mini|Rolf Retz-Schmidt, um 1963 Rolf Retz-Schmidt (* 16. Juni 1928 in Stavanger als Rolf Retz Schmidt; † 22. September 2006 in Hamburg) war ein norwegisch-deutscher Maler und Grafiker der Moderne.
Leben und Werk mini|Rahlstedter Straße 49Unter dieser Adresse ist Rolf Retz-Schmidt von 1968 bis 1971 im Hamburger Fernsprechbuch erfasst, siehe Amtliches Fernsprechbuch 2 für die Bereiche Hamburg, Nordniedersachsen, Elmshorn, Kaltenkirchen und Schwarzenbek 1968/1969. Hamburg: Hamburger Adressbuch-Verlag Dumrath & Fassnacht, 1968. S. 1466., Amtliches Fernsprechbuch 2 für das Ortsnetz Hamburg 1969/70. Hamburg: Hamburger Adressbuch-Verlag Dumrath & Fassnacht, 1969. S. 1418., Amtliches Fernsprechbuch 2 für das Ortsnetz Hamburg 1970/71. Hamburg: Hamburger Adressbuch-Verlag Dumrath & Fassnacht, 1970. S. II/476. Abgerufen am 1. Mai 2024 in Hamburg. Hier richtete Retz-Schmidt 1951 in der elterlichen Wohnung sein erstes Atelier ein. Das Haus existiert heute nicht mehr. Rolf Retz-Schmidt wurde als Sohn einer Norwegerin und eines Deutschen in Stavanger, Norwegen, geboren. Er wuchs in einem protestantischen Elternhaus auf. Anfang 1939 zog die Familie nach Deutschland um, zunächst nach Cuxhaven und Ende 1939 nach Berlin. Weitere Stationen waren Dresden, Neustrelitz, Flensburg, Lübeck und schließlich ab 1946 Hamburg-Rahlstedt, das zu seiner zweiten Heimat wurde. Dort schloss er seine Schulausbildung 1949 mit dem Abitur an der Oberschule für Jungen ab. Von 1949 bis 1952 erfolgte eine Ausbildung am Hamburger Baukreis. Zu seinen Lehrern gehörten Arnold Fiedler, Walter Siebelist, Fritz Husmann und Hans Martin Tibor.Retz-Schmidt, Rolf. In: Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Künstler in Hamburg. Hamburg: Christians, 1982. Während seiner Ausbildung sowie im Anschluss daran war Retz-Schmidt als Gebrauchs- und Werbegrafiker tätig. Eine Madonna in ungewohnter Sicht. In: Deine Brücke, Nr. 8, 1968, S. 5.
In seiner Frühphase als freischaffender Künstler sind Einflüsse aus dem Impressionismus, Kubismus und Expressionismus sowie von Wassily Kandinsky und Ernst Wilhelm Nay erkennbar. Seit etwa 1953 und während seines gesamten weiteren Schaffens war der Kosmos immer wieder ein faszinierendes Thema für ihn.7 × OUTSIDE. Drei Rahlstedter Maler auf einer Ausstellung der "alten Jungen" im Hamburger Kunsthaus. In: Deine Brücke, 17. Oktober 1969.Will Hofmann: Zyklus "Kosmische Parabel". In: Harburger Anzeigen und Nachrichten, 4. September 1965. Ab 1955 stellte er Werke zu diesem Themenkreis aus. Seine Arbeiten in der Zeit von 1955 bis 1958 sind großenteils dem Informel bzw. Tachismus zuzurechnen.Rolf Retz-Schmidt: Kosmische Parabeln. Stadtmuseum Ratingen, 29. Januar – 4. März 1984. Ausstellungskatalog. Ratingen, 1984. Rolf Retz-Schmidt gilt als einer der wenigen abstrakten Maler in Norddeutschland in den 50er Jahren und als einer der wenigen Vertreter des Tachismus in Hamburg in diesem Zeitraum.Uta Schoop: Arnold Fiedler (1900–1985): Eine Künstlermonographie. Dissertation, Universität Hamburg, 2011, S. 435. Abgerufen am 16. April 2020Volker Detlef Heydorn: Maler in Hamburg, Band 2: 1945–1966. Hamburg: Christians, 1974, S. 57.Werner Luft: Malerei in Norddeutschland. In: Das Kunstwerk 10, 1956/57, H. 3, Baden-Baden: Agis, S. 6–8. Hinzu kam ab 1957 ein besonderer Typus von abstrakten Federzeichnungen, von ihm als dynamische Graphiken bzw. Lineargraphiken bezeichnet.C. O. Frenzel: Rolf Retz-Schmidt stellt im Stadtpark-Wasserturm aus. In: Hamburger Abendblatt, 16. August 1957, S. 6. Abgerufen am 16. April 2020Junger Künstler stellt aus. In: Die Welt, 4. November 1957. Ab Ende der 50er Jahre fanden auch gegenständliche Elemente Eingang in seine Malerei.C. O. Frenzel: Zu neuer Gegenständlichkeit? In: Hamburger Abendblatt, 13. Oktober 1960, S. 15. Abgerufen am 16. April 2020 Seit 1960 schuf er zahlreiche Bilderzyklen, u. a. zu den Themen Hochragende Türme (ab 1960), Apokalypse (ab 1962) und Kreismeditationen (ab 1963).Bilder-Galerie im Hinterhof. In: Deine Brücke, Nr. 49, 1967. 1963 kreierte er einen Bilderzyklus Kosmische Parabel mit Federzeichnungen im Kreisformat. Diese Zeichnungen wurden 1983 in verkleinertem Maßstab gedruckt und anlässlich der Ausstellung Kosmische Parabeln im Stadtmuseum Ratingen 1984 zusammen mit vertiefenden Texten als Kassette vorgelegt.Den Dreiklang des Lebens eingefangen. In: Westdeutsche Zeitung, 31. Januar 1984.Heinz-Peter Baumann: Rolf Retz-Schmidt zeigt im Ratinger Stadtmuseum "Kosmische Parabeln". Spiralen und ferne Urhorizonte. In: Rheinische Post, 31. Januar 1984Schöpfungsakt in einen Kreis gezwängt. Rolf Retz-Schmidt mit Ursymbolen im Museum. In: Stadtpanorama Ratingen, 8. Februar 1984. Ein Exemplar befindet sich im Museum der Stadt Ratingen.Marie-Luise Otten (Hrsg.): Kunst nach 1945 im Museum der Stadt Ratingen. Eine Bestandsaufnahme. Köln: Wienand, 2011, S. 180. (ISBN 978-3-86832-059-6). Weitere Bilderzyklen entstanden zu den Themen Lichttänze (ab 1967), 8 große Brüder (ab 1970), Ein zentrales Thema (ab 1970), Weltformel (ab 1974), Kosmische Ikonen (ab 1977), Kernfusionsfragmente (ab 1978) und Horizonte (ab 1981).Hanns Theodor Flemming: Sechs verschiedene Impulse. In: Die Welt, 27. Juli 1974, S. 27. mini|Familiengrab auf dem Rahlstedter Friedhof In Retz-Schmidts Arbeiten spiegeln sich philosophische und naturwissenschaftliche Ideen, aber auch gesellschaftliche Entwicklungen und politische Geschehnisse.Ur-Landschaft und Kosmos. In: Deine Brücke, Nr. 38, 24. September 1965. Bilder vom Barock bis zum Kubismus. In: Ratinger Wochenblatt, 4. November 1982.Bilder vom Kosmos. In: Ratinger Wochenblatt, 26. Januar 1984. Christliche Religion und Mystik beeinflussten das Werk ebenso wie antike Kulturen, z. B. der Azteken und Buddhisten.Gemäldeausstellung in Rahlstedt. In: Deine Brücke, 31. August 1962.Selbstanzeige. In: Die Welt, 11. November 1969. Großen Einfluss auf seine Arbeit hatten auch seine zahlreichen Studienreisen, u. a. nach Norwegen, Griechenland, Israel, Österreich, Ungarn, Rumänien, Frankreich, Bulgarien, Italien und in die Schweiz sowie wiederholt nach Tunesien, wo er ab 1977 auf Djerba zahlreiche Mittelmeerimpressionen schuf. Impressionen aus drei Kulturen. In: Deine Brücke, Nr. 31, 2. August 1968.
Zwischen Mitte der 70er und Mitte der 80er Jahre lebte und arbeitete Retz-Schmidt zeitweise in Ratingen und stellte überwiegend in Düsseldorf aus. Seit 1985 war er wieder in Hamburg ansässig, befasste sich in seinen Werken u. a. mit der Stadt und ihrem Hafen und begann mit dem Zyklus Welttheater. Mit zunehmendem Alter wurde seine Arbeit immer mehr ein visueller Ausdruck seiner kosmischen und christlich-religiösen Vorstellungen. Rolf Retz-Schmidt starb am 22. September 2006 in Hamburg und wurde auf dem Rahlstedter Friedhof beigesetzt.
Eine große Zahl seiner Werke befindet sich in privaten Sammlungen im In- und Ausland. Daneben wurde eine Reihe seiner Werke in den 50er Jahren von der Kulturbehörde Hamburg sowie von der Hamburger Kunsthalle erworben.Maike Bruhns: Retz-Schmidt, Rolf. In: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs. Neumünster/Hamburg: Wachholtz, 2013, S. 368.Alfred Hentzen: Erwerbungen der Kunsthalle: Gemälde. 1951–1957. In: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, Band 3. Hamburg: Hauswedell, 1958, S. 181.Moderne Bilder-Ausstellung in der Bücherhalle. In: Die Rahlstedter Brücke, November 1958. Auch das Zentrum für Kunst in Hamburg Parabel ist im Besitz einiger seiner Werke.Soft Opening. 60 Neuerwerbungen aus der Stiftung Kunstsammlung Dr. Maike Bruhns. Parabel – Zentrum für Kunst in Hamburg. Ausstellungskatalog. Hamburg, 2025. S. 46, 49.Dem Inferno entronnen. Kunst nach 1945 in Hamburg. Parabel – Zentrum für Kunst in Hamburg. Ausstellungskatalog. Hamburg, 2025. S. 61.
Ausstellungen (Auswahl) 1957: Beteiligung an der 7. Ausstellung Berlin, Deutscher Künstlerbund, Hochschule für Bildende Künste BerlinDeutscher Künstlerbund: 7. Ausstellung Berlin. Ausstellungskatalog. Berlin, 1957. Siehe auch: Deutscher Künstlerbund e.V.: 7. Ausstellung Berlin. Abgerufen am 21. April 2023 1957: Malerei 1957, Stadtpark-Wasserturm Hamburg (Öl, Tempera, Grafik)Das Kunstwerk, Band 11. Stuttgart: W. Kohlhammer, 1957, S. 56. 1957: Malerei - Graphik, Clubheim der Deutschen BP, Hamburg (Tempera, Öl, Lineargraphik) 1958: Beteiligung an der Ausstellung Malerei 1958 (Klaus Kröger, Helmut Tolksdorf, Rolf Retz-Schmidt, Jens Cords), Völkerkundemuseum Hamburg“Unformale” Kunst beherrscht das Feld. In: Die Welt, 13. Januar 1958. 1960: Malerei Rolf Retz-Schmidt, Clubheim der Deutschen BP, Hamburg (Öl, Ölkreiden)C. O. Frenzel: Symphoniker der Farbe. In: Hamburger Abendblatt, 12. Mai 1960, S. 7. Abgerufen am 8. Juni 2020 1960: Ölbilder – Ölkreiden, Hamburger Kunsthalle (Turmzyklus)Rolf Retz-Schmidt: Ölbilder – Ölkreiden. Hamburger Kunsthalle. Ausstellungskatalog. Hamburg, 1961. 1962: Malerei – Graphik, Centrale Roth 7, Hamburg (Triptychon Golgatha / Apokalyptische Zeichen / Sphärische Klänge)Hanns Theodor Flemming: Sphärische Klänge. In: Die Welt, November 1962. 1963: Beteiligung an der Ausstellung Grafik, Centrale Roth 7, Hamburg (Linolschnitte)Hamburger Veranstaltungen. In: Die Welt, 13. März 1963, S. 10. 1965: Kosmische Parabel, Stadtpark-Wasserturm Hamburg (30 Federzeichnungen im Rundformat)Hanns Theodor Flemming: Hamburger Ausstellungen. In: Die Welt, 4. September 1965. 1966: Kreismeditationen, Bauzentrum Hamburg (Ölbilder, Aquarelle, Federzeichnungen)C. O. Frenzel: Malerei mit Weltanschauung. In: Hamburger Abendblatt, 29. Juli 1966, S. 11. Abgerufen am 16. April 2020 1967/68: Transfigurative Federzeichnungen 1967, Galerie Latin, HamburgC. O. Frenzel: Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde. In: Hamburger Abendblatt, 1. Dezember 1967, S. 37. Abgerufen am 16. April 2020Hanns Theodor Flemming: Welt aus Plüsch und Pleureusen. In: Die Welt, 7. Dezember 1967.Will Hofmann: Kultivierte Federzeichnungen. In: Harburger Anzeigen und Nachrichten, 8. Dezember 1967. 1969: Beteiligung an der Ausstellung 7 × Outside, Kunsthaus HamburgSieben Außenseiter im Kunsthaus Hamburg. In: Hamburger Abendblatt, 18./19. Oktober 1969, S. 24. Abgerufen am 16. April 2020 1970: Ein zentrales Thema, Gemeindezentrum Rahlstedt-Ost, Hamburg (Ölkreiden 1970 in serieller Form)C. O. Frenzel: Neues in Hamburger Galerien. In: Hamburger Abendblatt, 11. Mai 1970, S. 9. Abgerufen am 16. April 2020 1974: Beteiligung an der Ausstellung 6 × Impulse, Kunsthaus Hamburg (Öl, Metallfolie)Ausstellungsarchiv 1970 – 2013. Kunsthaus Hamburg. Abgerufen am 16. April 2020Inge Mösch: Sechs Impulse – sechs Temperamente. In: Hamburger Abendblatt, 3./4. August 1974, S. 23. Abgerufen am 16. April 2020 1975/76: Beteiligung an der 1. Internationalen Ausstellung Malerei – Grafik – Plastik. EP-Galerie, Düsseldorf (Ölbilder)Malerei – Grafik – Plastik. Ausstellungskatalog. EP-Galerie, Düsseldorf, 1975. 1978: Rolf Retz-Schmidt 1978, EP-Galerie, Düsseldorf (Ölbilder, Ölkreiden, Aquarelle, Zeichnungen; Kosmische Ikonen, II. Weltformel-Etappe, Kernfusionsfragmente, Mittelmeer-Impressionen) 1984: Kosmische Parabeln, Stadtmuseum Ratingen 1985: Kosmische Malerei 1974 – 1984, Ernst-Deutsch-Theater, Hamburg (Weltformel 1974–1984, Kosmische Ikonen 1978–1982)
Postum: 2021: Rolf Retz-Schmidt – Die tachistische Periode, Galerie beim Schlump, HamburgRolf Retz-Schmidt – Die tachistische Periode. Galerie beim Schlump. Ausstellungskatalog. Hamburg, 2021.