Walter Erich HennListe der Promovenden der TH Dresden für den Zeitraum 1900 bis 1945 (Buchstabe H), zuletzt abgerufen am 14. Mai 2011 (* 20. Dezember 1912 in Reichenberg; † 13. August 2006 in Murnau am Staffelsee) war ein deutscher Architekt, Bauingenieur und Hochschullehrer.
Leben Henn studierte von 1931 bis 1935 Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Dresden und von 1934 bis 1937 Architektur an der Dresdner Akademie der Bildenden Künste bei Wilhelm Kreis. Er erhielt das Diplom in beiden Studiengängen und wurde 1936/1937 mit einer Dissertation über ein Thema aus dem Bereich des Wasserbaus promoviert. Nach Arbeit in der Bauindustrie und dem Kriegsdienst von 1939 bis 1945 folgte Henn einem Ruf an die Technische Hochschule Dresden. Hier war er von 1946 bis 1953 Professor für Baukonstruktion, Industriebau und Bautenschutz. Anschließend ging er 1953 als Professor für Baukonstruktion und Industriebau an die Technische Universität Braunschweig, wo er 1980 emeritiert wurde.
Im Jahr 1947 gründete Henn sein Ingenieurbüro in Dresden, 1954 siedelte er nach Braunschweig über. Von 1979 bis 1989 bestand eine Büropartnerschaft mit seinem Sohn Gunter Henn, der das Büro Henn ab 1990 alleine führte. Mittlerweile leitet Martin Henn das Unternehmen in dritter Generation.
Wirken
Mit Friedrich Wilhelm Kraemer und Dieter Oesterlen begründete Walter Henn die sogenannte „Braunschweiger Schule“, eine in den 1950er- und 1960er-Jahren angesehene Architekturausbildung.
Walter Henn verteidigte die Einheit von Forschung, Lehre und Realisation:
Er war ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. 1959 wurde er ordentliches Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft. Im Jahr 1976 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Wien, 1995 die der Technischen Universität Dresden und 1997 die der Universität Krakau.
Werk Bauten (Auswahl) mini|Hochspannungsprüffeld der Siemens AG in Berlin (1961) mini|Verwaltungsgebäude der Osram Licht AG in München, (1966) mini|Karl-Friedrich-Bonhoeffer-Institut in Göttingen, (1972) 1950–1952: Drude-Bau der Technischen Universität Dresden 1957: Produktionsgebäude der Siemens AG in Braunschweig vor 1957: Neubauten der Brunsviga Maschinenwerke AG in Braunschweig, Franz-Trinks-StraßeDer Baumeister, Jahrgang 1957, Heft 10. vor 1957: Instandsetzungswerk der AKN Eisenbahn in Kaltenkirchen 1961: Hochspannungshalle („Parabelhalle“) der Siemens AG in Berlin 1962: Verwaltungsgebäude der Maschinenfabrik Friedrich Deckel in München 1965: Hauptverwaltung der Osram Licht AG in München (in Zusammenarbeit mit dem leitenden Osram-Architekten Dieter Ströbel) 1966: Laufwasserkraftwerk und Staustufe Detzem in der Mosel 1972: Gebäude für das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen 1975: Zentralmensa der Universität zu KölnGlasforum. Heft 4/1975 1976: Mehrzweckhochhaus der Universität Bremen 1987: Forschungszentrum der Volkswagen AG in Wolfsburg (zusammen mit K. Petersen) 1988: Hauptvermittlungsstelle der Deutschen Bundespost in DortmundJohannes Möhrle (Hrsg.): Postbauten. Karl Krämer Verlag, Stuttgart / Zürich 1989, ISBN 3-7828-4003-8.
Schriften (Auswahl) Bauten der Industrie. (Band 1: Planung, Entwurf, Konstruktion / Band 2: Ein internationaler Querschnitt) Callwey, München 1955. Das flache Dach. Callwey, München 1960. Entwurfs- und Konstruktionsatlas. (= Industriebau, Band 2) Callwey, München 1961. Internationale Beispiele. (= Industriebau, Band 3) Callwey, München 1962. (mit Hilde Henn): Sozialbauten der Industrie. (= Industriebau, Band 4) Callwey, München 1966. Fußböden. Callwey, München 1964 Die Trennwand. Callwey, München 1969. Außenwände. Callwey, München 1975. (mit Franz Hart, Hansjürgen Sontag): Stahlbauatlas. Geschoßbauten. Verlag Architektur und Baudetail, München 1974. (Studienausgabe 1977) / 2., neu bearbeitete Auflage, Institut für internationale Architektur-Dokumentation, München 1982 (unveränderter Nachdruck: Rudolf Müller, Köln 1994). Die Industriebaulehre erschien auch in Frankreich, Großbritannien, Japan, Polen, Spanien, der UdSSR und Ungarn.
Literatur Dietmar Brandenburger: Walter Henn zum 90. Geburtstag. In: Bauwelt. Nr. 47, 2002, S. 5. Susann Buttolo, Hans-Georg Lippert (Hrsg.): Walter Henn – Die Ästhetik des Funktionalen. w.e.b., Dresden 2012, ISBN 978-3-942411-79-0. Olaf Gisbertz, Sebastian Hoyer: „Über das alte und das neue Bauen“ – Zu Bauten für Industrie und Wissenschaft von Walter Henn. In: INSITU. Band 8, Nr. 2, 2016, S. 269–282. Dorit Petschel: 175 Jahre TU Dresden. Band 3: Die Professoren der TU Dresden 1828–2003. Hrsg. im Auftrag der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e. V. von Reiner Pommerin, Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-02503-8, S. 354–355. Helmut C. Schulitz: Walter Henn (1912-2006). In: Bauwelt. Nr. 35, 2006, S. 3 (pdf; 213 KB).
Weblinks
Architekten-Portrait über Walter Henn
Nachruf von Benedikt Hotze Nachlass von Walter Henn in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Einzelnachweise
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