Ihor Kostec'kyj (, Pseudonym von Ivan Vjačeslavovyč Merzljakov (ukr. ); * in Kyjiw, Russisches Kaiserreich; † 14. Juni 1983 in Gerlingen, Bundesrepublik Deutschland) war ein sowjetischer Schriftsteller, Dramatiker, Übersetzer, Literaturkritiker und Verleger.
Leben Ihor Kostec'kyj wuchs in Kyjiw und Winnyzja auf und studierte während der 1930er Jahre in Leningrad und Moskau Bühnenregie und Schauspiel. Im Anschluss war er zwei Jahre im Ural als Schauspieler tätig. Während des Zweiten Weltkrieges kam er im Juni 1943 als Zwangsarbeiter in das Deutsche Reich, wo er nach dem Krieg blieb.Eintrag zu Ihor Kostezkyj in der Enzyklopädie der modernen Ukraine; abgerufen am 5. Januar 2017 (ukrainisch) In den dortigen DP-Lagern wurde er einer der Gründer und führender Theoretiker der "Künstlerischen Ukrainischen Bewegung"Artikel zu Kostetsky, Ihor in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 5. Januar 2017 (englisch) (MUR, «» 1945–1948), einer Organisation ukrainischer Schriftsteller in den west-deutschen DP-Lagern der 1940er Jahre, der unter anderem Iwan Bahrjanyj, Ulas Samtschuk und Teodosij Osmatschka angehörten. Ebenfalls schrieb er dort für verschiedenen DP-Zeitschriften und schuf eigene Veröffentlichungen, wie das Kunst- und Kultur-Journal "CHORS".
Seine ersten Werke, noch unter dem Mädchennamen seiner Mutter, wurden 1941 in Winnyzja herausgegeben. Seine Prosa kombinierte traditionelle und modernistische (Expressionisten, Surrealisten, Dadaisten) Elemente.Artikel zu MUR in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 5. Januar 2017 (englisch) Während der 1950er und 1960er Jahre war er Herausgeber der illustrierten Zeitschrift „Ukrajina i Swit“ (ukr. ; dt. Die Ukraine und die Welt). Gemeinsam mit seiner Frau, der deutschen Schriftstellerin und Übersetzerin Elisabeth Kottmeier (1902–1983)Elisabeth Kottmeier in der Personendatenbank Landeskunde entdecken online BW; abgerufen am 5. Januar 2017Eintrag zu Kottmeier, Elisabeth in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 5. Januar 2017 (englisch) gründete er im Jahr 1955 in Stuttgart den „Na hori“ (ukr. ; dt.Auf dem Berg)-Verlag, in dem in den folgenden 25 Jahren mehrere Dutzend Bücher, darunter auch einige herausragende Ausgaben der klassischen Weltliteratur in ukrainischer Übersetzung veröffentlicht wurden. Er arbeitete zudem beim Deutschlandfunk und schrieb ab Mitte der 1960er Jahre Theaterstücke und Hörspiele in deutscher Sprache.Biografie auf "Ukrainische Literatur"; abgerufen am 5. Januar 2017 (ukrainisch) Er lebte in Schwaikheim bei Stuttgart und starb 70-jährig in Gerlingen.Ihor Kostezkyj in der Personendatenbank der Landesbibliographie Baden-Württemberg; abgerufen am 5. Januar 2017
Kostec'kyj war Mitglied der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, der Teilhard-de-Chardin-Gesellschaft sowie des internationalen P.E.N.-Clubs.
Ihor Kostec'kyjs Nachlass befindet sich im Archiv der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen.
Weblinks
Artikel zum 100. Geburtstag von Eintrag zu Ihor Kostezkyj in der Unabhängigen Kulturzeitschrift, Lwiw (ukrainisch) Ihor Kostezkyj in der Deutschen Biographie
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Übersetzer ins Ukrainische Kategorie:Literatur (Ukrainisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Lyrik Kategorie:Emigrant Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Ukrainer Kategorie:Geboren 1913 Kategorie:Gestorben 1983 Kategorie:Mann