Erwin van Roy, eigentlich Erwin Mylius, (* 23. September 1894 in Schöneberg bei Berlin; † 6. Dezember 1973 in Berlin-WannseeStA Zehlendorf von Berlin, Nr. 3155/1973; Vermerk im Geburtsregistereintrag StA Schöneberg I, A, Nr. 1253/1894. Abweichendes Geburtsjahr 1905 in IMDb und Filmportal, abgerufen am 12. November 2020.) war ein deutscher Filmschauspieler und Kabarettist.

Leben und Wirken Der Sohn eines Patentanwalts Albert Friedrich Mylius besuchte ein Realgymnasium und erhielt bereits in jungen Jahren seine künstlerische Ausbildung bei Olga Orsella. Mylius trat seit 1913 an verschiedenen Kabaretts, Varietés und Revuetheatern der Reichshauptstadt auf und begann zu dieser Zeit auch sporadisch zu filmen. Bereits 1926 beendete van Roy seine Berliner Theatertätigkeit und trat anschließend als Vortragskünstler an Bühnen im In- und Ausland auf.

Für das label Tri-Ergon Photo-Electro-Records war er um 1929/30 beim Tanz-Orchester Géza Komor als Refrainsänger tätig.

Mit Anbruch des Tonfilmzeitalters wurde van Roy regelmäßig vor die Kamera geholt und war in den gesamten 1930er Jahren ein gefragter Nebendarsteller. Van Roy spielte die gesamte Chargenpalette: vom Bauernburschen über einen Kriminalbeamten bis hin zum Conférencier und Regisseur. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beendete abrupt seine Filmkarriere, und Erwin van Roy, der bis dahin auch als Rundfunksprecher gewirkt hatte, wurde eingezogen.

Offenbar nahm er nach dem Krieg seine künstlerische Tätigkeit nicht oder nur kurzzeitigim ersten Bühnenjahrbuch der Nachkriegszeit, Ausgabe 1945/48, ist er lediglich im Register verzeichnet, jedoch ohne Engagementsangabe. wieder auf. Seine weitere berufliche Karriere ist unbekannt.

Filmografie

1914: Die zerbrochene Puppe 1925: Die Motorbraut 1930: Die große Sehnsucht 1930: O alte Burschenherrlichkeit 1931: Der Weg nach Rio 1932: Trenck 1932: Das Blaue vom Himmel 1933: Keinen Tag ohne Dich 1933: Salon Dora Green 1934: So ein Flegel 1934: Aufforderung zum Tanz 1935: Die lustigen Weiber 1936: Im Trommelfeuer der Westfront 1936: Es geht um mein Leben 1937: Das große Abenteuer 1937: Andere Welt 1938: Fahrendes Volk 1938: Dreizehn Mann und eine Kanone 1939: Dein Leben gehört mir

Tondokumente (Beispiele)

Judith. Lied und Blues (E.Einegg - T.Hate) Tanz-Orchester Géza Komor, mit Refraingesang Erwin van Roy. Tri-Ergon T.E. 5355 (mx. 01884) [TE2] anzuhören auf youtube

Ja ja die Frau’n sind meine schwache Seite. Lied und Yale (Austin Egen, K. Schwabach) Tanz-Orchester Géza Komor, mit Refraingesang Erwin van Roy. Tri-Ergon T.E. 5355 (mx. 01885) [TE2] aufgen. 1928, beide labels T.E. 5355 abgebildet bei discogs.com

Du bist mein kleines Vis-à-vis : Lied und Foxtrot (Rud. Nelson - G. Bibo und E. Neubach) Tanz-Orchester Géza Komor mit Refraingesang: Erwin van Roy. Tri-Ergon T.E. 5356 (mx. 01886) [TE1]

Josefin'... : Lied und Foxtrot (Rud. Nelson - G. Bibo und E. Neubach) Tanz-Orchester Géza Komor mit Refraingesang: Erwin van Roy. Tri-Ergon T.E. 5356 (mx. 01897) [TE2]

Kennst du das kleine Haus am Michigansee : Lied und Slow-Foxtrot (W. R. Heymann - M. Schiffer) Tanz-Orchester Géza Komor mit Refraingesang: Erwin van Roy. Tri-Ergon T.E. 5366 (mx. 01898) [TE2], aufgen. 1929.

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1442 f. Rainer E. Lotz : Tri-Ergon Musik-Aktiengesellschaft, Berlin (Online Discography) bei lotz-verlag.de

Weblinks

Erwin van Roy auf cyranos.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Kabarettist (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1894 Kategorie:Gestorben 1973 Kategorie:Mann