David P. DiVincenzo (* 1959 in Philadelphia) ist ein US-amerikanischer Physiker, der sich mit Quantencomputern befasst und auf diesem Gebiet einer der Pioniere ist.
Leben und Wirken DiVincenzo wurde 1983 an der University of Pennsylvania in Elektrotechnik promoviert. Als Post-Doktorand war er an der Cornell University. Ab 1985 war er am Thomas J. Watson Research Center von IBM, wo er Forschungsmanager wurde. 2010 erhielt er eine Alexander von Humboldt Professur und wurde 2011 Professor am Institut für theoretische Quanteninformation an der RWTH Aachen und Direktor des Peter-Grünberg-Instituts für Theoretische Nanoelektronik am Forschungszentrum Jülich.
1997 schlug DiVincenzo mit Daniel Loss (Basel) einen Quantencomputer mit dem Spin von Elektronen in Quantenpunkten (Quantum Dots) als Qubits vor (Loss-DiVincenzo-Quantencomputer).D. Loss, D. P. DiVincenzo, Quantum computation with quantum dots, Phys. Rev. A, Band 57, 1998, S. 120, Arxiv Arbeiten zu dessen experimenteller Realisierung stammen unter anderem von Leo Kouwenhoven.L. Kouwenhoven u. a.: Quantum Computing with Electron Spins in Quantum Dots, 2002, Arxiv
1996 veröffentlichte er fünf Kriterien für einen Quantencomputer,DiVincenzo: Topics in Quantum computers, 1996, in: L. Kouwenhoven u. a., Mesoscopic Electron Transport, Kluwer, Arxiv die unter dem Namen DiVincenzo-Kriterien bekannt sind: Ein skalierbares physikalisches System mit wohldefinierten Qubits Die Möglichkeit die Qubits auf einen vorgegebenen Zustand zu initialisieren Eine universale Menge von Quantengattern lange relevante Dekohärenz-Zeiten, viel länger als die Operationszeit der Gatter Eine für die Qubits spezifische Messvorrichtung ihres Zustands
Außerdem gab er zwei zusätzliche Kriterien für Quantenkommunikation an: Die Möglichkeit, stationäre und im Kommunikationskanal befindliche Qubits ineinander zu überführen Die Möglichkeit, Qubits über einen Kommunikationskanal über längere Strecken zu übertragen
DiVincenzo ist Fellow der American Physical Society sowie Associate Editor der Reviews of Modern Physics und Herausgeber von The virtual journal of quantum computation. 2023 wurde er zum Mitglied der National Academy of Sciences gewählt.
Seit 2025 zählt der Medienkonzern Clarivate Analytics ihn aufgrund der Zahl seiner Zitationen zu den Favoriten auf einen Nobelpreis (siehe Clarivate Citation Laureates).
Schriften (Auswahl) Neben den in den Fußnoten zitierten Arbeiten:
Weblinks Homepage RWTH Aachen Dossier bei der Humboldt-Stiftung Forschungszentrum Jülich
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Wissenschaftler der Quanteninformatik Kategorie:Hochschullehrer (RWTH Aachen) Kategorie:Inhaber einer Alexander-von-Humboldt-Professur Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Mann