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Der Strategic Approach to International Chemicals Management (SAICM, deutsch: Strategischer Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement) ist ein 2006 verabschiedetes internationales politisches Rahmenwerk (sog. policy framework). Es zielt auf die Realisierung eines weltweiten nachhaltigen Chemikalienmanagements. Die negativen Auswirkungen der Produktion und der Verwerndung von Chemikalien auf Menschen und Umwelt sollen auf das geringstmögliche Maß gesenkt werden. Auf der Grundlage des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung 2002 sollte dieses Ziel bis zum Jahr 2020 erreicht werden. Da dieser Zeitraum nicht eingehalten wurde, wurde im September 2023 das Global Framework on Chemicals (GFC, deutsch: globales Rahmenwerk für Chemikalien) als Nachfolgeprozess verabschiedet.

SAICM ist eine Multi-Stakeholder und multisektorale Plattform, so dass neben den maßgeblichen teilnehmenden Staaten auch Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und wissenschaftliche Akteure vertreten sind, die wiederum aus den Sektoren Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft, Arbeit und weiteren kommen.

Ziel des strategischen Ansatzes SAICM ist durch seine Gründungsdokumente, insbesondere die Overarching Policy Strategy (OPS; übergreifende politische Strategie), auf das Ziel verpflichtet, bis 2020 Chemikalien so zu verwenden und zu produzieren, dass erhebliche negative Effekte auf menschliche Gesundheit und die Umwelt minimiert werden (im Original: „The overall objective of the Strategic Approach is to achieve the sound management of chemicals throughout their life‑cycle so that, by 2020, chemicals are used and produced in ways that lead to the minimization of significant adverse effects on human health and the environment.“)

Im Rahmen von SAICM sind folgende Aspekte relevant:Strategic Approach to International Chemicals Management: SAICM texts and resolutions of the International Conference on Chemicals Management, abgerufen am 18. März 2018. Umwelt-, Wirtschafts, Sozial-, Gesundheits- und Arbeitsaspekte der Chemikaliensicherheit Agro- und Industriechemikalien, im Hinblick auf die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und unter Berücksichtigung von Chemikalien in allen Lebenszyklus-Phasen inkl. in Produkten

Grundelemente von SAICM sind die übergreifende Politikstrategie und der globale Aktionsplan, in denen die zu erreichenden Ziele und deren Umsetzungsmaßnahmen formuliert sind. Zentrale Ziele der Politikstrategie sind:Fortschrittsbericht zur nationalen Umsetzung des Strategischen Ansatzes zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM), Umweltbundesamt, Texte 11/2009, S. 6. Risikominderung Verbesserung von Wissen und Information gute Regierungs- und Verwaltungsführung Aufbau von Kapazitäten und technische Zusammenarbeit Bekämpfung des illegalen internationalen Handels

Schwerpunktthemen SAICM hat seit 2006 verschiedene Themenbereiche festgelegt, die als emerging policy issues oder issues of concern prioritär behandelt werden und zu denen konkrete Projekte durchgeführt werden sollen.Der Strategische Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM), Umweltbundesamt, abgerufen am 18. März 2019.

Die emerging policy issues sind: Blei in Farben Chemikalien in Produkten Gefährliche Substanzen im Lebenszyklus von elektrischen und elektronischen Produkten Nanotechnologie und Nanomaterialien Endokrine Disruptoren

Die issues of concern sind: Perfluorierte Chemikalien und der Übergang zu sicheren Alternativen Sehr gefährliche Pestizide

Organisation mini|Verhandlungen über den Strategischen Ansatz im April 2019 in Montevideo

Das maßgebliche Entscheidungsgremium für den Strategischen Ansatz ist die alle drei bis fünf Jahre stattfindende Internationale Chemikalienmanagement-Konferenz (ICCM) (), auch Weltchemikalienkonferenz genannt. Die ICCM dient dazu, den bisherigen Fortschritt zu überprüfen, neue Schwerpunkte festzulegen sowie Budget und Aktivitäten des Sekretariats zu beschließen.

Die bisherigen Treffen der ICCM waren: 2006: ICCM in Dubai 2009: ICCM2 in Genf 2012: ICCM3 in Nairobi 2015: ICCM4 in Genf Die ICCM5 war für Oktober 2020 in Bonn geplant, wurde jedoch aufgrund der Covid19-Epidemie zunächst abgesagt und im September 2023 nachgeholt.

Mit Stand Dezember 2016 gab es 181 nationale Anlaufstellen, 16 zwischenstaatliche Anlaufstellen sowie 99 Anlaufstellen bei Nichtregierungsorganisationen.SAICM Focal Points, abgerufen am 7. Januar 2017. In Deutschland ist die nationale Anlaufstelle das Umweltbundesamt, in der Schweiz das Bundesamt für Umwelt und in Österreich das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.

Unter den internationalen Umweltschutz- und Gesundheitsorganisationen der Zivilgesellschaft sind unter anderem IPEN, das Pesticide Action Network, das Center for International Environmental Law und Health Care Without Harm in SAICM aktiv.

Das Sekretariat befindet sich am Sitz des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Genf.

Reformprozess „beyond 2020“ Auf der vierten internationalen Chemikalienmanagement-Konferenz (ICCM4) beschlossen die Delegierten, Vorkehrungen für die Zeit nach 2020 zu treffen. Da SAICM maßgeblich das 2020-Ziel verfolgt, ist eine Erneuerung der Grundlagen des Strategischen Ansatzes notwendig.

In der maßgeblichen Resolution IV/4 von 2015 ist verankert, dass ein intersessional process eingerichtet wird, der auf drei oder vier Treffen Vorschläge für die Zukunft von SAICM und das internationale Chemikalienmanagement erarbeiten soll.

Weblinks saicm.org, Webpräsenz der UN zum SAICM-Programm (englisch). SAICM, Informationen des deutschen Umweltbundesamtes zu SAICM. SAICM - Strategic Approach to International Chemicals Management beyond 2020, Informationen des österreichischen Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus zu SAICM.

Einzelnachweise

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