mini|Iwan Bunin im Jahr 1901 auf einem Foto von Maxim Dmitrijew Goldener Boden (, Solotoje dno) ist eine Kurzgeschichte des russischen Nobelpreisträgers für Literatur Iwan Bunin, die gegen Ende 1903 entstand und 1904 in Gorkis erstem Snanije-Sammelband in Sankt Petersburg zusammen mit Träume (, Sny) unter dem gemeinsamen Titel Schwarzerde (, Tschernosjom) erschien.Kasper im Nachwort der verwendeten Ausgabe, S. 524, 12. Z.v.u.
Inhalt Die Lerchen tirilieren auf der Kutschfahrt nach Rodnikiruss. Родники. Der reisende Erzähler fragt den einheimischen Kutscher Kornej nach Neuigkeiten.
Es gibt nichts Neues und Kornej lebt schlechter als früher. Zwar sei der Boden eine wahre Goldgrube – die Schwarzerde sei ein Arschin (ein knappes dreiviertel Meter) tief – doch er wurde spottbillig verkauft und ist erneut in die Hände der falschen Besitzer geraten. Städtische Kaufleute und Händler werden keinesfalls aufs Land ziehen. Pro Landkreis sind nur noch drei bis vier große Gutsherren geblieben.
Der Erzähler lässt unterwegs auf dem Gut seiner Schwester halten. Der Vorgarten ist verwildert und das Gutshaus macht einen noch baufälligeren Eindruck als bei der letzten Visite. Auf der Weiterreise fährt der Erzähler in seiner kleinen Reisebeschreibung, diesem „Epos der Verödung“, fort: In dem großen herrschaftlichen Haus Baturinoruss. Батурино „sind Kletten und Taubnesseln bis an die Schwellen herangerückt“. In Worgolruss. Воргол, einem Vorwerk der verstorbenen Tante des Erzählers, erreicht die Verödung einen weiteren ihrer Höhepunkte. Dort hat ein Großteil der Bewohner das Ufer der Worgolruss. Worgol (Fluss) in Richtung sibirisches Neuland verlassen. Der Erzähler fragt besorgt: „… was wird später sein?“ Darauf der Kutscher Kornej: „Irgend etwas wird schon sein.“Verwendete Ausgabe, S. 218, 19. Z.v.o.
Rezeption 1965. Die sowjetische Literaturkritikerin V. Titowa zitiert ein Lob Tschechows, der die Schwarzerde-Geschichte „brillant“ genannt habe.eng. Titowas Verweis auf Tschechow 1982. Kasper schreibt, „im Text klingt die Idee von gemeinsamen Schicksal des Adels und der Bauernschaft … an.“ Mit dem Adel meint Kaspar „den zum sozialen Abstieg verurteilten kleinen Landadel“.Verwendete Ausgabe, S. 525, Mitte
Deutschsprachige Ausgaben Verwendete Ausgabe Goldener Boden. Deutsch von Larissa Robiné. S. 210–218 in: Iwan Bunin: Antonäpfel. Erzählungen 1892–1911. Herausgabe und Nachwort: Karlheinz Kasper. 536 Seiten. Aufbau-Verlag, Berlin 1982
Weblinks Der Text online bei Lib.ru (russisch) online bei bunin.niv.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Iwan Bunin Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Kurzgeschichte