Dorothea Charol, verheiratete Dorothea Köglsperger (* 21. Februar 1889 in Odessa, Russisches Kaiserreich; † 16. März 1963 in London, Vereinigtes Königreich) war eine deutsche Bildhauerin des Art déco.
Leben Charol studierte in Dresden an der Kunstschule Richter bei Arthur Lange, in Brüssel an der Universität, in München im Studio Schwägerle sowie in Italien. Sie arbeitete unter anderem in Berlin.
Künstlerische Anerkennung fand sie ab 1916 in der Münchener Secession und in anderen Ausstellungen wie der Dezember-Ausstellung des Neuen Museums (Berlin) von 1916. In: Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden. Sie fertigte Porträtbüsten sowie lebensgroße Akte und Figuren und arbeitete als Entwerferin für figürliches Porzellan.Reinhard Jansen: Commedia dell'arte. Fest der Komödianten. Keramische Kostbarkeiten aus den Museen der Welt. Antique Collectors Club Limited, 2001. S. 305. Charol erstellte in den 1920er Jahren als freie Mitarbeiterin Modelle für zahlreiche Porzellanfabriken, darunter für die Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur In: Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur. und die Unterweißbacher Werkstätten für Porzellankunst. Sie formgestaltete exotische Tänzerinnen in Anlehnung an die Erzählungen in Tausendundeine NachtJudith Miller: Miller's Field Guide: Art Deco. Hachette UK, 2014, ISBN 1-78472-014-3. S. 95. für die Porzellanmanufaktur Rosenthal.Alberto Shayo: Statuettes art deco period. Antique Collectors Club Art Books, 2016, ISBN 1-85149-824-9. S. 65. Einige ihrer Arbeiten aus Bronze und Elfenbein wurden von der Berliner Firma Rosenthal & MaederMalcolm Haslam: Art deco. Collector's style guide. Ballantine Books, 1988, ISBN 0-345-34742-0, S. 254. (ab 1929 nach Übernahme Preiss & Kassler)Judith Miller: Miller's Field Guide: Art Deco. Hachette UK, 2014, ISBN 1-78472-014-3. S. 133. handwerklich umgesetzt.
Charol gehörte zusammen mit ihrem Ehemann, dem Maler und Graphiker Adolf Köglsperger (1891–1960),Alexander Koch: Dorothea Charol. In: Deutsche Kunst und Dekoration. Illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungs-Kunst und künstlerische Frauenarbeit, Band 41. Verlag Koch, Stuttgart 1918. S. 237. der Künstlervereinigung Die Abstrakten an.Handschriftliches Protokoll einer Mitgliederversammlung der Künstlervereinigung „Die Abstrakten“. In: Deutsches Historisches Museum
Werke (Auswahl) Charol fertigte einige gesichtslose abstrakte Statuetten von Sportlern wie den Hockeyspieler, den Golfspieler, den Marathonläufer oder den Eisschnellläufer. Andere Arbeiten tragen die Titel:
Rezeption Die Zeitschrift Beaux Arts du Monde bezeichnete Charol als „Porzellan-Modelleurin der Spitzenklasse“.Beaux-arts du monde. Band 78, Ausgaben 13–14. Bundesverband des Deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels, Berufsgruppe des Österreichischen Antiquitätenhandels, International Confederation of Dealers in Works of Art, Vereniging van Handelaren in Oude Kunst in Nederland. Kunst und Technik Verlags-GmbH., 2008, ISBN 3-7757-2246-7, S. 151. Nach Malcolm Haslam zeigen einige ihrer Arbeiten im Stil des Art déco die „schmuddelige, obszöne“ () Seite des Berlins der 1920er Jahre; Karl Eric Toepfer geht so weit, ihre Tänzerinnen-Figuren „widernatürlich erotisch“ (perversely erotic) zu nennen.Karl Eric Toepfer: Empire of Ecstasy. Nudity and Movement in German Body Culture, 1910-1935. University of California Press, 1997 ISBN 0-520-91827-4, S. 367.
Literatur Anja Cherdron: "Prometheus war nicht ihr Ahne" : Berliner Bildhauerinnen der Weimarer Republik. Marburg : Jonas-Verlag, 2000
Weblinks Dorothea Charol (deutsch, 1889 – 1963). In artnet, mit Bildern von Arbeiten Dorothea Charols.
Einzelnachweise
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