Asseln ist der Statistische Bezirk 31 und zugleich ein östlicher Stadtteil der kreisfreien Großstadt Dortmund. Am 31. Dezember 2025 lebten 8.925 Einwohner in dem zum Stadtbezirk Brackel gehörenden Stadtteil.

Der Ort gilt als beliebter, vergleichsweise wohlhabender und ländlich geprägter Wohnstandort. Die Felder südlich und nordöstlich des Ortsrandes stellen zwei der letzten größeren Naturflächen des Stadtbezirks Brackel dar. Asseln beheimatet noch immer mehrere Vieh- und Landwirtschaftsbetriebe.

Geographie Asseln liegt etwa 8 Kilometer östlich der Dortmunder Innenstadt am Hellweg, der alten Ost-West-Verbindung. Die Ortsmitte Asselns liegt auf einer Höhe von . Geographisch grenzt sich Asselns Wohnbebauung, mit Ausnahme des östlichen Übergangs nach Wickede im Hellwegbereich, klar von seinen Nachbarstadtteilen ab.

Als Hauptverkehrsachse teilt der Asselner Hellweg den Ort in den nördlichen und den südlichen, sich auf dem Hang des Dortmunder Rückens befindlichen Teil.

Der Asselner Norden, auch Unterasseln genannt, ist durch eine gemischte Wohnbebauung geprägt. Neben Einzelhausbebauung, Reiheneigenheimen und kleinen Mehrfamilienhäusern befindet sich hier auch noch eine verhältnismäßig hohe Anzahl an Fachwerkhäusern. Zudem existieren hier auch noch vereinzelt Bauernhöfe. Höhere Wohnbebauung (bis zu fünf Stockwerke) gibt es lediglich zwischen dem Kocklinckeweg und der Asselburgstraße.

Der Asselner Süden, auch Oberasseln genannt, ist seit den 1950er-Jahren stark gewachsen. Hier entstanden westlich und südlich der denkmalgeschützten Bergarbeiterhäuser der Kolonie Holstein überwiegend bürgerliche Ein- und Zweifamilienhäuser auf teilweise sehr großzügigen Grundstücken.

Geschichte mini|Die Lutherkirche vom „Hagedorn“ um 1960 mini|Der Asselner Hellweg um 1960

Gute Siedlungsbedingungen in Asseln In der Frühzeit ließen sich die Siedler bevorzugt dort nieder, wo sie von der Oberflächengestaltung her günstige Voraussetzungen fanden. Begehrt waren Siedlungsplätze am Übergang von relativ trockenen zu relativ feuchten Flächen. Genau einen solchen Übergang gibt es in Asseln an der 80-m-Höhenlinie, wo zwei unterschiedliche geologische Formationen aufeinandertreffen. Hier geht der von Süd nach Nord gleichmäßig abfallende Dortmunder Rücken mit einem markanten Geländeknick in eine weite ebene Fläche über.Karl N. Thome: Haarstrang und Hellwegtal, in: Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Geologische Karte von NRW. Erläuterungen zu Blatt C 4710 Dortmund. 2. Auflage. Krefeld 1989, S. 46–52.

Der Dortmunder Rücken gehört erdgeschichtlich zu einer Untereinheit der Oberkreide, ist etwa 88 Millionen Jahre alt und besteht aus Gesteinen aus dem Oberturon. Auf dem Gestein liegt bis zu vier Meter dicker Lössboden, der auf Grund seiner mineralischen Zusammensetzung sehr ertragreich ist. Es handelt sich um Parabraunerde mit Bodenwertzahlen bis 85.Ludger Tewes: Mittelalter im Ruhrgebiet. Siedlungen am westfälischen Hellweg zwischen Essen und Dortmund (13. bis 16. Jahrhundert). Paderborn 1997, S. 147, Fußnote 128. Niederschläge, die im Löss versickern, werden von dem Gestein aus dem Oberturon aufgenommen und in Klüften oder Schichtfugen zügig in Richtung Norden abgeleitet. Somit ist der Boden auf dem Dortmunder Rücken weitgehend frei von Staunässe.

Unterhalb der 80-m-Höhenlinie treffen die Gesteine aus dem Oberturon auf Emschermergel. Anders als Turon ist Emschermergel nicht Wasser durchlässig, somit konnte das Sickerwasser, das vom Dortmunder Rücken kam, nicht mehr unterirdisch weiterfließen und trat nördlich des Geländeknicks wieder zutage. Äußere Zeichen waren viele, zum Teil heftig sprudelnde Quellen, die auch Springe genannt wurden. Sie bescherten den frühen Siedlern einerseits eine frei zugängliche Versorgung mit sauberem Trinkwasser, setzten aber anderseits das Gelände, das nach Norden kaum noch abfällt, dauerhaft unter Wasser. Die auf dem Emschermergel liegende Bodenschicht, bestehend aus Resten von eiszeitlichen Lockergesteinen sowie Schwemmlössen, versumpfte, so dass hier nur Wald und Wiesen gediehen.

Ein weiterer Grund, in Asseln zu siedeln, war ein Weg, der von Anfang an nicht auf der tiefsten Stelle des Geländes, wo ihn die Bodenfeuchte bei schlechter Witterung unpassierbar gemacht hätte, sondern hangaufwärts auf trockenerem Boden parallel zur 80-m-Höhenlinie verlief. Und hier verläuft der Hellweg heute immer noch.

Siedlungsreste aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit Zwischen 1999 und 2005 wurden auf verschiedenen Grabungsstellen westlich der Asselner Wohnbebauung mehrere herausragende archäologische Funde gemacht. Die ältesten Funde stammen aus der Jungsteinzeit, der sogenannten Rössener Kultur, und sind etwa 6500 Jahre alt. Zur jungsteinzeitlichen Siedlung gehörten einfache Siedlungsgruben, Hauspfosten und zwei große Lehmentnahmegruben, die Spuren im gewachsenen Lehmboden hinterlassen haben. Neben zahlreichen Scherben von Haushaltsgefäßen wurde auch ein poliertes Steinbeil entdeckt, mit dem Bäume für den Hausbau gefällt werden konnten.

Ferner stieß man auf mehrere bronzezeitliche Gräber aus der Zeit um etwa 1000 v. Chr. Nach damaligem Ritus wurden die Toten verbrannt, die Asche in Urnen beigesetzt und hierüber ein kuppelförmiger Erdhügel aufgeschüttet. Um ein Abfließen der Erde zu verhindern, wurden die Hügel mit einem Kreisgraben eingefasst. In aller Regel hatten diese Grabanlagen einen Durchmesser von zehn bis zwölf Metern, die Asselner Gräber erreichen dagegen einen Durchmesser bis zu 17 m. Fast immer hatten die Gräber als nordwestdeutsche Besonderheit eine Öffnung, die in Richtung Osten zeigte, so dass sie wie Schlüssellöcher aussahen. Auch in Asseln zeichnet sich zumindest ein solches Schlüssellochgrab deutlich ab. In einem Grab fanden sich neben verbrannten Knochen noch zwei kleinere Beigefäße und ein sehr schön verziertes, bronzenes Tüllenmesser, das in dieser Form erst ein- oder zweimal in Westfalen gefunden wurde.Henriette Brink-Kloke: Bewegte Zeiten. Die Vorgeschichte am Hellweg im Dortmunder Osten. In: Henriette Brink-Kloke, Karl Heinrich Deutmann (Hrsg.): Die Herrschaften von Asseln, S. 9.

Grabungen aus der römischen Kaiserzeit bis zur Völkerwanderungszeit Zwischen dem Asselner Hellweg und der Trasse der S-Bahn-Linie S4 wurden in den Jahren 2003 und 2004 insgesamt 42 Gräber freigelegt. 29 Gräber konnten sicher in die römische Kaiserzeit und die frühe Völkerwanderungszeit (2. bis frühes 5. Jahrhundert) datiert werden. 13 Gräber, die kein oder nur schlecht datierbares Material beinhalteten, aber in unmittelbarer Nähe zu den Bestattungen der römischen Kaiserzeit lagen, wurden mit in die Untersuchung aufgenommen. Die Bestattungen der Kaiserzeit fanden vereinzelt zwischen den Gräbern der Bronzezeit statt, wobei aber nur eine kaiserzeitliche Bestattung eine bronzezeitliche Grabstelle überlagerte. Abgesehen von einem Körpergrab handelte es sich bei den Gräbern ausschließlich um Brandbestattungen.Patrick Könemann: Das Gräberfeld der römischen Kaiserzeit und frühen Völkerwanderungszeit von Dortmund-Asseln. S. 216–223.

Das Körpergrab ist das zeitlich jüngste Grab und lag am Nordrand des Bestattungsareals. Es war rechteckig, 1,90 m lang, 90 cm breit und tiefer als die Brandgruben. Die Lage der Knochenreste und die Lage der Beigaben zeigten, dass der Leichnam ausgestreckt auf dem Rücken mit Blickrichtung nach Norden beerdigt wurde. Die wertvollen Grabbeigaben weisen darauf hin, dass hier zu Beginn des 5. Jahrhunderts eine begüterte Frau bestattet wurde, die zur sozialen Oberschicht gehörte. Alle Funde sind ein wichtiger Mosaikstein für eine in Westfalen bislang sehr selten dokumentierte Zeitstufe. Im Kopfbereich der Toten befand sich ein etwa 20 cm langer Haarpfeil vom Typ Wijster aus Buntmetall mit einem besonders aufwändig gestalteten Schaft. Rechts davon lag ein konisch geformter, grüner Glasbecher mit einer Fadenauflage aus rötlich braunem Glas am Mundrand und leicht facettierten Seiten mit den Maßen: Höhe 11,2 cm, mittlerer Durchmesser 7 cm, Durchmesser der Standfläche 2,4 cm. Das mit Blasen durchzogene Glas des Bechers weist auf eine geringere Qualität gegenüber römischen Fabrikaten des 4. Jahrhunderts auf. Wahrscheinlich stammt das Stück aus einer von den Römern verlassenen Werkstatt im Kölner Raum und wurde zwischen 370 und den ersten Jahren des 5. Jahrhunderts von zugewanderten Franken hergestellt, die die Werkstatt übernommen hatten und ihr Glasbläserhandwerk noch nicht fehlerfrei beherrschten. An der Schulter der Frau entdeckte man zwei Armbrustfibeln mit facettiertem Fuß und einer Punzverzierung aus Kreisaugen auf dem Bügel, im Bereich der Oberschenkel lag ein 7,8 cm langes Messer mit einer lanzettförmigen Klinge.Patrick Könemann: Das Gräberfeld der römischen Kaiserzeit und frühen Völkerwanderungszeit von Dortmund-Asseln. S. 249–250, 262–263.

In den Jahren 2020 bis 2024 fanden auf dem Hellweg zwischen Asseln und Brackel umfangreiche Bauarbeiten statt. Die Stadtbahnlinie U 43 wurde zweigleisig ausgebaut; die Fahrbahn wurde saniert und es wurden Kanalarbeiten vorgenommen. Bei der archäologische Begleitung der Bauarbeiten wurden vor allem Fahrspuren der alten Wegetrasse und auch Siedlungsreste dokumentiert. Besondere Aufmerksamkeit verdient ein kaiserzeitliches Brandgrubengrab an der Asseln-Brackeler Ortsgrenze. Die bestimmbaren Beigaben geben zusammen eine Datierungsspanne vom dritten Drittel des 1. bis Ende des 2. Jahrhunderts.Hassan Bakko; Bernhard Sicherl, Archäologie am Hellweg zwischen Dortmund-Brackel und -Asseln. In: LWL-Archäologie und Altertumskommission für Westfalen (Hrsg.): Archäologie in Westfalen-Lippe 2023, Langenweißbach 2024, S. 84–87

Nur etwa 0,35 m unter der Oberfläche zeigte sich als im Planum ovale, im Profil flach gemuldete, schwarze Verfärbung (Durchmesser 0,65 m, Tiefe 0,10 m). Leichenbrand und Beigabenreste streuten darin regellos. Gefunden wurden ein goldenes Kettenfragment mit 13 ½ Gliedern (Länge 4,2 cm), das seiner Zierlichkeit nach zu urteilen eher von einem Arm- oder Ohrschmuck als von einer Halskette stammt. Die Glieder sind als liegende Doppelacht geformt, wie es im Römischen Reich geläufig war, aus dem gesamten germanischen Bereich sind während des 1. bis 2. Jahrhunderts aber nur acht goldene und zwei bronzene Ketten bekannt. Ferner wurden ein Goldringlein mit angeschmolzenem Draht, vielleicht ein Endstück der Kette, zwei Schmelzkügelchen aus Silber, teilweise mit Quecksilber und Goldspuren als Indizien für Feuervergoldung, eine verschmolzene Millefioriperle, zwei Fragmente einer orangefarbenen tonnenförmigen Glasperle sowie ein Keramikfragment mit einem Band aus waagerecht geordneten Wulstgrubenreihenunter dem schwachen Schulterknick, ca. 151 g Leichenbrand und ca. 94 g Holzkohle gefunden.

Letztlich zeigen die wenigen Fragmente besonderer Beigaben, dass kein wesentlicher sozialer Unterschied zwischen den führenden Familien im rhein-weser-germanischen Bereich und der übrigen Germania bestand. Im Leben und aufgebahrt im Tode beanspruchten sie jeweils Luxusgüter und Importe aus dem Imperium. Erst nach der Verbrennung und der Auslese der Reste waren die Bestatteten im rhein-weser-germanischen Gebiet ihres Reichtums fast bis zur Unkenntlichkeit beraubt.

Ebenfalls bemerkenswert ist ein beigabenloses, Süd-Nord-ausgerichtetes Pferdegrab (Fundort: nördlich des Hellwegs / Ecke Asselner Straße), das im Block geborgen wurde; eine Datierung nach der Radiokarbonmethode steht noch aus.