Der Brienzersee liegt als Alpenrandsee im Berner Oberland eingebettet zwischen den Teilgebirgen der Emmentaler und Berner Alpen im Schweizer Kanton Bern. Seine steilen Ufer setzen sich auch unter dem Wasserspiegel fort, so dass kaum Flachwasserzonen existieren.
Geografie Der See wird von der Aare durchflossen. Daneben münden eine Vielzahl kleinerer Bäche in den See. Nennenswert sind die Giessbachfälle, die sich in vierzehn Stufen in den Brienzersee hinunterstürzen. Der See ist 14 km lang und 2,8 km breit. Seine Fläche beträgt 29,8 km², die maximale Tiefe ist 260 m. Der Inhalt beträgt rund 5,2 km³. Bei Normalwasserstand liegt der Seespiegel auf Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von 1127 km².
250 Meter vor Iseltwald liegt die einzige kleine Insel des Sees, das Schnäggeninseli (hochdeutsch: Schneckeninselchen). Sie gehört zur Gemeinde Iseltwald; auf ihr befinden sich eine Kapelle und ein Grillplatz.
An seinem nördlichen Ufer liegt das namengebende Dorf Brienz. An seinem südwestlichen Ende, eingebettet zwischen Thuner- und Brienzersee, liegt das Bödeli mit den Gemeinden Interlaken, Matten, Unterseen und Bönigen. Am Südostufer liegt beim Giessbach das Grandhotel Giessbach, das vom See aus zu sehen ist. Weitere Uferorte am Nordwestufer sind von Ost nach West: Ebligen, Oberried, Niederried und Ringgenberg mit Goldswil.
Der Brienzersee ist der Ostteil des ehemaligen Wendelsees.
Zuflüsse Zuflüsse des Brienzersees
Nutzungen Der See ist nährstoffarm und einer der saubersten in der Schweiz. Die Fischerträge sind daher nicht sehr gross, aber die Brienzerseefische, insbesondere die Egli, gelten als regionale Delikatesse. Der Gesamtertrag betrug im Jahr 2001 10'078 kg. Im Weiteren finden sich im Brienzersee und im Thunersee 7 Arten endemischer Felchen. Seit 1952 werden von der Eawag systematisch Schuppen der Fische gesammelt. Damit lässt sich das Erbgut vergleichen.Felchen in Thuner- und Brienzersee
Die Schifffahrt wurde 1562 erstmals durch die Herren der Stadt Bern geregelt. Bis ins zwanzigste Jahrhundert dominierte aufgrund der Topografie der Seeverkehr. 1835 fuhr das erste Dampfschiff auf dem nahen Thunersee. Ein Hotelier in Kienholz beschaffte daraufhin einen kleinen Dampfer für den Brienzersee; ab 1839 verkehrt er umbenannt in «Giessbach» zwischen Interlaken und Brienz mit Halt in Giessbach. Heute betreibt die BLS Schifffahrt eine Flotte von fünf Schiffen, darunter ist der Schaufelraddampfer Lötschberg mit Baujahr 1914. Weiterhin fährt auf dem See das Schiff Lord Baden Powell der Pfadibewegung Schweiz, das auch unter dem Namen Täggelibock bekannt ist.
Schiffländten
Orte mit Schiffländte der Personenschifffahrt, von Osten nach Westen, sowie an der Aare:
+ Schiffländte am Brienzersee Name ⊙ Abk. Lage Bild Anmerkungen Brienz (See) BRZS Brienz, bei Bahnhof Brienz, Talstation Brienz-Rothorn-Bahn 140px|2007 Brienz Dorf BRZD Brienz 140px|2014 Giessbach (See) GIES Giessbach, bei Talstation Giessbachbahn 140px Wildbach (See) WIBA Brienz 18px|verweis=Wikipedia:Bilderwünsche/Anleitung Oberried am Brienzersee (See) OABS Oberried am Brienzersee 18px|verweis=Wikipedia:Bilderwünsche/Anleitung Iseltwald (See) ISEL Iseltwald 140px|2014 Niederried (See) NRS Niederried bei Interlaken 18px|verweis=Wikipedia:Bilderwünsche/Anleitung Ringgenberg (See) RINS Ringgenberg 18px|verweis=Wikipedia:Bilderwünsche/Anleitung Bönigen BOEN Bönigen 18px|verweis=Wikipedia:Bilderwünsche/Anleitung Goldswil (See) GOLD Goldswil, an der Aare 18px|verweis=Wikipedia:Bilderwünsche/Anleitung Interlaken Ost (See) IOS Interlaken, an der Aare, bei Bahnhof Interlaken Ost 140px|2017
Galerie
Sonstiges Seit 1957 findet jährlich der Brienzerseelauf statt, bei dem in 35 km (bis 1985: 34,6 km) der See umrundet wird. Es ist damit der älteste Langstreckenlauf der Schweiz. Mittlerweile werden neben der Seeumrundung auch Halbmarathon, Staffel-, Jugend- und Pfüderi- (Kinder-) Rennen sowie ein 10-km-Lauf angeboten., abgerufen am 8. Oktober 2015 Die nur im Thuner- und im Brienzersee vorkommende Fischart Brienzlig wurde nach dem See benannt. Die Art Coregonus brienzii (Brienzer Kleinbalchen) ist die einzige endemische Felchenart des Brienzersees.Die Felchenarten der Berner Oberländer Seen Brienzlinge wurden einst die zum Trocknen aufgefädelten kleinen Fische aus dem See genannt.Verein praktischer Kaufleute: Neuestes Illustriertes Handels- und Warenlexikon oder Enzyklopädie der gesamten Handelswissenschaften für Kaufleute und Fabrikanten: Band 1. Verlag Ernst Schäfer, Leipzig 1857, S. 261 Auf dem Brienzersee war Elisabetha Grossmann zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Schifferin tätig; sie galt als Touristenattraktion. Wie in anderen Schweizer Seen wurden im Brienzersee im 20. Jahrhundert mehrere hundert Tonnen Munition versenkt. Das ist eine der grösseren Mengen in Schweizer Seen.Historische Abklärungen zu Ablagerungen und Munitionsversenkungen, VBS Im Brienzersee wurde etwa 1996 eine eher seltene Wachsleiche gefunden, die durch Leichenwachs umhüllt in einem recht guten Zustand war. Bei der forensischen Untersuchung wurde festgestellt, dass der Mann bereits vor etwa 250 Jahren gestorben war. 2014 wurde eine ähnliche Leiche einer Frau nach rund 60 Jahren im See geborgen.60 Jahre lag die Leiche im Brienzersee
Siehe auch Liste der Seen im Kanton Bern
Weblinks
BLS-Schifffahrtsgesellschaft Berner Oberland Kartenblatt von 1896
Einzelnachweise
Kategorie:See in Europa Kategorie:See im Kanton Bern SBrienzersee Kategorie:Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli