mini|Signet V.R.K. (1919, Egon Tschirch) mini|ehemalige Villa Peter E. Erichson 1919 Ausstellungsort der V.R.K. mini|ehemaliges Städtisches Museum ab 1920 Ausstellungsort der V.R.K. Die Vereinigung Rostocker Künstler war eine Künstlergruppe, die im Januar 1919 gegründet wurde und bis Mitte der 1930er Jahre bestand. Ihr gehörten führende Vertreter der Rostocker Moderne aus Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur an.

Geschichte Nach dem Ersten Weltkrieg standen Künstlern in Rostock wenige Ausstellungs- und Verkaufsräume zur Verfügung. Daher entwickelten der Architekt Walter Butzek und der Maler Egon Tschirch die Idee, einen Zusammenschluss von Künstlern als „Secession im kleinen Rahmen“ zu schaffen.Johann Joachim Bernitt: Norddeutsche Neueste Nachrichten, 1. März 1988 Zu den Gründern der Vereinigung Rostocker Künstler gehörten außerdem die Maler Rudolf Bartels, Bruno Gimpel, Hans Emil Oberländer und deren erster Vorsitzender Thuro Balzer.Wolf Karge: Künstlervereinigungen 1900–1933. In: Bildende Kunst in Mecklenburg 1900–1945. Hinstorff Verlag, Rostock 2010, ISBN 978-3-356-01406-8, S. 83–84

Gefördert vom Verleger Peter E. Erichson fanden 1919 erste Expositionen in dessen Rostocker Villa, Moltkestraße 19, statt. Ab 1920 wurden – jetzt vom »Kunstverein zu Rostock« unterstützt – jährliche Ausstellungen im Kunst- und Altertumsmuseum veranstaltet. Abgerufen am 3. September 2017.

Binnen kurzem entwickelte sich die Vereinigung Rostocker Künstler zu einem Anziehungspunkt für Vertreter moderner Kunst. In der Künstlergruppe sammelten sich Anhänger verschiedener Kunstrichtungen, u. a. Impressionisten, Expressionisten und Verfechter der Neuen Sachlichkeit.Oscar Gehrig: Vereinigung Rostocker Künstler. Verlag von G.E. Diehl, Berlin 1927, S. 4–9Marcus Pfab: Rostocker Kunst der 1920er bis 40er Jahre – Zwischen Traditionalismus und gemäßigter Moderne. Staatsexamensarbeit Universität Greifswald – Diplomarbeiten-Agentur, 1998, ID 929, S. 9 Insbesondere von den jüngeren Künstlern wurde die V.R.K. als moderner Kontrapunkt zum etablierten Kunstbetrieb der Museen verstanden. Neben der Bauhaus-Schülerin Dörte Helm erweiterten auch progressive Architekten des Neuen Bauens und der Reformarchitektur das kreative Spektrum. Bis in die 1930er Jahre hinein gaben die Mitglieder der V.R.K. über Rostock hinausgehend auch in Mecklenburg den künstlerischen Ton an.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden die Künstlervereine in Deutschland gleichgeschaltet. Das Hauptziel des Reichskulturkammergesetzes war die staatliche Organisation und Überwachung der Kultur. Alle Ausstellungsvorhaben mussten fortan genehmigt werden.

Das Gründungsmitglied Bruno Gimpel wurde im Juli 1933 zum Austritt gedrängt, weil er Jude war.

Die V.R.K. trat schließlich unter ihrem letzten Vorsitzenden Rudolf Schmidt-Dethloff dem Kampfbund für deutsche Kultur bei. Damit war die Existenz der Vereinigung Rostocker Künstler als eigenständige Künstlergruppe Mitte der 1930er Jahre praktisch beendet.Heidrun Lorenzen: Zwischen Anpassung und Verweigerung. In: Bildende Kunst in Mecklenburg 1900–1945. Hinstorff Verlag, Rostock 2010, ISBN 978-3-356-01406-8, S. 219–249

Mitglieder und Ausstellungen

Gründungsmitglieder Thuro Balzer, Maler und Grafiker Rudolf Bartels, Maler Walter Butzek, Architekt Bruno Gimpel, Maler und Grafiker Hans Emil Oberländer, Maler Egon Tschirch, Maler und Grafiker (Austritt 1925)Rostocker Anzeiger, 27. August 1926

weitere Mitglieder (Auswahl) Wolf Bergenroth, MalerRostocker Anzeiger, 23. März 1926 Ernst Karl Boy, ArchitektRostocker Anzeiger, 31. März 1927 Arthur Eulert, Architekt und RadiererRostocker Anzeiger, 27. Juli 1919 Hertha von Guttenberg, BildhauerinRostocker Anzeiger, 3. Mai 1931 Dörte Helm, Malerin und Grafikerin Erich F. Hübner, Maler und Radierer Gustav Kühn, Maler Paul Martin Leonhardt, Maler und Grafiker Robert (von) Neumann, MalerRostocker Anzeiger, 9. September 1919 Franz Nicolai, ArchitektRostocker Anzeiger, 28. Februar 1922 Walter Rammelt, Bildhauer und Bühnenbildner Josef Ruff, Architekt Margarete Scheel, Bildhauerin und Keramikerin Max Schenk, Maler Rudolf Schmidt-Dethloff, MalerRostocker Anzeiger, 8. April 1930 Rudolf Sieger, Maler Erich Venzmer, Maler Bruno Wagner, Architekt Hedwig Woermann, Malerin

Ehrenmitglieder Peter E. Erichson, VerlegerKulturhistorisches Museum Rostock: Plakat 1921, Inv.-Nr. K9010 Bruno Taut, ArchitektFrühjahrsausstellung VRK Katalog 1926 Heinrich Tessenow, Architekt

Vorsitzende – zeitlich aufeinanderfolgend 1919–1922 Thuro Balzer, MalerKunst in der DDR Bildatlas. Abgerufen am 13. September 2017. 1922–1929 Bruno Wagner, Architekt 1929–Mitte 1930er Jahre Rudolf Schmidt-Dethloff, MalerAndreas und Martina von Hollen: Rudolf Schmidt-Dethloff: Liebe zur Landschaft BoD – Books on Demand, 2009, ISBN 3-8370-8635-6, S. 21

Gäste in V.R.K.-Ausstellungen Kate Diehn-Bitt, Malerin, 1933Rostocker Anzeiger, 4. Mai 1933 Friedrich Einhoff, Maler, 1929 & 1930 Erich Mendelsohn, Architekt, 1928Rostocker Anzeiger, 20. Juni 1928 (Kaufhaus Rudolf Petersdorff, Breslau (1928)) Alfred Partikel, Maler, 1930 Bruno Taut, Architekt, 1926 Heinrich Tessenow, Architekt, 1927 & 1929Rostocker Anzeiger, 27. März 1929 Hochbauamt der Stadt Rostock, Architektur, 1928

Ausstellungen 1919 Güstrow; Wismar; ParchimRostocker Anzeiger, 22. Juli 1919 1919 Villa Peter E. Erichson Rostock, Moltkestr. 19 ab 1920 jährliche Ausstellungen im Städtischen Museum Rostock 1922 Kollektivausstellung mit Rostocker Kunstverein 1922 Ausstellung der VRK im Palais während der Rostocker Frühjahrswoche 1922Katalog der Ausstellung der Vereinigung Rostocker Künstler im Palais während der Rostocker Frühjahrswoche 1922. Carl Hinstorffsche Hofbuchdruckerei, Rostock 1922, (RosDok). 1923 Egon Tschirch. Das Hohelied Kulturhistorisches Museum Rostock, S. 68, abgerufen am 5. September 2017. 1927 Ausstellung der V.R.K. in Hannover sowie im Berliner SchlossRostocker Anzeiger, 29. Juni 1927 1928 Architekturausstellung „Neuzeitliche Baukunst“ 1929 Jubiläumsausstellung „10 Jahre V.R.K.“ mit Sonderausstellung Heinrich Tessenow

Weblinks Galerie: Vereinigung Rostocker Künstler Virtuelle Galerie Erich F. Hübner Exlibris-Oeuvre Robert (von) Neumann Biographie im Museum of Wisconsin Art (englisch) Walter Rammelt S. 108: Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (1923), Marienkirche Rostock

Einzelnachweise

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