966 Destnice (Tschechien) Menschliches Versagen 10 37 Für Personentransport genutzter Lastwagen an beschranktem Bahnübergang mit Lokomotive kollidiert. Schranke nicht geschlossen. 25. Juli 1966 Werschau Übermüdung 33 10 Busunglück von Werschau. Der Bus stürzte von der Bundesautobahn 3 12 Meter in die Tiefe. 28. Juli 1969 Bezdecin (Tschechien) Menschliches Versagen 24 20 Bus mit Anhänger an beschranktem Bahnübergang mit Personenzug kollidiert. Schranke nicht geschlossen. 26. Juni 1973 Kißlegg (Baden-Württemberg) Menschliches Versagen 7 13 Schulbus stieß an blinklichtgesichertem Bahnübergang mit einzeln fahrender Lokomotive zusammen. Busfahrer missachtete Blinklicht.Hans Joachim Ritzau: Katastrophen der deutschen Bahnen. Teil 2: Chronik. S. 255. 6. Juni 1974 bei Podolínec (Slowakei) technische Mängel, organisatorisches Versagen 9 1 Der Anhänger eines LKW kam wegen technischer Mängel auf abschüssiger Strecke ins Schleudern. Dabei brach die Bordwand des Hängers herunter und schlitzte einen entgegen kommenden Bus auf, in welchem Kinder auf einem Schulausflug saßen.