mini|Chinese mit Zopf Der chinesische Zopf (, mandschurisch: soncoho) war vom 17. Jahrhundert bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts die typische Haartracht der Männer in China. Das Stirnhaar wurde regelmäßig ausrasiert und das restliche Haar wurde lang und oft als geflochtener Zopf getragen. Diese Haartracht wurde den unterworfenen Chinesen von den Mandschu-Herrschern aufgezwungen und geriet mit dem Ende der Kaiserzeit außer Gebrauch.

Geschichte Diese Haartracht wurde zu Beginn der Qing-Dynastie eingeführt. Ein vom Regenten Dorgon 1645 erlassenes Gesetz befahl unter Androhung der Todesstrafe, dass jeder Chinese einen Zopf tragen müsse. Doch erst nach 1660 gelang die Durchsetzung des Zopfes in der chinesischen Gesellschaft.

Die Mandschu-Herrscher zwangen den Chinesen im 17. Jahrhundert eine Reihe von Gesetzen () auf, mit denen diese Haartracht durchgesetzt wurde. Traditionell ließen sich die erwachsenen Han-Chinesen ihre Haare nicht schneiden, da dies der von Konfuzius gelehrten Kindespietät widersprochen hätte, der zufolge man den Körper, die Haare und die Haut von den Eltern geerbt habe und folglich nicht beschädigen dürfe: 身体发肤,受之父母,不敢毁伤,孝至始也。

Ursache Den Han-chinesischen Männern wurde der typisch mandschurische Zopf aufgezwungen, um zum einen die Unterwerfung unter die Herrschaft der Qing zu demonstrieren und zum anderen, um eine optische Unterscheidung zu den Mandschu unmöglich zu machen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es für Chinesen zur Selbstverständlichkeit, dass Männer Zöpfe tragen, es wurde sogar als vornehm und kultiviert empfunden. Erst als es im 19. Jahrhundert zur Krise des Qing-Staates kam, wurde die Qing-Regierung zunehmend als mandschurische Fremdherrschaft stilisiert und der Zopf von Han-chinesischen Nationalisten als Symbol der Unterdrückung empfunden. Es gehörte zu den ersten Maßnahmen der Revolution von 1911, die Zöpfe abzuschaffen.

Einer der wichtigsten Gefolgsleute des Generals Yuan Shikai war General Zhang Xun, der den Beinamen „Zopfgeneral“ hatte, weil er aus Treue zur Qing-Dynastie seinen Zopf auch während der Republik China behalten hatte.

In Lu Xuns Wahrer Geschichte von A Q heißt es: Lu Xun: Die Wahre Geschichte von A Q

Singapur war als Zwischenstation von großer Bedeutung für Chinesen, die mit dem Schiff nach Europa reisten. Berichte aus dem 19. Jahrhundert schildern, wie chinesische Studenten auf dem Weg nach Europa in Singapur ihren Zopf abschnitten und bei ihrer Rückkehr auf einem Zwischenhalt einen falschen Zopf () aus schwarzer Seide kauften.

Beschreibung mini|Chinesischer Barbier im 19. Jahrhundert Albert Henry Rasmussen und Willi Rickmer Rickmers schreiben in ihrem Chinabericht „Als die Zöpfe fielen“:

Redewendungen

Werner Rüdenberg (neubearbeitete Auflage von Hans O.H. Stange): Chinesisch-deutsches Wörterbuch 華德詞典 (Werner Rüdenberg 1963) Hamburg: Cram, de Gruyter & Co. 1963.

Literatur Albert Henry Rasmussen, Willi Rickmer Rickmers: Als die Zöpfe fielen. Brockhaus, 1956.

Weblinks

Quellen

Zopf Kategorie:Frisur Kategorie:Kostümkunde (China)