mini|hochkant=2.5| Der Diskuswurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney wurde am 25. und 27. September 2000 im Stadium Australia ausgetragen. 32 Athletinnen nahmen teil.
Olympiasiegerin wurde die Belarussin Elina Swerawa. Sie gewann vor der Griechin Anastasia Kelesidou. Bronze errang Iryna Jattschanka, eine weitere Belarussin.
Mit Franka Dietzsch und Ilke Wyludda nahmen zwei Deutsche am Wettkampf teil. Beide konnten sich für das Finale qualifizieren. Dietzsch wurde Sechste, Wyludda Siebte. Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 1996Ilke Wyludda ()69,66 mAtlanta 1996Weltmeisterin 1999Franka Dietzsch ()68,14 mSevilla 1999Europameisterin 199867,49 mBudapest 1998Panamerikanische Meisterin 1999Aretha Hill ()59,06 mWinnipeg 1999Zentralamerika und Karibik-Meisterin 1999María Cubillán ()42,08 mBridgetown 1999Südamerika-Meisterin 1999Elisângela Adriano ()60,27 mBogotá 1999Asienmeisterin 2000Neelam Jaswant Singh ()60,75 mJakarta 2000Afrikameisterin 2000Monia Kari ()58,46 mAlgier 2000Ozeanienmeisterin 2000Melehifo Uhi ()47,04 mAdelaide 2000
Bestehende Rekorde Weltrekord76,80 mGabriele Reinsch ()Neubrandenburg, DDR (heute Deutschland)9. Juli 1988Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Discus throw - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 10. Februar 2022Olympischer Rekord72,30 mMartina Hellmann ()Finale OS Seoul, Südkorea29. September 1988 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Der weiteste Wurf gelang der belarussischen Olympiasiegerin Elina Swerawa mit 68,40 m in ihrem dritten Versuch im Finale am 27. September. Damit blieb sie 3,90 m unter dem Olympia- und 8,40 m unter dem Weltrekord.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig
Anmerkungen zu zwei Angaben: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Sydney (UTC+10) bezogen. Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.
Qualifikation Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Drei Athletinnen (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 63,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht und das Finalfeld wurde mit den neun nächstbesten Starterinnen beider Gruppen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Wettbewerberinnen aufgefüllt. So mussten schließlich 60,84 m für die Finalteilnahme erbracht werden.
Wegen Unstimmigkeiten bzgl. der Gültigkeit eines Wurfs der Portugiesin Teresa Machado, den die Kampfrichter ungültig gegeben hatten, wurde auch sie als zusätzliche dreizehnte Werferin für das Finale zugelassen.
Gruppe A
25. September 2000, 10:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Elina Swerawa 61,26 64,81 – 64,81 2 Ilke Wyludda 62,97 x 60,83 62,97 3 Seilala Sua 56,19 61,88 59,06 61,88 4 Styliani Tsikouna 59,58 61,59 56,33 61,59 5 Yu Xin 59,79 61,00 60,12 61,00 6 Olena Antonowa 60,73 60,28 59,85 60,73 7 Vladimíra Racková x 60,24 55,32 60,24 8 Oxana Jessiptschuk 59,51 57,14 58,64 59,51 9 Nicoleta Grasu x x 58,87 58,87 10 Larissa Korotkewitsch 58,81 56,90 x 58,81 11 Cao Qi 57,88 57,01 58,03 58,03 12 Monia Kari 56,32 52,61 54,01 56,32 13 Mélina Robert-Michon x 54,11 x 54,11 14 Renata Gustaitytė x 53,64 x 53,64 15 Daniela Costian x 51,96 x 51,96 16 Mariana Canillas x 32,31 x 32,31
Gruppe B 25. September 2000, 11:40 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Natalja Sadowa 64,62 – – 64,62 2 Anastasia Kelesidou 63,64 – – 63,64 3 Iryna Jattschanka 62,72 58,94 60,89 62,72 4 Lisa-Marie Vizaniari 60,39 59,39 62,47 62,47 5 Beatrice Faumuina 61,33 57,88 58,55 61,33 6 Ekaterini Vongoli 61,29 x x 61,29 7 Franka Dietzsch 59,78 60,74 59,29 60,74 8 Suzanne Powell x x 59,68 59,68 9 Alison Lever x 54,45 59,58 59,58 10 Kristin Kuehl 59,45 54,02 57,54 59,45 11 Li Qiumei 56,28 56,59 55,01 56,59 12 Anna Söderberg 54,94 55,89 56,11 56,11 13 Teresa Machado x x 55,86 55,86 per Wildcard für das Finale zugelassen 14 Neelam Jaswant Singh 55,22 55,26 x 55,26 15 Oksana Mert 54,18 54,74 55,02 55,02 16 Alice Matějková 54,19 53,12 x 54,19
Finale mini|hochkant=1.2| 27. September 2000, 20:30 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat 1 Elina Swerawa 67,00 66,12 68,40 65,80 x x 68,40 2 Anastasia Kelesidou 65,71 63,20 62,59 64,58 63,07 61,85 65,71 3 Iryna Jattschanka x 62,93 61,09 63,15 65,20 x 65,20 4 Natalja Sadowa 65,00 61,64 61,92 62,86 x 60,47 65,00 5 Styliani Tsikouna 61,85 60,66 64,08 x x 59,91 64,08 6 Franka Dietzsch x 61,65 58,17 60,36 63,18 x 63,18 7 Ilke Wyludda 63,16 61,91 62,22 59,86 61,72 62,33 63,16 8 Lisa-Marie Vizaniari 60,78 62,43 62,57 x 62,24 x 62,57 9 Ekaterini Vongoli 60,72 61,57 60,45 nicht im Finale derbesten acht Werferinnen 61,57 10 Seilala Sua 58,03 56,24 59,85 59,85 11 Teresa Machado 54,48 59,50 56,84 59,50 12 Beatrice Faumuina 56,86 x 58,69 58,69 13 Yu Xin 58,95 58,34 57,89 58,34 Für das Finale hatten sich dreizehn Athletinnen qualifiziert, drei von ihnen über die Qualifikationsweite, neun weitere über ihre Platzierungen sowie eine über eine Wildcard wegen Unstimmigkeiten bzgl. der Gültigkeit und Weite eines ungültig gewerteten Wurfs. Drei Griechinnen, zwei Deutsche und zwei Weißrussinnen sowie jeweils eine Teilnehmerin aus Australien, China, Neuseeland, Portugal, Russland und den USA kämpften um die Medaillen.
Zu den Favoritinnen gehörten vor allem die deutsche Welt- und Europameisterin Franka Dietzsch, die griechische Vizeweltmeisterin Anastasia Kelesidou, die russische Vizeeuropameisterin und WM-Vierte Natalja Sadowa, die belarussische Bronzemedaillengewinnerin von 1996 und Vizeweltmeisterin von 1997 Elina Swerawa sowie die rumänische WM-Dritte von 1999 Nicoleta Grasu.
Mit 67,00 m übernahm Elina Swerawa in der ersten Runde die Führungsposition. In den folgenden drei Durchgängen warf sie den Diskus so weit, dass all diese Versuche für die Goldmedaille gereicht hätten. Ihre Bestweite von 68,40 m erzielte sie mit ihrem dritten Wurf. Ihre letzten beiden Versuche waren dann ungültig. Hinter Swerawa hatte sich die Griechin Anastasia Kelesidou gleich im ersten Versuch auf Platz zwei gesetzt. Ihre Weite von 65,71 m reichte am Ende für die Silbermedaille. Im fünften Durchgang erreichte die Belarussin Iryna Jattschanka 65,20 m, was ihr schließlich die Bronzemedaille einbrachte. Natalja Sadowa wurde Vierte vor der Griechin Styliani Tsikouna, Franka Dietzsch und der deutschen Olympiasiegerin von 1996 Ilke Wyludda. Vor heimischem Publikum wurde die Australierin Lisa-Marie Vizaniari Achte.
Mit 39 Jahren war Elina Swerawa die bis zu diesen Spielen älteste Olympiasiegerin in der Frauenleichtathletik. Anastasia Kelesidou gewann die erste griechische Medaille in dieser Disziplin.
Video kelesidou hellas discus throw, Anastasia Kelesidou bei einem ihrer Silbermedaillenwürfe bei Olympischen Spielen bzw. Weltmeisterschaften, youtube.com, abgerufen am 15. April 2018
Literatur Rudi Cerne (Hrsg.): Sydney 2000, Die Spiele der XXVII. Olympiade mit Beiträgen von Rudi Cerne, Birgit Fischer, Willi Phillip Knecht, Peter Leissl und Jan Ullrich, MOHN Media Mohndruck GmbH, Gütersloh, S. 72
Weblinks Athletics. Official Report of the XXVII Olympiad - Results, Resultate Leichtathletik, S. 420–425, englisch/französisch (PDF, 16.697 KB), abgerufen am 10. Februar 2022 Athletics at the 2000 Summer Olympics, Discus Throw, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 10. Februar 2022 Sydney 2000, Athletics, discus throw Results, Offizielle Seite des IOC, abgerufen am 10. Februar 2022 Athletics at the 2000 Sydney Summer Games: Women's discus throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 10. Februar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2000 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb