mini|hochkant=2.5| Der Diskuswurf der Männer bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney wurde am 24. und 25. September 2000 im Stadium Australia ausgetragen. 45 Athleten nahmen teil.
Olympiasieger wurde der Litauer Virgilijus Alekna. Er gewann vor dem Deutschen Lars Riedel und dem Südafrikaner Frantz Kruger.
Mit Michael Möllenbeck und Jürgen Schult nahmen zwei weitere Deutsche am Wettkampf teil. Beide qualifizierten sich für das Finale. Schult wurde Achter, Möllenbeck Zehnter. Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträger Olympiasieger 1996Lars Riedel ()69,40 mAtlanta 1996Weltmeister 1999Anthony Washington ()69,08 mSevilla 1999Europameister 1998Lars Riedel ()67,07 mBudapest 1998Panamerikanischer Meister 1999Anthony Washington ()64,25 mWinnipeg 1999Zentralamerika und Karibik-Meister 1999Kevin Brown ()56,02 mBridgetown 1999Südamerika-Meister 1999Marcelo Pugliese ()59,23 mBogotá 1999Asienmeister 2000Anil Kumar ()58,47 mJakarta 2000Afrikameister 2000Frits Potgieter ()60,35 mAlgier 2000Ozeanienmeister 2000Hohepa Poihipi ()47,85 mAdelaide 2000
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord74,08 mJürgen Schult ()Neubrandenburg, Deutschland25. August 1991, sport-record.de (englisch)Olympischer Rekord69,40 mLars Riedel ()Finale OS Atlanta, USA31. Juli 1996 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Der weiteste Wurf gelang Olympiasieger Virgilijus Alekna in seinem fünften Versuch auf 69,30 m im Finale am 25. September. Damit blieb er nur zehn Zentimeter unter dem Olympia- und 4,78 m unter dem Weltrekord. Rekordverbesserung Es gab einen neuen Kontinentalrekord: 68,19 m (Afrikarekord) – Frantz Kruger (Südafrika), Finale am 25. September, dritter Versuch
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig Anmerkungen zu zwei Angaben: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Sydney (UTC+10) bezogen. Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.
Qualifikation Für die Qualifikation wurden die Athleten in zwei Gruppen gelost. Sieben Teilnehmer (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 64,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit fünf weiteren Wettbewerbern (hellgrün unterlegt) aus beiden Gruppen nach den nächstbesten Weiten aufgefüllt und es reichten schließlich 62,72 m zur Finalteilnahme.
Gruppe A 24. September 2000, 10:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Lars Riedel 68,15 – – 68,15 2 Frantz Kruger 67,54 – – 67,54 3 Wassil Kapzjuch 65,90 – – 65,90 4 Dmitri Schewtschenko 62,82 63,09 65,29 65,29 5 Uladsimir Dubrouschtschyk 64,03 – – 64,03 6 Jürgen Schult 63,76 60,97 x 63,76 7 Aleksander Tammert 63,52 61,84 60,90 63,52 8 Li Shaojie 62,29 x 59,71 62,29 9 Magnús Hallgrímsson 60,95 58,79 60,03 60,95 10 Frank Casañas 60,84 x 60,79 60,84 11 Libor Malina 59,38 x 60,83 60,83 12 Romas Ubartas 60,43 60,50 x 60,50 13 Robert Weir 57,57 x 60,01 60,01 14 Olgierd Stański 59,31 58,06 x 59,31 15 Ian Winchester 58,61 58,64 x 58,64 16 Leanid Tscharauko 57,63 x 58,32 58,32 17 Dragan Mustapić 53,76 58,10 x 58,10 18 Mickaël Conjungo x 57,85 55,60 57,85 19 Marcelo Pugliese x 53,49 56,30 56,30 20 John Menton x 54,21 50,95 54,21 21 Roman Poltoratzkij 45,40 x 47,93 47,93 Zoltán Kővágó x x x ogV Çary Mämmedow x x x In der Qualifikationsgruppe A ausgeschiedene Diskuswerfer:
Gruppe B
24. September 2000, 12:10 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Virgilijus Alekna 67,10 – – 67,10 2 Jason Tunks 64,40 – – 64,40 3 Adam Setliff x 63,25 – 63,25 4 Anthony Washington 62,82 x x 62,82 5 Michael Möllenbeck 62,30 62,72 61,92 62,72 6 Diego Fortuna 60,12 x 62,24 62,24 7 Alexander Boritschewski 59,78 61,98 61,89 61,98 8 Róbert Fazekas x x 61,76 61,76 9 John Godina 57,67 61,60 x 61,60 10 Frits Potgieter 61,56 60,27 60,83 61,56 11 David Martínez 61,50 x 59,97 61,50 12 Alexis Elizalde 57,75 61,13 59,96 61,13 13 Jo Van Daele 60,89 60,93 x 60,93 14 Gábor Máté 59,43 60,69 60,86 60,86 15 Witali Sidorow 58,32 59,43 60,65 60,65 16 Vaclavas Kidykas 57,86 58,96 58,09 58,96 17 Kirilo Tschuprinіn x 58,38 57,32 58,38 18 Nick Sweeney 56,73 56,24 57,37 57,37 19 Glen Smith 56,22 55,31 54,36 56,22 20 Rashid Shafi al-Dosari x 54,47 53,32 54,47 Jason Gervais x x x ogV Costel Grasu x x x DNS Chima Ugwu
Finale mini|hochkant=1.1| 25. September 2000, 19.00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Virgilijus Alekna 58,55 67,54 68,73 66,64 69,30 64,78 69,30 2 Lars Riedel 65,18 x 68,50 68,08 67,33 63,87 68,50 3 Frantz Kruger 67,89 x 68,19 AF 68,06 x 62,72 68,19 AF 4 Wassil Kapzjuch 58,93 64,50 67,59 64,42 65,07 66,70 67,59 5 Adam Setliff 60,50 66,02 64,72 65,10 63,10 61,99 66,02 6 Jason Tunks 59,59 64,58 65,35 x 65,80 64,38 65,80 7 Uladsimir Dubrouschtschyk 63,95 65,13 x 64,32 x 60,15 65,13 8 Jürgen Schult x 60,83 63,34 64,41 62,63 61,96 64,41 9 Aleksander Tammert 55,84 59,26 63,25 nicht im Finale derbesten acht Werfer 63,25 10 Michael Möllenbeck 61,19 60,13 63,14 63,14 11 Dmitri Schewtschenko x x 62,65 62,65 12 Anthony Washington x x 59,87 59,87 Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, sieben von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere fünf über ihre Platzierungen. Aufeinander trafen drei Deutsche, je zwei US-Amerikaner und Weißrussen sowie jeweils ein Teilnehmer aus Estland, Kanada, Litauen, Russland und Südafrika.
Die Olympiasieger der vergangenen drei Spiele waren hier in Sydney dabei. Während die Sieger von 1996 und 1988, die beiden Deutschen Lars Riedel (1996) und Jürgen Schult (1988), damals für die DDR am Start, das Finale erreichten, scheiterte der Sieger von 1992 Romas Ubartas aus Litauen in der Qualifikation. Als Favorit trat dessen Landsmann Virgilijus Alekna an, der im vorolympischen Saisonverlauf glänzende Weiten erzielt hatte. Seine stärksten Gegner waren Lars Riedel, unter anderem auch amtierender Europameister und WM-Dritter, der US-amerikanische Weltmeister Anthony Washington, Jürgen Schult, unter anderem auch Vizeweltmeister und Vizeeuropameister, sowie der Südafrikaner Frantz Kruger.
Gleich in der ersten Runde gab es mit 67,89 m ein erstes Highlight durch Kruger, der sich damit an die Spitze setzte. Riedel folgte mit 65,18 m. Alekna verbesserte sich im zweiten Versuch auf 67,54 m und zog damit an Riedel vorbei. Auch der US-Amerikaner Adam Setliff konnte sich mit 66,02 m jetzt vor dem Deutschen platzieren. Im dritten Durchgang verbesserte sich Kruger weiter auf 68,19 m, wurde jedoch von Riedel mit 68,50 m und Alekna mit 68,73 m auf Platz drei verdrängt. Der Weißrusse Wassil Kapzjuch setzte sich mit 67,59 m Rang vier. Diese Reihenfolge hatte bis zum Wettkampfende Bestand. Virgilijus Alekna steigerte sich im fünften Versuch noch auf 69,30 m und wurde damit seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Lars Riedel gewann die Silbermedaille, Frantz Kruger Bronze. Die Plätze vier bis sechs belegten Wassil Kapzjuch, Adam Setliff und der Kanadier Jason Tunks. Der Weißrusse Uladsimir Dubrouschtschyk wurde Siebter vor Jürgen Schult.
Frantz Kruger gewann die erste Medaille für Südafrika im Diskuswurf.
Video Olympics 2000 discus throw, youtube.com, abgerufen am 1. Februar 2022
Weblinks Athletics. Official Report of the XXVII Olympiad - Results, Resultate Leichtathletik, S. 363–369, englisch/französisch (PDF, 16.697 KB), abgerufen am 1. Februar 2022 Athletics at the 2000 Summer Olympics, Discus Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 1. Februar 2022 Sydney 2000, Athletics, discus throw men Results, Offizielle Seite des IOC, abgerufen am 1. Februar 2022 Athletics at the 2000 Sydney Summer Games: Men's discus throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 1. Februar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2000