mini|250px|Tafelspitz mit Schnittlauchsauce und Apfelkren alt=Tafelspitz in Kren(Meerrettich-)sauce|mini|250x250px|Tafelspitz in Krensauce Der Tafelspitz ist ein Gericht der Wiener Küche,Artikel bei Spiegel Online dessen Bezeichnung bayerisch-österreichische Wurzeln hat.Erhard Gorys: Das neue Küchenlexikon. München, dtv. (2001)Tafelspitz im Duden Er besteht aus einem in Wasser (mit Suppengrün) oder Brühe gekochten, ganzen Stück Knöpfl oder Schlögel (= Schwanzstück, Tafelspitz) vom Rind, das dann in Scheiben geschnitten wird. Man serviert ihn üblicherweise mit Apfel- oder Semmelkren und der beim Kochen entstandenen und dann abgeseihten Suppenbrühe.

Dazu kann Wurzelgemüse gereicht werden, in Würfel oder Streifen geschnitten, das in einer Brühe gekocht wurde; dann Kartoffeln, Bratkartoffeln oder Kartoffelschmarrn, zudem Dillrahm-FisolenDas sind Grüne Bohnen in einer Sauce aus Rahm mit Dill. oder Spinat, allenfalls auch Schnittlauchsauce.

Ein ähnlich zubereitetes Gericht aus Rindfleisch einfacherer und durchwachsener Qualität wird in Österreich und Bayern Tellerfleisch oder gekochtes Rindfleisch genannt oder in Österreich, gemäß der jeweiligen Fleischsorte, Kavalierspitz, Schulterscherzel, Weißes Scherzel, Hüferscherzel, Mageres Meisel, Kruspelspitz u. ä. In manchen Regionen ist zu beobachten, dass es dennoch als Tafelspitz serviert wird. In der Schweiz nennt man eine auf diese Weise zubereitete Fleischspeise Siedfleisch.

Krenfleisch ist ebenfalls vergleichbar, wird aber häufig aus Schweinefleisch zubereitet, das intensiv mit Kren (Meerrettich) gewürzt ist.

Wortherkunft Als Tafelspitz wurde am österreichischen Kaiserhof das hintere Ende der Festtafel bezeichnet, an dem als letztes serviert wurde. Unter Franz Joseph I. musste jeder Gast gemeinsam mit dem Kaiser sein Besteck niederlegen und das Essen beenden. Die Leibspeise des Kaisers war gesottenes Rindfleisch des Hinterschlegels.Gut gegessen, schlecht gesessen: Woher kommt eigentlich der Name Tafelspitz? beim Südkurier. Abgerufen am 2. Februar 2023. Da die Personen am Ende der Tafel wegen des späten Servierens an ihrer Sitzposition noch nicht satt waren, sollen sie danach noch ins Café Sacher gegangen sein. Dort wurde die Mahlzeit erneut ohne den Kaiser begonnen. Es soll dort auch in Rinderbrühe gekochte Rinder-Schwanzstücke gegeben haben.Wien kulinarisch bei Planet Wissen. Abgerufen am 2. Februar 2023.

Sonstiges Joseph Roth zelebriert den Tafelspitz in seinem Roman Radetzkymarsch als Symbol der altösterreichischen Küche und Kultur, indem er eine detailreiche Beschreibung der Zubereitung und des Genusses liefert. Der Roman wird oft als ein „Hohelied“ auf dieses Gericht und die damit verbundene Lebensart verstanden, in der der Tafelspitz ein zelebrierter kulinarischer Höhepunkt ist.

Eine gleichnamige Auszeichnung in der Gastronomie wird seit 1999 von der österreichischen Tageszeitung Kurier an qualitativ hochstehende Lokale verliehen.

Literatur Ingrid Haslinger: Tafelspitz und Fledermaus. Die Wiener Rindfleischküche. Verlag Mandelbaum, Wien 2005, ISBN 3-85476-167-8. Richard A. Zahnhausen: Was aß Baron von Trotta wirklich zu Mittag? Anmerkungen zum Tafelspitz und zur longue durée des gekochten Rindfleisches in der Wiener Küche. In: Wiener Geschichtsblätter 58, 2003, , S. 81–93.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fleischgericht (Rind) Kategorie:Traditionelles österreichisches Lebensmittel