mini|Luftbild des Schlossbergs (Datenquelle: Land Vorarlberg - data.vorarlberg.gv.at). Der Schlossberg in der Gemeinde Hohenems in Vorarlberg (Österreich) ist ein weitgehend bewaldeter und unbesiedelter Berg mit einer Höhe von Er ist ein Ausläufer des Bregenzerwaldgebirges.
Name Der Name Schlossberg leitet sich von den hier befindlichen, denkmalgeschützten, Burgen Alt-Ems und Neu-Ems (Glopper) ab. Neben Hohenems finden sich Erhebungen mit der Bezeichnung „Schlossberg“ in Vorarlberg auch noch in Bregenz, Bildstein und Götzis bzw. der Schlosshügel in Koblach.
Topographie, Geographie, Lage und Verkehr Der Schlossberg ist ein gegen Südwesten ragender Ausläufer des Breitenberges, der vom restlichen Bergmassiv (Schuttannenberge) durch den Reutebach (bzw. im unteren Teil dem Salzbach) und das hier befindliche Tal abgegrenzt wird. Zwischen der Ruine Alt-Ems und dem Schloss Glopper (Neu-Ems) befindet sich die von Nord nach Süd über die ganze Breite des Ausläufers verlaufende sanfte Einkerbung „Buggenau“ (etwa ) mit einer kleinen Ansiedlung und der Marienkapelle Buggenau (auch: Buggenauer Kapelle). Gegenüber dem unteren Rheintal fällt der Schlossberg durchwegs schroff ab.
Der Schlossberg ist etwa 1600 m lang und bis zu 600 m breit. Er umfasst etwa eine Fläche von ca. 110 ha. Der Schlossberg steht zu mehr als 9/10 im Eigentum der Familie Waldburg-Zeil-Hohenems. mini|Blick von Hohenems auf einen Teil des Schlossbergs. Unterhalb des Schlossberges liegt westlich der Ortsteil Markt mit dem Hohenemser Palast und der Pfarrkirche St. Karl Borromäus, südwestlich der Ortsteil Tiergarten und nördlich das Erlach. Südlich der Ortsteil Berg, östlich Tugstein und im Nordosten Reute. Der Schlossberg beherrscht aufgrund seiner Höhe, Lage und Ausdehnung die Stadtteile Reute, Weiler, Markt, Unter der Burg und Oberklien.
Die Streusiedlung Reute ist mit normalen Kraftfahrzeugen aus gut erreichbar, der Weg zu Alt-Ems und in diesem Bereich des Schlossbergs ist als Güterweg ausgeführt. Zu Neu-Ems führt ein Privatweg.
Auf der südlichen Seite des Schlossberges entlang dem Salzbach befindet sich eine sanftere Hanglage, die als Kaisergarten (umgangsp.: Kaisergarta) bezeichnet wird.Der Überlieferung nach soll der Name "Kaisergarten" von einer schönen eben Fläche stammen, die früher als Festplatz genutzt wurde und der Weg "Kaisergarten" führt heute in der Nähe noch vorbei. Franz Joseph I. habe bei einem Besuch in Vorarlberg in Hohenems mit dem Zug Halt machte und auf Hohenems geblickt, und auf dieser Fläche sei ein großes Turnfest zu seinen Ehren veranstaltet worden. Angeblich wegen des Blicks des Kaisers vom Zug aus auf Hohenems erhielt der Platz seinen Namen. Zum Bau der Rheintalautobahn wurde diese Fläche abgegraben. Dort befand sich ein in Terrassen angelegtes Weinbaugebiet der Grafen zu Ems, das heute Großteils zugewachsen ist. Der Ort erlangte traurige Berühmtheit, weil dort die Schriftstellerin Paula Köhlmeier tödlich beim Wandern verunglückte.Schriftstellerin Paula Köhlmeier tödlich verunglückt, Der Standard, 29. August 2003.
Am 10. November 2022 beschloss die Stadtvertretung von Hohenems, den Schlossberg und Glopper zu Schutzgebieten zu erklären. Diese seien kulturhistorisch als auch landwirtschaftlich erhaltenswert.Schlossberg und Glopper sind jetzt Schutzgebiete in Vorarlberger Nachrichten, S. B1, vom 14. November 2022.
Fauna Am Schloßberg lebt und brütet, neben Milan, Bussard und Falken auch der Uhu, der die größte Eulenart in Vorarlberg darstellt. Die Rufe sind bis in das Erlach zu hören.
Besonders erwähnenswert ist auch die einzige bekannte und dauerhafte Hirschkäfer (Lucanus cervus) Population in Vorarlberg.
Sein Bestand hat in Mittel- und Südeuropa stark abgenommen, daher wurde er von der EU in die Liste der geschützten Arten (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie; Anhang II) aufgenommen.
Bauwerke Die wichtigsten historischen Bauwerke auf dem Schlossberg sind Burg Alt-Ems und Burg Neu-Ems sowie die regional bedeutsame Buggenauer Kapelle. Die Burgruine Alt-Ems liegt am südlichen Teil des Schlossberges. Neu-Ems (Glopper) nordöstlich. mini|Der Schlossberg im Frühjahr 2017 vom Flugfeld aus gesehen. mini|Der Schlossberg im November von Oberklien aus gesehen.
Gewässer Am Fuß des Schlossbergs entspringt der Hellbrunnenbach und am Ende von Buggenau fließt der Buggenauerbach. Auf der Ruine Alt-Ems, im inneren Burghof, ist der tiefe, sagenumwobene Konradsbrunnen sichtbar.Sage: Der Konradsbrunnen in Hohenems
Wandern Der einfachste Wanderweg auf den Schlossberg und die Burg Alt-Ems führt von Hohenems, Tiergarten / Friedhof bei der Stadtpfarrkirche Karl Borromäus über den Serpentinenweg hinauf. Eine etwas längere Wegstrecke führt über den Kaisergarten entlang dem Salzbach/Reutebach (Gehzeit ca. 45 Minuten).
Mit dem Omnibus (Linie 55a) kann Richtung Reute bis zur Haltestelle Buchenau gefahren werden, von dort am Bildstock zum Gedenken an Paula Köhlmeier vorbei zur Ruine Alt-Ems sind es etwa 20 Gehminuten.
Über den Leiterweg in Oberklien (Steinbruch Spitzenegg) führt eine steilere Variante auf die „Buggenau“ und von dort können beide Burgen begangen werden.
Trivia Sagen Die Geschichte von Christoph von Schmid über Rosa von Tannenburg (1823) wird nach der Überlieferung auchDer Überlieferung nach nehmen auch Burg Altraderach und Burgstelle Neu Raderach in der Nähe von Friedrichshafen dies für sich in Anspruch. auf Burg Alt-Ems und Neu-Ems bezogen. Die Burg Alt-Ems soll dabei der Tannenburg – und die Fichtenburg die Burg Neu-Ems (Glopper) entsprechen.Rosa Häfele, Peter Mathis, „Schlossberg“, S. 13.
Neben Burg Hohenbregenz wird davon berichtet, dass auch in Hohenems auf dem Schlossberg das goldene Kegelspiel vergraben sein soll.Kulturkreis Hohenems (Hg.): Emser Sagen. Lustenau 1980.
Bekannte Besucher des Schlossbergs Karl Borromäus (1538–1584) besuchte den Schloßberg im Sommer 1570 und Pius XI. (1857–1939) im Jahr 1908, als er über Karl Borromäus recherchierte.Rosa Häfele, Peter Mathis, „Schlossberg“, S. 11.
Nationalsozialismus Während der nationalsozialistischen Diktatur bestand der Plan, auf dem Schlossberg bei der Ruine Alt-Ems eine Ausbildungsstätte für den NS-Nachwuchs zu installieren. In den 1930er Jahren bereits brachten einige der damals illegalen NSDAP-Mitglieder in Vorarlberg eine Hakenkreuz-Nachbildung an der Stirnseite des Felsstockes an, die noch bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sichtbar war.Rosa Häfele, Peter Mathis, „Schlossberg“, S. 13.
Literatur Rosa Häfele, Peter Mathis, Schlossberg, Hohenems 2007, Bucher Verlag, ISBN 978-3-902525-44-4
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Berg in den Alpen Kategorie:Bregenzerwaldgebirge Kategorie:Geographie (Alpenrheintal) Kategorie:Geographie (Hohenems)